US-Kongressanhörung: ZTE schadet Kleinunternehmern

Von 3. Juli 2018 Aktualisiert: 2. Juli 2018 22:12
Die Kleinunternehmer in den USA tragen durch das Telekommunikationsunternehmen ZTE Schaden davon. Trump und der Kongress sind sich uneinig über den Umgang mit ZTE.

Der US-Kongress und US-Präsident Donald Trump vertreten gegensätzliche Standpunkte in der Frage, wie das chinesische Telekommunikationsunternehmen ZTE für seine fragwürdigen Praktiken sanktioniert werden kann. Vor kurzem wurde zu diesem Thema der Einfluss des Unternehmens auf die US-Verbraucher, insbesondere auf kleine Unternehmen, bei einer Anhörung im Kongressausschuss untersucht.

Am 27. Juni veranstaltete das House Select Committee on Small Business eine Anhörung über die Bedrohung der amerikanischen Kleinunternehmen durch ZTE, an der eine Gruppe von nationalen Sicherheitsexperten und Cybersicherheitsfirmen teilnahm.

Ausschussvorsitzender und Republikaner Steve Chabot sprach von dem Problem, mit dem kleine amerikanische Unternehmen konfrontiert sind, nicht sagen zu können, ob ein Produkt oder eine Dienstleistung von einem „ruchlosen Schauspieler“ wie ZTE oder Huawei, Chinas anderem Telekom-Riesen, geliefert wurde.

FBI-Direktor Christopher Wray warnte bei einer Anhörung im Februar vor den Gefahren der Verwendung von Smartphones von ZTE oder Huawei, da sie „die Fähigkeit bieten, Informationen böswillig zu verändern oder zu stehlen“ und „unentdeckte Spionage zu betreiben“, so CNet.

„Wenn wir über existenzielle Bedrohungen der nationalen Sicherheit sprechen – und das ist es, was ZTE ist – ist es die Aufgabe der Bundesregierung, die Amerikaner und amerikanische Kleinunternehmen zu schützen“, sagte Chabot.

Kleine Hersteller sind das Rückgrat der US-Wirtschaft. Laut US-Zensusdaten von 2015 haben 98,5 Prozent aller 251.744 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in den USA weniger als 500 Beschäftigte; 75 Prozent von ihnen haben weniger als 20 Beschäftigte. Das verarbeitende Gewerbe in den USA trug 2016 2,25 Billionen Dollar zur Wirtschaft des Landes bei und war damit etwa so groß wie die neuntgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Andy Keiser, ein Gast des National Security Institute an der Antonin Scalia Law School an der George Mason University, sagte, dass die Bedrohung durch ZTE und Huawei bei einem Zwischenfall mit einem Unternehmen in Michigan aufgedeckt wurde.

Das Unternehmen hatte sich an den Vorsitzenden des Geheimdiestausschusses des Repräsentantenhauses, Mike Rogers, gewandt, mit Bedenken darüber, wie die chinesischen Telekom-Giganten lokale Unternehmen beim Bau von Mobilfunktürmen in ländlichen Gebieten von Michigan unterboten. ZTE und Huawei hatten einen niedrigeren Angebotspreis als die für den Bau der Türme benötigten Baumaterialien.

Die chinesischen Unternehmen seien nicht durch Gewinne motiviert, so Keiser. „Es wird getan, um die Fähigkeit zu nutzen, riesige Mengen an Informationen zu sammeln und einen Hebel gegen Gegner in einem potenziellen Konflikt zu schaffen“, sagte er.

Indem sie „unser US-Telekommunikations-Rückgrat“ infiltrieren, könnten die chinesischen Unternehmen „kritische Infrastrukturen“ wie das Stromnetz außer Gefecht setzen, sagte Keiser.

David Linger, Präsident und CEO von TechSolve, einem Beratungsunternehmen mit Sitz in

, Ohio, das Branchen wie Luft- und Raumfahrt und Verteidigung bedient, sprach darüber, wie kleine Unternehmen anfälliger für Cyber-Angriffe sind.

Linger verwies auf Untersuchungen der National Cyber Security Alliance, die zeigen, dass von allen globalen „Internet der Dinge“ (IoT)-Angriffen in den Jahren 2016 bis 2017 21 Prozent aus China stammten. Damit ist China das führende Herkunftsland für solche Angriffe.

Cincinnati Crane, ein Unternehmen aus Ohio, das Kransystemlösungen anbietet, musste vier Mitarbeiter entlassen, sagte Linger, nachdem das Unternehmen enorme finanzielle Verluste erlitten hatte, als sein E-Mail-System durchbrochen wurde. Es ist unklar, ob der Angriff aus China kam.

Das Unternehmen wurde Opfer einer Phishing-Kampagne, bei der das E-Mail-System gefälschte Rechnungen mit falschen Bankdaten an die Kunden des Unternehmens verschickte. Ohne zu wissen, dass die Rechnungen gefälscht waren, leisteten die Kunden weiterhin Zahlungen an das Unternehmen in Höhe von $200.000. Der Angriff führte dazu, dass Kunden das Vertrauen in das Unternehmen verloren, obwohl Cincinnati Crane inzwischen neue Cybersicherheitsrichtlinien eingeführt hat.

Eine Umfrage der Ohio Manufacturing Extension Partnership im Jahr 2017 ergab, dass nur 12,51 Prozent der Hersteller in Ohio verstanden haben, was Cybersicherheit ist, und Maßnahmen zum Schutz ihrer IT-Systeme ergriffen haben.

Uneinigkeit zwischen Trump und dem Kongress

Trump und der Kongress stehen sich im Umgang mit ZTE gegenüber. Trump hatte ein Abkommen mit ZTE ausgehandelt, das dem Unternehmen erlauben würde, wieder US-Technologieteile zu kaufen. Im Gegenzug muss ZTE ein Milliarde Dollar zahlen, 400 Millionen Dollar als Sicherheit hinterlegen und Kontrollmaßnahmen durch ein US-Compliance-Team zulassen.

Das Exportverbot wurde im April verhängt, nachdem festgestellt wurde, dass die chinesische Firma gegen ein Strafabkommen verstoßen hat, das sie wegen Verletzung von Sanktionen gegen den Iran unterzeichnet hatte. Der Geschäftsbetrieb wurde deshalb eingestellt.

Am 19. Juni verabschiedete der US-Senat eine gesetzgeberische Maßnahme, die das Abkommen mit China verhinderte. Am 25. Juni wurde auch im Repräsentantenhaus ein von dem Abgeordneten der Demokraten Ruben Gallego eingereichter Gesetzentwurf angenommen. Damit sind sich beide Häuser einig und stehen gegen die Entscheidung des Präsidenten.

Denkbar wäre, dass Trump sich damit einen wichtigen Hebel im langwierigen Konflikt mit China verschaffen wollte. Sein Plan würde damit durchkreuzt.

Das Original erschien in der amerikanischen Epoch Times (deutsche Bearbeitung von tp).

Originalartikel: Congress Hearing Shows Small Businesses in US Are Hurt by Chinese Telecom Companies

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