Warum fragt keiner nach den 96 Prozent CO₂ aus natürlichen Quellen?

Die Klimapolitik befindet sich im Kampf gegen Kohlenstoffdioxid. Tatsächlich stammt der Großteil aus natürlichen Quellen. Dr. Holger Thuß führt in seinem jüngsten Vortrag auf der EIKE-Konferenz einige davon auf. Eine Analyse.
Warum fragt keiner nach den 96 Prozent CO₂ aus natürlichen Quellen?
Naturschutzgebiet Soos in Westböhmen, Tschechien, mit gasförmigen Kohlendioxidquellen.Foto: iStock
Von 7. Dezember 2022

Dr. Holger Thuß, Präsident des Europäischen Instituts für Klima und Energie, hielt die Einleitungsrede zur 15. EIKE-Konferenz, die Ende November in Braunsbedra bei Halle stattfand. Mit seinem Vortrag hinterfragte er, ob das CO₂-Molekül wirklich ein Klimagift ist und ob ein wärmeres Klima wirklich als etwas Negatives zu betrachten ist.

Laut allgemeinem Medien-Narrativ soll der von Menschen erzeugte CO₂-Ausstoß maßgeblich für die Erderwärmung sein, die katastrophale Auswirkungen mit sich führe. Dabei gilt Kohlenstoffdioxid als Haupttreiber des sogenannten menschengemachten Klimawandels.

Dr. Thuß: Warmzeit ist nicht katastrophal

Dass eine Warmzeit alles andere als katastrophal ist, verdeutlichte der promovierte Historiker mit Erwähnung der Forschungsarbeiten von Prof. Büntgen. Dabei geht es um die mittelalterliche Warmzeit oder das Klimaoptimum vor rund 1.000 Jahren (im Diagramm unten grün hinterlegt). Büntgens Forschungsergebnisse verknüpfen Archäologie, Klimatologie und Physik miteinander und zeigten, dass die Wikinger bereits 471 Jahre vor Columbus den Nordatlantik überquert hatten. Im Norden Neufundlands errichteten sie ihre ersten Siedlungen.

Dabei spielt die Bedeutung außerordentlich milder Sommer eine zentrale Rolle für die Geschichtsschreibung. So geben Büntgens Erkenntnisse Anlass, bestehende Paradigmen gründlich zu hinterfragen.

Sogar das IPCC (das Zwischenstaatliche Gremium für Klimaveränderungen) hatte diese mittelalterliche Warmzeit in einen ihrer Berichte aufgenommen. Somit könne fest davon ausgegangen werden, dass es dieses Temperatur-Optimum tatsächlich gegeben habe. Dieses milde Klima hatte dazu geführt, „dass sich die Wikinger-Besiedlung so gut ausbreiten konnte“, stellte Dr. Thuß fest.

Laut Dr. Thuß habe Prof. Büntgen nach Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse „massive Schwierigkeiten bekommen“ – trotz umfänglicher Recherche und Literatur sowie reputabler Biografie seiner Person. Zuvor hätte Prof. Büntgen mehrfach geäußert, dass er ebenfalls die These des menschengemachten Klimawandels vertritt. Weil seine Arbeit allerdings für viele ein Dorn im Auge war und nicht ins bestehende Klima-Narrativ passte, stieß er auf Widerstand.

Seinen Ansatz bezeichne Prof. Büntgen als forensisch. Er spreche sich für eine Verknüpfung von Denkschulen und verschiedenen, miteinander interagierenden Forschungsbereichen aus. „Die richtigen Fragen stellen und die Daten sprechen lassen“, lautete sein Appell an die Wissenschaftskreise.

Natürliche CO₂-Quellen

Dr. Thuß sprach im weiteren Verlauf ein Thema an, das ebenso wenig ins Klima-Narrativ passt: natürliche CO₂-Quellen. Diese machen rund 96 Prozent der gesamten weltweiten CO₂-Menge aus. Lediglich vier Prozent produziert tatsächlich der Mensch durch seine biologischen und industriellen Tätigkeiten. Dabei berief sich Dr. Thuß auf die Forschungen von Prof. Hardy Pfanz.

Prof. Pfanz beschäftigte sich eingehend mit Mofetten, natürliche CO₂-Quellen in Sumpfgebieten. In seinem Buch bezeichnet er sie auch als „Kalten Atem schlafender Vulkane“. Bei Mofetten steigt CO₂ aus einer in der Erde liegenden Magmablase auf – wie etwa im geologischen Park in Tschechien. Mofetten gibt es allerdings an vielen Orten auf der ganzen Welt. Häufig tritt an diesen Stellen CO₂ aus Mineralquellen aus, teilweise auch ohne Wasser, sodass das Gas direkt nach oben aus der Erde ausströmt.

Das Kohlendioxid stammt aus mehreren Kilometern Tiefe und fließt durch Spalten, die längs der Bruchlinien zum Erdboden hinab verlaufen. In der Nähe der Oberfläche dehnt sich der Gasstrom dann aus, sodass er an der Oberfläche ausströmt. Mofetten und Mineralquellen sind an die tektonischen Linien, also den Bruchzonen gebunden.

Der EIKE-Präsident erkannte aufgrund von Messungen, dass in den Regionen, in denen es Mineralquellen gibt, es häufiger zu seismischen Aktivitäten, also Erdbeben, kommt. Somit bestünden hier ein direkter Zusammenhang und ein völlig anderes Verständnis über die Prozesse unseres Planeten.

