Vatikan – Das missbrauchte Ehrenamt der Nonnen

Epoch Times5. März 2018 Aktualisiert: 5. März 2018 19:24
Kochen, putzen und waschen, den ganzen Tag ohne Lohn und Anerkennung. Nonnen aus dem Vatikan packen aus.

Ohne Lohn und meistens auch ohne ein Dankeschön müssen die Nonnen im Vatikan von früh bis spät arbeiten. Sie putzen, waschen und führen den gesamten Haushalt von Kardinälen, Bischöfen und Priestern.

Die Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ brach nun das Tabu und veröffentlichte Interviews der katholischen Ordensfrauen in einer Beilage der Zeitung mit dem Namen „Donna Chiesa Mondo“ (Frauen Kirche Welt).

Schwester Paule, eine der im Vatikan lebenden Nonnen erzählt: „Viele Nonnen haben keine Verträge mit den Bischöfen oder den Kirchgemeinden, für die sie arbeiten.“ So würde wahrscheinlich nur, wenn überhaupt, der Mindestlohn bezahlt werden, so „20min.ch“.

Respektloser Umgang mit den Nonnen

Schwester Marie – vor zwanzig Jahren sei sie von Afrika nach Rom gekommen – berichtet, dass ein Priester der Meinung sei, er könne sich von einer Nonne die Mahlzeiten servieren lassen. Dann aber ließe er sie allein in der Küche zurück, um zu essen, so Schwester Marie zu „L’Osservatore“.

Weiter meint Schwester Paule, sie habe Frauen gekannt, die nach 30-jähriger Tätigkeit von einem Tag auf den anderen, wegen Krankheit in andere Gemeinden gesandt worden waren. „Der Priester, dem sie gedient hatten, kam sie nicht einmal besuchen. Er behandelte sie, als seien sie austauschbar“, so Schwester Paule zu „L’Osservatore Romano„.

In dem Buch, „Alles muss ans Licht“, beschreibt der italienische Journalist Gianluigi Nuzzi die schlimmen Zustände, die im Vatikan herrschen sollen. Er macht dies unter anderem am Beispiel des emeritierten Kardinal Tarcisio Bertone deutlich: Bertone lasse in seiner 700 Quadratmeter großen Wohnung im Palazzo San Carlo viele Missionsschwestern als Haushälterinnen vollkommen ohne Geld arbeiten, so „20min.ch“.

Immer und überall einsetzbar

Doch seien es nicht nur die Männer im Vatikan, sondern auch die eigenen Ordensleiterinnen, die eine adäquate Beschäftigung der Schwestern verhindern würden. Ein Uni-Rektor sei darüber schockiert gewesen, dass eine sehr gute Studentin von ihrer Ordensleitung nicht die Erlaubnis bekam, nach dem Lizenziat weiter studieren zu können. Auch eine andere promovierte Theologin sei von heute auf morgen zu Haushaltsarbeiten degradiert worden, so Schwester Marie zu „L’Osservatore Romano“.

Hinter dieser Ausbeutung würden historische Gründe stecken, heißt es weiter. Zahlreiche Nonnen würden aus Gemeinschaften kommen, dessen ursprüngliche Aufgabe es einmal war, sich den armen Menschen zu widmen. Daraus soll sich, so Schwester Marie, die Einstellung gebildet haben, dass die Ordensfrauen in allen Bereichen eingesetzt werden könnten.

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(vm)

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