Bundesamt für Strahlenschutz: „Schwerwiegender Verdacht der Schädigung durch Mobilfunkstrahlung“ + UPDATE

Von 11. Dezember 2019 Aktualisiert: 28. September 2020 11:39
In einer in München vorgestellten Baumstudie wurde erstmals offiziell die negative Wirkung von Mobilfunkstrahlung auf Bäume bestätigt. Das Bundesamt für Strahlenschutz, auf dessen Tagung die Studie vorgestellt wurde, dementiert und spricht von einem Zufallseffekt.

+++ UPDATE 19.12. +++ Dementi des BfS: Schäden sprechen „für einen Zufallseffekt“ +++

Eine Leserin wies uns darauf hin, dass das Bundesamt für Strahlenschutz die Beteiligung an der Studie „Radiofrequency radiation injures trees around mobile phone base stations“ dementiert. In einer E-Mail schreibt das BfS: „Die Studie, auf die sich der Artikel bezieht, stammt nicht vom Bundesamt für Strahlenschutz. Aktuell gibt es keine wissenschaftlich belastbaren Hinweise auf eine Gefährdung von Tieren und Pflanzen.“

Die erwähnten Studie wurde von Dr. Cornelia Waldmann-Selsam und Dipl.-Forstwirt Helmut Breunig im Rahmen des BfS-Workshops „International Workshop: Environmental effects of electric, magnetic and electromagnetic fields: Flora and Fauna“ am 7. November in München vorgestellt.

In einer Stellungnahme schreibt das Bundesamt:

[Gelegentlich] werden geschädigte Bäume in der Nähe von Mobilfunk-Basisstationen […] aus der Bevölkerung gemeldet und durch Fotodokumentation belegt. Eine Sammlung derartiger Beobachtungen wurde von zwei deutschen Ärzten in einem Umweltmagazin publiziert. Es wurden 620 Standorte besichtigt, sechs konkrete Beispiele sind in der Publikation belegt. In vier Fällen wurde die Leistungsflussdichte gemessen. In exponierten Bereichen mit Baumschäden erreichten die Werte maximal acht Milliwatt pro Quadratmeter (1 – 2 % des Grenzwertes), in Bereichen ohne Schäden waren sie 10- bis 100-fach geringer.

Für eine weitere, ausführlichere Publikation wurden im Zeitraum 2006 – 2015 Bäume in Bamberg und Hallstadt beobachtet. Im Jahr 2015 wurden auch quantitative Daten erhoben. Es wurden 60 einseitig geschädigte exponierte Bäume mit Sicht zu einer Basisstation und 30 nicht exponierte gesunde Bäume ausgewählt. Messungen zeigten an der geschädigten Baumseite eine höhere Exposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern als an der anderen Seite oder an gesunden Bäumen. Lediglich 30 Bäume wurden zufällig ausgewählt. Davon waren 13 geschädigt und höher exponiert als gesunde Bäume. Von diesen 13 Bäumen zeigten 6 einseitige Kronenschäden, 5 hatten Schäden an verschiedenen Seiten. Das spricht für einen Zufallseffekt. Alle Messwerte für die hochfrequenten elektromagnetischen Felder lagen weit unterhalb der Grenzwerte.“

Die Frage, die sich stellt, ist, wenn Bruchteile der Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung-Exposition möglicherweise zu Baumschäden führen, die an nicht exponierten Stellen nicht auftreten, was richtet dann die uneingeschränkte Exposition mit 100 Prozent der Grenzwerte an?

 +++ Hier der ursprüngliche Artikel +++

Im Rahmen des internationalen Workshops des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) über den „Einfluss elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder auf die belebte Umwelt“ wurde unter anderem die schädigende Wirkung von Mobilfunkstrahlung auf Bäume diskutiert. Bereits 2013 schrieb Dr. Cornelia Waldmann-Selsam:

„Anlässlich ärztlicher Hausbesuche bei erkrankten Anwohnern von Mobilfunksendeanlagen fiel ab dem Jahr 2005 auf, dass häufig gleichzeitig mit den Krankheitssymptomen der Menschen auch Veränderungen an den Bäumen im Umkreis (Krone, Blätter, Stamm, Äste, Wachstum) aufgetreten waren. Laub- und Nadelbäume sowie Sträucher aller Arten waren betroffen. Bei Erkrankungen von Bäumen wird die Diagnose weder durch psychische Einflüsse noch durch Ortswechsel erschwert.“

