Elektroauto, Gasmotoren und Wasserstoffantrieb

Epoch Times29. September 2010 Aktualisiert: 29. September 2010 12:15
Während deutsche Hersteller und ihr Verband der Automobilindustrie (VDA) beim Elektro-Auto noch keine Eile haben, setzt Frankreich stark auf das Elektroauto. Auch deshalb, weil der staatliche Stromkonzern Electricité de France (EDF) weiteren Absatz für seine überdimensionierten Atomkraftwerke sucht.

Modekette H&M steigert Gewinn um 23 Prozent. Porsche fährt Umsatzrekord ein. Schlagzeilen, die die Wirtschaftskrise fast vergessen machen. Vor allem die Autobranche scheint sich erholt zu haben. Der Pkw-Weltabsatz wird dem Center Automotive Research in Duisburg zufolge 2010 von 52,9 Millionen auf 57,3 Millionen Stück steigen und 2011 einen neuen Rekord mit 60,1 Millionen Fahrzeugen erreichen.

Zur größten Autoshow der Welt am kommenden Wochenende in Paris werden denn auch 1,4 Millionen Besucher in der französischen Hauptstadt erwartet. Zur IAA 2009 in Frankfurt, mit der sich der Pariser Autosalon abwechselt, kamen im vergangenen Jahr nur 850.000 Menschen, nach Detroit in diesem Jahr 715.000, nach Genf knapp 692.000 und zur Tokio Motor Show 614.000 Besucher.

Traditionelle Antriebsarten auf dem Rückzug

Technisch gesehen ist das Elektroauto auf dem Vormarsch. Auch andere Antriebsarten wie Gasmotoren und Wasserstoff-Antriebe spielen eine immer stärkere Rolle. Sie könnten die traditionellen Benzin- und Dieselmotoren nach und nach zurückdrängen. Die deutschen Hersteller und ihr Verband der Automobilindustrie (VDA) haben beim Elektroauto keine Eile, weil sie befürchten, dass das über ein Jahrhundert angesammelte Ingenieurswissen und die noch längst nicht abgeschriebenen Motorenfabriken in Deutschland dann wertlos würden. Das könnte auch die Zuliefererindustrie wie Bosch (Zündkerzen), Mahle (Kolben) und Behr (Kühler) treffen.

Dass das Elektroauto beim deutschen Verbraucher auf hohe Akzeptanz stößt, ergab eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Nürnberger Marktforschers GfK. Nach ihr denken mehr als 800.000 Deutsche über die Anschaffung eines Elektroautos in den nächsten zwei Jahren nach. Demnach gab jeder Zehnte der befragten 6.199 über 18-Jährigen mit Internetanschluss an, beim nächsten Autokauf ein Elektrofahrzeug in Erwägung zu ziehen. Daraus ergebe sich ein maximales Absatzpotenzial von 823.000 Stück in den nächsten beiden Jahren.

Frankreich setzt stark auf das Elektroauto, unter anderem, weil der staatliche Stromkonzern Electricité de France (EDF) weiteren Absatz für seine überdimensionierten Atomkraftwerke sucht. Prompt veranstaltet die in Paris ansässige Internationale Energie-Agentur auch eine Podiumsdiskussion auf dem Pariser Autosalon, bei der EDF-Chef Henri Proglio und Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn auftreten. Auf dem Gelände ist eine ganze Halle den Alternativ-Antrieben und den Elektro-Autos gewidmet. EDF ermöglicht Versuchsfahrten mit Elektro-Autos auf einer Piste im Freigelände. Renault hat den Elektro-Sportwagen Dezir, die Elektroversion des Mittelklasse-Modells Fluence und den Elektro-Stadtwagen Twizy im Programm, der stark dem Smart ähnelt.

Elektromobilität und Hybridantrieb bei der IAA Nutzfahrzeuge

Transporter und Busse mit Hybrid- oder Elektroantrieb prägen auch das Bild der 63. IAA Nutzfahrzeuge, die derzeit in Hannover stattfindet. Hinzu kommen erste Hybrid-Lkw.

So erwartet die IAA-Besucher beispielsweise der Mercedes-Benz-Transporter Vito E-Cell mit Elektroantrieb und einer Reichweite von 130 Kilometern. Ford zeigt den Transit Connect Electric mit Lithium-Ionen-Batterie, der im kommenden Jahr in Deutschland auf den Markt kommt. Opel stellt den Transporter Vivaro E-Concept vor, dessen Range Extender eine Reichweite von 300 Kilometern ermöglicht. Citroen ist mit dem Berlingo First Electric auf der IAA vertreten, Renault mit dem Kangoo Rapid Zero Emission. Der Peugeot-Kleintransporter Partner Origin Electric Venturi ist von der französischen Post fest gebucht.

Ähnlich verläuft die Entwicklung in Deutschland: Paketdienstleister DHL nimmt die ersten Iveco Electric Daily in den Alltagsbetrieb auf. Volkswagen steht mit einer Elektroversion des VW Caddy sowie einer Plug-in-Hybridversion des Transporters T5 in den Startlöchern.

Einen erheblichen Anteil am technischen Fortschritt bei alternativen Antrieben haben neben den Herstellern die vielen Zulieferer. So stellt das Unternehmen German E-Cars auf der IAA seine Kleintransporter-Studie „Plantos“ vor; weitere Beispiele im Bereich elektrische Transporter sind Edag und Multicar. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), in einer Pressemitteilung zur IAA: „Mit ihren Innovationen beim Elektro- und Hybridantrieb bringt die Nutzfahrzeugindustrie das Thema Umweltschutz im Straßengüterverkehr und bei Bussen entscheidend voran. Dabei geht es nicht nur um CO2-Reduzierung, sondern auch um die Minimierung der Geräuschemissionen – das nützt den Bürgern, gerade in Ballungsräumen.“ (jel/dapd)


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