Türkei schießt erneut Hubschrauber der syrischen Armee ab – Türken ziehen sich teilweise zurück

Epoch Times14. Februar 2020 Aktualisiert: 28. Februar 2020 9:38
Der Kampf der syrischen Armee, um die Provinz Idlib von islamistischen Milizen zu befreien, mündet in eine offene Konfrontation mit der Türkei. Immer öfter mischt sich die Türkei offen in die Kämpfe zugunsten der Islamisten ein. Offiziell betreibt die Türkei in Idlib nur Beobachtungsposten.

Die türkische Armee hat Aktivisten zufolge im Nordwesten Syriens erneut einen Hubschrauber der syrischen Armee abgeschossen. Durch den Raketenbeschuss in der Provinz Idlib seien die beiden Hubschrauberpiloten am Freitag getötet worden, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP. Ihre beiden Leichen seien gefunden worden.

Die türkische Regierung gab zu dem Vorfall zunächst keine Stellungnahme ab. Bereits am Dienstag war in der umkämpften nordsyrischen Provinz Idlib ein Militärhubschrauber der Regierungstruppen abgeschossen worden. Dabei starben die beiden Piloten und auch in diesem Fall schrieb die Beobachtungsstelle den Angriff der Türkei zu.

Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Türkei unterstützt die islamistischen Milizen in Idlib

In Idlib spitzt sich derzeit die militärische Konfrontation zwischen der türkischen Armee und den von Russland unterstützten syrischen Streitkräften zu. Nach tödlichen Angriffen auf türkische Stellungen in Idlib drohte Staatschef Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch mit Angriffen „überall“ in Syrien, sollten die türkischen Soldaten erneut unter Beschuss geraten.

Syrische Regierungstruppen führen mit russischer Unterstützung seit Dezember eine Offensive gegen die letzte Bastion der von dschihadistischen Milizen dominierten Rebellen, die von der Türkei unterstützt werden.

Türkische Truppen ziehen teilweise ab

Die syrischen Regierungstruppen rückten am Freitag weiter gegen die Milizen-Hochburgen vor. Sie eroberten nach „heftigen“ Gefechten eine Militärbasis im Westen der Provinz Aleppo zurück, die vor sieben Jahren an die Milizen gefallen war, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Auf dem Stützpunkt waren auch türkische Truppen stationiert. Diese hatten sich den Angaben zufolge jedoch bereits am Donnerstag zurückgezogen.

Laut dem Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, zufolge wollen die syrischen Truppen einen „Sicherheitsgürtel“ rund um die Autobahn einrichten, die Aleppo mit Damaskus verbindet und die vergangene Woche von den Regierungstruppen vollständig eingenommen wurde. Dafür müssten sie laut Rahman die Orte Urum al-Kubra und Kafr Naha erobern.

Die Truppen befänden sich derzeit nur zwei Kilometer von Orum al-Kobra entfernt, sagte Rahman. Außerdem seien sie bis auf fünf Kilometer auf die Stadt Atareb vorgerückt.(afp/al)

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