Londoner Volksgericht sieht Organ-Zwangsentnahmen in China bestätigt – Zeugen berichten Schreckliches

Von 13. Dezember 2018 Aktualisiert: 13. Dezember 2018 12:13
Mitglieder eines unabhängigen Volksgerichts in London sind in einem Zwischenurteil einstimmig zu dem Schluss gelangt, dass in China Zwangsentnahmen von Organen an Gefangenen aus Gewissensgründen "in einem erheblichen Umfang" stattfinden.

Der Urteilsentwurf, der für ein Volksgericht ungewöhnlich ist, wurde am 10. Dezember in der Hoffnung gemacht, unschuldige Menschen in China vor weiterem Schaden zu bewahren.

„[Der] Sauerstoff der Öffentlichkeit kann für diejenigen die Luft zum Atmen sein, die sonst vielleicht sterben würden“, sagte der Vorsitzende des Tribunals, Sir Geoffrey Nice QC. Er hatte seinerzeit den Vorsitz der Strafverfolgung von Slobodan Milošević vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien inne.

Das endgültige Urteil soll im Frühjahr nächsten Jahres gefällt werden und soll Aufschluss darüber geben, ob internationale Straftaten begangen wurden, wer die Täter sind und wie viele Opfer von Zwangsorganentnahme es gibt.

Bis dahin können noch Beweisanträge gestellt werden. Und bis dahin gilt auch die Aufforderung an das chinesische Regime, sich dem Verfahren anzuschließen, zu dem es sich bisher nicht geäußert hat.

Beunruhigende Beweise

Die öffentlichen Anhörungen des „China Tribunal“ begannen am 8. Dezember und dauerten drei Tage. Über 30 Zeugen, darunter Flüchtlinge, Ermittler und Ärzte, legten dem Gericht beunruhigende Beweise vor.

Der Vorwurf lautet, dass viele Gruppen, darunter Falun Gong-Praktizierende, Uiguren, einige christliche und einige buddhistische Gruppen, inhaftiert und regelmäßig ärztlich untersucht wurden, um ihnen dann, wenn die Zeit gekommen war, ihre Organe zu entnehmen. In einigen Geschichten heißt es, dass die Entnahme ohne Anästhesie und auf sehr schreckliche Weise vorgenommen worden sei. Die Organe seien dem Organ-Touristen dann sofort transplantiert worden“, so der Rechtsberater des Tribunals Hamid Sabi vor Beginn der Anhörungen.

Während die Zeugen von ihren Erlebnissen sprachen, fiel es einigen Zuschauern schwer, ihre Tränen zurückzuhalten. Mehrere Chinesen, die aussagten, dass sie vor Verfolgung in China geflohen seien, berichteten von ihrer Inhaftierung, Folter und den an ihnen vorgenommenen medizinischen Untersuchungen.

Eine Zeugin berichtete von ihren schmerzhaften Erinnerungen an die erlittene Folter: Man hatte sie über zehn Stunden lang am Fußboden angekettet, mit Stromschlägen geschockt und sie 58 Tage lang „zwangsernährt“. Sie erzählte auch, wie Kriminelle im Gefängnis sowie Polizisten sie sexuell belästigt hatten.

„Ich wurde körperlich untersucht… aber ihnen war klar, dass ich dem Tod nahe war“, so die Zeugin. Sie praktizierte die spirituelle Meditation Falun Gong, die in China seit 1999 brutal verfolgt wird.

Eine andere Zeugin berichtete, dass man sie, sowie 50 weitere Falun Gong-Praktizierende, während ihrer Inhaftierung geröntgt und der Arzt dabei gesagt hatte: „Diese Falun Gong-Praktizierenden – ihre Brust ist sehr sauber.“

Ein aktueller Bericht von „Freedom House“ fand „glaubwürdige Beweise dafür, dass ab Anfang der 2000er Jahre Falun Gong-Häftlinge für ihre Organe in großem Ausmaß getötet wurden“. Und weiter heißt es:

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Die Organtransplantations-Industrie in China ist nach wie vor immens groß und nimmt weiter zu, auch wenn die Anzahl der gerichtlich hingerichteten Gefangenen in den vergangenen zehn Jahren zurückgegangen ist.“

Gerechtigkeit

Der Tribunal-Ausschuss unter dem Vorsitz von Sir Geoffrey Nice QC besteht aus sieben Mitgliedern aus den Bereichen Völkerrecht, Medizin, Wirtschaft, internationale Beziehungen und chinesische Geschichte.

Enver Tohti, ein uigurischer Chirurg, sagte aus, wie er auf Befehl seines Vorgesetzten dazu gezwungen worden sei, einer Person, die 1995 in China noch am Leben war, die Organe zu entnehmen.

„Es gibt eine englische Redensart: ‚Zu schön, um wahr zu sein.‘ In diesem Fall ist es ‚zu schrecklich, um wahr zu sein‘“, sagte Tohti in einem Interview, nachdem er seine Beweise präsentiert hatte.

„Ich hoffe, das ist dem chinesischen Staatschef eine Warnung. Die Dinge, die Sie Ihrem Volk antun… Hitler hat es auch versucht“, sagte er. „Versuchen Sie es deshalb nicht, denn eines Tages werden Sie hier vor Gericht stehen,“ sagte er mit Blick auf Chinas Führung unter Xi Jinping.

Volkstribunale werden in der Regel von Opfern schwerer Straftaten eingerichtet, wenn internationale Organisationen nicht bereit sind, in der betreffenden Angelegenheit zu ermitteln.

Das Original erschien in der amerikanischen „The Epoch Times“ (deutsche Bearbeitung von aw). Originalartikel: People’s Tribunal Rules That Forced Organ Harvesting Has Taken Place in China