Klappt es beim dritten Anlauf? Ex-Vizepräsident Joe Biden will für die Demokraten 2020 um die US-Präsidentschaft ins Rennen gehen. Die Umfragen räumen ihm gute Chancen ein.Foto: SAUL LOEB/AFP/Getty Images

USA: Ex-Vizepräsident Biden will 2020 bei Präsidentschaftswahl gegen Trump antreten

Epoch Times25. April 2019 Aktualisiert: 25. April 2019 15:58
Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden will es mit Donald Trump aufnehmen. Der 76-Jährige verkündete seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Trump nennt ihn in einem Tweet "schlafmützigen Joe".

Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden will es mit Donald Trump aufnehmen. Der 76-Jährige verkündete am Donnerstag seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der oppositionellen Demokraten. Er begründete dies damit, dass er bei der Wahl 2020 der vom Präsidenten ausgehenden „Bedrohung“ für die „Grundwerte“ des Landes entgegentreten wolle.

Bidens Bewerbung kommt alles andere als überraschend, sie war seit Wochen erwartet worden. Mit dem moderat-pragmatischen Ex-Vizepräsidenten gibt es nun bereits 20 Anwärter bei den Demokraten auf die Kandidatur gegen Trump. Biden zählt aber zum engeren Favoritenkreis.

Laut der Website „RealClearPolitics“ liegt der Ex-Stellvertreter des früheren Präsidenten Barack Obama im Schnitt der Umfragen mit einem Wert von 29,3 Prozent im demokratischen Bewerberfeld vorn. Auf ihn folgt der 77-jährige Senator und selbsterklärte „demokratische Sozialist“ Bernie Sanders mit 23 Prozent und die moderat-linke Senatorin Kamala Harris mit 8,3 Prozent.

Biden will sich vor allem als Gegner von Trump positionieren. Die „ureigene Demokratie“ der USA und ihr Ansehen in der Welt seien in Gefahr.

Wortgefechte zwischen „Schlafmützigem Joe“ und Trump

Trump bezeichnete in einer ersten Reaktion den Ex-Vizepräsidenten als „schlafmützigen Joe“ („sleepy Joe“) und stellte dessen geistige Befähigung für das Präsidentschaftsrennen in Frage. Er hoffe, Biden habe „die lange in Zweifel gezogene Intelligenz“ für die Vorwahlkampagne, merkte Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter an. Biden war bereits in den Jahren 1988 und 2008 bei der Wahl um den Kandidaten der US-Demokraten angetreten. In beiden Fällen war er frühzeitig aus dem Rennen ausgestiegen.

Aus dem Umfeld Obamas wurde Bidens Bewerbung wohlwollend kommentiert. Der Ex-Präsident halte es für „eine seiner besten Entscheidungen überhaupt“, sich Biden zur Seite geholt zu haben, erklärte Obama-Sprecherin Katie Hill. Er habe sich damals auf Bidens „Wissen, Tiefblick und Urteilsvermögen“ gestützt.

Obama spricht noch keine direkte Empfehlung für seinen Ex-Vize aus

Von einer direkten Parteinahme für Biden gegen seine Mitbewerber bei den Demokraten sah Obama aber ab. In dieser Frühphase wolle der Ex-Präsident sich nicht hinter einen „spezifischen“ Bewerber stellen, betonte die Sprecherin.

Biden ist seit mehr als viereinhalb Jahrzehnten in der Politik. Vizepräsident war er von 2009 bis 2017. Davor vertrat der Jurist 36 Jahre im US-Senat den kleinen Ostküstenstaat Delaware. Trotz seiner vielen Jahre im politischen Apparat der Hauptstadt gilt Biden als bodenständiger Typ. Er wuchs in einfachen Verhältnissen in einer von Kohle und Schwerindustrie geprägten Region des Bundesstaats Pennsylvania auf.

Experten trauen Biden folglich zu, im Rennen um das Weiße Haus in der wichtigen Wählergruppe der weißen Arbeiterschaft zu punkten – eine Gruppe, in der Trump starken Rückhalt genießt.

Entscheidung zwischen Biden und Sanders als Demokraten-Kandidat wahrscheinlich

Biden steht als moderater Politiker, der viel mit den Republikanern zusammengearbeitet hat, dem aktuellen Trend bei den Demokraten entgegen. Die Partei hat sich zuletzt deutlich nach Links bewegt. Neben Biden zählt der selbst erklärte Sozialist Bernie Sanders zu ihren Hoffnungsträgern. Derzeit profitiert Biden in den Umfragen offenbar nicht zuletzt auch von seinem im Vergleich zu vielen anderen Anwärtern hohen Bekanntheitsgrad.

Mit zwei früheren Anläufen auf das Präsidentenamt war Biden in den Jahren 1987 und 2008 schon früh in den Vorwahlen gescheitert. Vor vier Jahren verzichtete er auf einen Anlauf. Der Grund war damals nach seiner eigenen Schilderung der Tod seines Sohns Beau, der im Alter von 46 Jahren an einem Hirntumor verstorben war.

(afp/red.)



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