„Weisen auf schädigende Einflüsse hin“

In den letzten 80 Jahren wurden verschiedene „Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder (Radar, Richtfunk, Rundfunk, Fernsehen) auf Pflanzen“ wissenschaftlich nachgewiesen, so Dr. Waldmann-Selsam. Seit 2005 konzentrierten sich Wissenschaftler außerdem auf die Wirkung der beim Mobilfunk verwendeten, modulierten hochfrequenten elektromagnetischen Felder.

In einer ersten wissenschaftlichen Untersuchung wurde nun der Zustand von Bäumen an 620 Mobilfunkstandorten dokumentiert. Im Funkschatten von Gebäuden oder anderen Bäumen blieben die Bäume gesund. Im Strahlungsfeld der Sendeanlagen hingegen wurde das Auftreten von Baumschäden beobachtet.

Einseitig beginnende Kronenschäden auf der Seite, die dem Sender zugewandt ist, stellen ein weiteres, starkes Indiz für einen kausalen Zusammenhang mit Hochfrequenzimmissionen dar“.

Abschließend hieß es 2013: „Über den Gesundheitszustand von Bäumen im Umkreis von Mobilfunksendeanlagen liegen erst wenige Veröffentlichungen vor. Diese weisen auf schädigende Einflüsse hin.“

Baumstudie bestätigt negativen Einfluss der Mobilfunkstrahlung

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Die Ergebnisse der 20-jährigen Studie „Radiofrequency radiation injures trees around mobile phone base stations“ zeigen, das Bäume im direkten Umfeld von Sendeanlagen mittel- bis langfristig Schaden nehmen.

Während der Vorstellung der Studie in München im Rahmen des BfS-Workshops ergab sich zudem, dass es die bislang einzige Studie zu diesem Thema ist. Diplom-Forstwirt Helmut Breunig und die Ärztin Cornelia Waldmann-Selsam wiesen nach, dass es trotz der Trockenheit 2019 „eine Vielzahl von Bäumen [gab], die gesund waren, volles Laub, gesundes Wachstum hatten“.

Auf der anderen Seite zeigen auch sehr robuste Bäume wie Buchen Schäden, wenn sie „zum Beispiel über ein Dach hinauswachsen und so von der Mobilfunkstrahlung erstmalig getroffen werden.“

Dieses Phänomen zeige sich nicht nur in der Stadt, sondern auch an Bäumen auf dem Land, an Nord- und Südhängen, sowie an Wasserläufen, so die Autoren der Studie. Alle betroffenen Bäume haben eines gemeinsam: Die Schädigungen beginnen fast immer einseitig zum Sendemast hin.

„Schwerwiegender Verdacht der Schädigung durch Mobilfunkstrahlung“

Allein im Stadtzentrum von Darmstadt gibt es laut Bundesnetzagentur 48 Mobilfunksendeanlagen mit insgesamt 638 Sektorantennen. Ihre Reichweite und damit die schädigende Wirkung variiert je nach Bauhöhe und Neigungswinkel. Im Rahmen einer Stadtbegehung mit verschiedenen Interessenten wurden verschiedene Schädigungsgrade beobachtet.

Dr. Waldmann-Selsam hofft nun, dass durch eine Visualisierung der vorhandenen Standorte und den daraus resultierenden Auswirkungen – auch auf Tiere und Menschen – das Ausmaß der Senderdichte anschaulicher und nachvollziehbar wird.

In zwei Briefen an den Oberbürgermeister von Darmstadt Jochen Partsch und Umweltdezernentin Barbara Akdeniz appellierte Frau Dr. Waldmann-Selsam für „die wissenschaftliche Überprüfung des schwerwiegenden Verdachtes“ der Schädigung der Bäume durch Mobilfunkstrahlung.

Ihr Fazit: „Die vorliegenden Beobachtungen […] verbieten es, neue Sendeanlagen, einschließlich 5G, zu installieren und in Betrieb zu nehmen.“

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