Von Riad geführte Militärkoalition zerstört Ziele in Jemens Hauptstadt

Epoch Times20. Januar 2019 Aktualisiert: 20. Januar 2019 12:18
Der Kampf um die Dominanz in der Golfregion geht weiter. Erneut griff Saudi-Arabien Ziele in Sanaa an.

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat nach eigenen Angaben vom Sonntag Ziele der Huthi-Rebellen in der von ihnen kontrollierten jemenitischen Hauptstadt Sanaa angegriffen und „zerstört“. Aufnahmen der Nachrichtenagentur AFP aus der Nacht zeigten eine Reihe von Explosionen in Sanaa. In der saudiarabischen Hauptstadt Riad sagte der Sprecher der Militärkoalition, Turki al-Maliki, die Allianz habe einen Einsatz zur „Zerstörung einer Vielzahl militärischer Ziele“ gestartet.

Dazu gehörten auch sieben Militärstützpunkte, zitierte die amtliche saudiarabische Nachrichtenagentur SPA den Sprecher. Es gehe um Einrichtungen zur Lagerung und Erprobung von Drohnen und zur Herstellung von Bomben.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten beschuldigen den Iran, die Rebellen mit Waffen zu versorgen, was Teheran bestreitet. Am 10. Januar waren bei einem Drohnenangriff der schiitischen Huthi-Rebellen auf eine Luftwaffenbasis der jemenitischen Armee in der südlichen Provinz Lahidsch sieben regierungstreue Soldaten getötet worden.

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Im Dezember hatten sich beide Seiten bei einer ersten Gesprächsrunde in Schweden auf eine Waffenruhe für die von den Huthis kontrollierte Hafenstadt Hodeida geeinigt, durch die ein Großteil der Hilfen für die hungernde Bevölkerung ins Land kommt. Diese wird nach UN-Angaben „weitgehend“ eingehalten.

Beide Seiten vereinbarten auch einen Abzug der Kämpfer aus der Stadt und dem Hafen sowie die Öffnung von Straßen für humanitäre Hilfe. Offenbar ist beides aber bisher unterblieben. Nach UN-Angaben wird auch über den ebenfalls bereits vereinbarten Gefangenenaustausch weiterhin verhandelt.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. Nichtregierungsorganisationen schätzen die Zahl der Opfer bis zu fünf Mal so hoch. Laut dem UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock leiden fast zehn Millionen Menschen im Jemen Hunger.

(afp)

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