„Zitatfetzen ohne Zusammenhang“: Charité-Professor Drosten lässt Medienattacke ins Leere laufen

Von 26. Mai 2020 Aktualisiert: 26. Mai 2020 21:43
Die Rufe nach Öffnung der Schulen werden lauter. Nun sorgt die "Bild" für erhitzte Gemüter zu diesem Thema. Sie titelt: "Fragwürdige Methoden: Drosten-Studie über ansteckende Kinder grob falsch - Wie lange weiß der Star-Virologe schon davon?"

Schwer wiegen die Vorwürfe gegen den Berliner Charité-Virologen Christian Drosten. Er „lag mit seiner wichtigsten Corona-Studie komplett daneben“, heißt es in einem Artikel in der „Bild“. Dass Kinder genauso ansteckend sein können wie Erwachsene, sei das Fazit dieser Studie gewesen. Der Entschluss: „Aufgrund dieser Ergebnisse müssen wir vor einer unbegrenzten Wiedereröffnung von Schulen und Kindergärten in der gegenwärtigen Situation warnen.“

Mehrere Wochen nach der Veröffentlichung der Studie gerate Drosten „immer stärker in die Kritik“, schreibt der Bild-Autor weiter. Wissenschaftler aus mehreren Ländern würden den Charité-Forschern vorwerfen „unsauber gearbeitet zu haben – mit verhängnisvollen Konsequenzen“.

Dazu führt „Bild“ Statements von Wissenschaftlern an, die diese Drosten-Studie hinterfragen. So soll Leonhard Held, Professor vom Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich die Aussagekraft der Drosten-Studie kritisiert haben mit den Worten: „Die Erkenntnisse müssen mit einiger Vorsicht interpretiert werden.“

Auf „Ungereimtheiten in der Drosten-Studie“ hätte auch der Statistik-Professor Dominik Liebl von der Bonner Universität hingewiesen. 

Letztlich ging nach „Bild“-Meinung auch der Wirtschaftsprofessor Jörg Stoye von der renommierten Cornell University in New York „hart mit der Drosten-Studie ins Gericht“. Er sehe keinen Beleg dafür, dass Schulen weiter geschlossen bleiben sollten. „Es gibt viele gute Argumente gegen eine schnelle Wiedereröffnung der Schulen, aber die Charité-Studie trägt nichts dazu bei“, zitiert Bild Stoyes Worte als „bitteres Fazit“.

„Tendenziöse Berichterstattung“

Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen sollte Drosten binnen einer Stunde gegenüber „Bild“ abgeben. Kurzerhand veröffentlichte der Charité-Professor die Mailanfrage der „Bild“ auf Twitter:

Die Kollegen, die von „Bild“ zitiert wurden, relativierten ihre Aussagen parallel. So schrieb der Bonner Statistik-Professor Dominik Liebl:

Ich wusste nichts von der Anfrage der BILD und distanziere mich von dieser Art, Menschen unter Druck zu setzen auf das schärfste. Wir können uns mehr glücklich schätzen @c_drosten und sein Team im Wissenschaftsstandort Deutschland zu haben. They saved lifes!“

Der New Yorker Professor Jörg Stoye eröffnete extra einen Twitter-Account. Er wolle kein Teil einer „Anti-Drosten-Kampagne“ sein. Er stand und steht in keinerlei Kontakt zur „Bild“ und habe höchsten Respekt vor Drosten:

Studie fordert mehr Daten zur Viruslast

In seiner Studie hatte das Team um Drosten darauf hingewiesen, dass Kinder in den klinischen Studien unterrepräsentiert seien und aufgrund milder oder fehlender Symptome seltener diagnostiziert werden. Eine Schätzung auf der Grundlage der Anzahl der symptomatischen Einweisungen in ein spezialisiertes Kinderkrankenhaus gehe davon aus, dass Tausende pädiatrischer Fälle in der Frühphase des Wuhan-Ausbruchs unbeachtet blieben, zu einem Zeitpunkt, zu dem nur ca. 10.0000 erwachsene Patienten registriert wurden.

Laut der Drosten-Studie stieg die Viruslast mit dem Alter der untersuchten Patienten an. Da sich die Tests überwiegend nach den Symptomen richteten, deute dies darauf hin, dass Kinder mit Atemwegssymptomen und Fieber weniger wahrscheinlich an einer akuten SARS-CoV-2-Infektion leiden würden als Erwachsene. Allerdings bedeutet das nicht, dass Kinder sich seltener infizieren würden. Es gebe Gründe, die dagegensprechen, dass Kinder eine erwachsenenähnliche Infektiösität aufweisen. Aber es gebe auch Argumente, die für eine Übertragung sprechen.

Insoweit empfahl das Drosten-Team, mehr Daten zur Viruslast von Testlabors zu sammeln, um robustere statistische Beurteilungen und eine unabhängige Bestätigung der vorliegenden Ergebnisse zu erreichen. Aufgrund des Fehlens jeglicher statistischer Beweise für eine andere Viruslast bei Kindern warnten die Wissenschaftler vor einer unbegrenzten Wiedereröffnung von Schulen und Kindergärten.

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