Gutes und schlechtes CO₂

Für Dr. Thuß scheint es in wissenschaftlichen Kreisen gutes und schlechtes CO₂ zu geben, weil die Klimapolitik nicht gerne auf die natürlichen Kohlenstoffdioxid-Quellen schaut. Außerdem könne niemand wirklich erklären, warum das vulkanische CO₂ nichts zur Erderwärmung beitrage, das Industrie-CO₂ aber schon. Dabei seien beides C-13-Isotope.

Doch die Erde spuckt nicht nur Kohlenstoffdioxid aus. Mancherorts gibt es auch oberirdische Erdölquellen wie beispielsweise im slowakischen Ort Korna. Eine weitere, sehr große Öl-Austrittsstelle gab es im Jahr 1900 im Gebiet Galizien, an der Grenze von Polen und der Ukraine. „Dort ist so viel Erdöl aus der Erde rausgekommen, dass es riesige Umweltkatastrophen gegeben hatte“, sagte Dr. Thuß.

Dr. Thuß führte zudem auf, dass Methan und sein Zerfallsprodukt CO₂ nicht aus der Kompostierung fossiler biologischer Überreste, sondern aus dem Erdmantel stammen.

14 Meter große Kristalle in Mexiko

Eine weitere „sensationelle Entdeckung“, wie Dr. Thuß sie nannte, seien die Kristallhöhlen von Naica in Mexiko. Dort fanden Forscher in etwa 100 bis 300 Meter Tiefe bis zu 14 Meter große Kristalle.

Diese Kristalle können nur entstehen, wenn ein ganz bestimmtes Druckfenster und die richtige Temperatur herrschen. Die Temperatur muss zwischen 55 und 58 Grad Celsius liegen. Bei 59 Grad Celsius sei die Kristallbildung schon nicht mehr möglich. Zudem müsse das Ganze über einen längeren Zeitraum bestehen. Erst „lange Zeiträume sind die Voraussetzung dafür, dass sich diese Kristalle bilden können“, erklärte der Historiker.

Dr. Thuß erwähnte in diesem Zusammenhang ein weiteres umstrittenes Thema: Fracking, was die Politik in der Regel ablehnt, um keine zusätzlichen „Klimagase“ freizusetzen. „Es wird immer von dieser Kurzlebigkeit ausgegangen, die einfach in der Geologie überhaupt nicht gegeben ist.“ Man müsse die Langfristigkeit natürlicher Prozesse erkennen.

Schwarze und weiße Raucher

Eine weitere, nicht zu vernachlässigende Kohlenstoffdioxid-Quelle sind die sogenannten schwarzen oder weißen Raucher. Die Alvin-Tiefsee-Mission hatte diese im Jahr 1977 am Ozeanboden entdeckt. Dabei handelt es sich um aufsteigenden Fluide in Rauchsäulen. Gelöste Mineralstoffe erzeugen dabei die entsprechende Farbe der Rauchsäulen. Dieses Naturphänomen befindet sich in 5.000 Meter Tiefe und steht im Zusammenhang mit dem mittelatlantischen Rücken. In diesen tektonischen Bruchlinien sollen voraussichtlich gleich mehrere verschiedene Kohlenstoffverbindungen ausgestoßen werden.

Das heißt, dass wir hier eine weitere natürliche Kohlendioxidquelle sehen, die in der Gleichung der Alarmisten zu fehlen scheint“, stellte Dr. Thuß fest.

Und diese Quellen gibt es nicht nur 5.000 Meter unter dem Meer, sondern im Fall der Mofetten, auch in Deutschland und seinen Nachbarländern.

Mit diesen Erkenntnissen als Grundlage fragte sich Dr. Thuß, warum sich keine Weltbehörde mit diesen CO₂-Quellen befasst, wenn ihrer Ansicht nach diese Molekülverbindung das Klima so stark unter Druck setzt. Weiter fragte er sich, warum die Mächtigen dieser Welt auch brennenden Kohleflözen – eine weitere wichtige CO₂-Quelle – keine Beachtung schenken.

Hier könnte viel erreicht werden, ohne die westlichen Industriestaaten zu zerstören“, sagte Dr. Thuß.

Kampf gegen Elemente des Periodensystems

Abschließend kam er zu der Schlussfolgerung, dass es bei der Klima-Debatte um grundlegende Naturelemente geht, die wichtige Funktionen haben – etwa die Fotosynthese.

Die gesamte Bundesregierung, die Klimakleber und alle anderen Anhänger dieser Politik kämpfen in Wirklichkeit gegen die Elemente in unserem Periodensystem“, erklärte Dr. Thuß.

Oberstes Staatsziel in Deutschland sei demnach „der Kampf gegen Elemente, die seit der Entstehung unseres Planeten aus einer galaktischen Staubwolke hier vorhanden sind.“ Die heutige Schuljugend würde – vor allem freitags – dazu ermutigt, sich an diesem Kampf gegen die Elemente zu beteiligen. Dabei erwähnte er auch die Niederlande, deren Regierung aktuell das Element Stickstoff bekämpfe.

Dr. Thuß stellte zudem infrage, dass ein Kampf gegen Elemente aussichtsreich ist. Es sei einem Kampf gegen unseren Planeten gleichzusetzen. Denn unser Planet sei nicht nur Wasserplanet, sondern eben auch ein Kohlenwasserstoff-Planet. Außerdem seien die Klima-Maßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt „völlig sinnlos“, da wir noch viel zu wenig über die Funktionsweisen darüber kennen, was wir als Klima bezeichnen. Denn 92 Prozent der Meere, die einen entscheidenden Einfluss ausüben, seien bisher unerforscht. Darüber hinaus ignorierten viele Forscher den Einfluss der Sonne sowie astronomische Zyklen.



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