Bremsklotz Deutschland: IWF sieht Weltwirtschaft unter Druck – Öko-Wahn mitverantwortlich

Von 10. April 2019 Aktualisiert: 10. April 2019 17:14
Ob der Mensch im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen tatsächlich das Weltklima beeinflussen kann, ist ungewiss. Dass hingegen ein politisch herbeigeführtes Schwächeln der deutschen Automobilindustrie – Stichwort: Diesel – die Weltwirtschaft negativ beeinflusst, bestätigt nun der IWF. 

Im Jahr 2019 wird das weltweite Wirtschaftswachstum nur noch 3,3 Prozent betragen, dies ist nach 3,6 Prozent im Vorjahr ein nicht unerheblicher Rückgang. Die Chefvolkswirtin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Gita Gopinath, die diese Prognose jüngst in Washington verkündete, spricht vom langsamsten Wachstum seit 2009 – und damit immerhin jenes Jahres, in dem die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise am deutlichsten zum Tragen kamen.

Ein Faktor, der zu dieser spürbaren Verlangsamung beitrage, sei das schwache Wirtschaftswachstum in Deutschland, meint die Volkswirtin. Die hiesige Wirtschaft werde im laufenden Jahr nur um 0,8 Prozent wachsen, prognostiziert Gopinath und liegt damit auf einer Linie mit dem Institut für Weltwirtschaft in Kiel und weiteren Forschungsinstituten im Inland, die bereits gegen Ende des Vorjahres eine deutliche Eintrübung des Wachstums in Aussicht gestellt hatten.

Wer den Diesel schädigt, schädigt eine Schlüsselindustrie

Auch Gopinath deutet an, was hinter vorgehaltener Hand bereits vielerorts die Runde macht: Deutschland ist drauf und dran, durch den Niedergang seiner Automobilindustrie Wohlstand und Zukunftsfähigkeit zu verspielen. Gopinath verwies auf Probleme mit dem neuen Verbrauchs- und Abgasmessstandard WLTP.

Zwischen den Zeilen wird deutlich, was damit gemeint ist: Eine ideologische Belastungspolitik unter dem Banner der Ökologie, die vor allem die Branchen in Deutschland trifft, die Wohlstandslöhne bezahlen, schädigt nicht nur die deutsche Volkswirtschaft, sondern auch das Wachstum auf internationaler Ebene.

Die „Welt“ analysiert die Situation genauer: Die bereits erlassenen Fahrverbote in mehreren Städten, drohende weitere Fahrverbote auf Grund der geltenden EU-Grenzwerte und Forderungen aus der Politik nach einem Ende des Verbrennungsmotors bis 2030 lassen die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen in den Keller sinken.

In weiterer Folge werden jedoch auch weniger Dieselfahrzeuge produziert – mit der Folge, dass die Autoindustrie und die Zulieferer, die etwa zwei Millionen Arbeitsplätze sichern, Kapazitäten abbauen müssen. Anders formuliert: Sie entlassen Mitarbeiter, deren Kaufkraft in weiterer Folge sinkt. Wer den Diesel schwächt und die deutsche Automobilindustrie unter Druck setzt, schwächt also eine Schlüsselbranche.

Harter Brexit als weiteres Risiko

Neben der deutschen Automobilindustrie spielen noch zahlreiche weitere Faktoren eine Rolle hinsichtlich der Eintrübung des weltweiten Wirtschaftswachstums. Neben der Entwicklung in bedeutenden Schwellenländern wie der Türkei oder Argentinien wird auch der weitere Verlauf des Handelsstreits zwischen den USA und der Volksrepublik China sowie zwischen den USA und der EU einen bedeutenden Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung haben. Neben den Beteiligten selbst seien auch rohstoffreiche Entwicklungsländer wie Nigeria von den Auswirkungen dieses Konflikts betroffen.

Auch ein harter Brexit mit unterbrochenen Lieferverbindungen und erheblichen Zollbelastungen bleibt ein potenzieller Belastungsfaktor für die Weltwirtschaft im laufenden Jahr. Hingegen bezeichnete Gopinath wie zuvor bereits IWF-Chefin Christine Lagarde die vergleichsweise geringe Inflation als Entlastung. Sie ermögliche den Zentralbanken Spielraum für zumindest vorsichtige Lockerungsschritte.

„Vorhersagen sind schwierig“

Mit der Senkung seiner Wachstumsprognose hat der IWF seine ursprüngliche Prognose vom Januar noch einmal gesenkt. Für die USA geht die Institution nur noch von einem Plus in Höhe von 2,3 Prozent in diesem und 1,9 im kommenden Jahr aus, in der Volksrepublik China sinke das zu erwartende Wachstum von 6,6 Prozent im Vorjahr auf 6,3 im laufenden Jahr. Für 2020 rechnet der IWF mit einem weiteren Rückgang auf 6,1 Prozent. Grund seien hier eine notwendige geldpolitische Straffung und eine stärkere Regulierung.

Insgesamt habe sich das Wachstum in 70 Prozent aller Länder verlangsamt. In der Eurozone sei es verhältnismäßig intakt – allerdings waren dort die Ausgangswerte auch deutlich geringer. Durch einen ungeordneten Brexit könnte Großbritannien bis 2021 nach einem Szenario des IWF 3,5 seiner Wirtschaftsleistung verlieren, der Verlust für die EU läge bei 0,5 Prozent.

„Die Situation ist in Bewegung, Vorhersagen sind sehr schwierig“, räumt Gopinath jedoch ein. Für die kommenden Jahre ist die IWF-Chefvolkswirtin zumindest mit Blick auf die Weltwirtschaft guter Dinge. Im nächsten Jahr solle das Wachstum wenigstens wieder das Tempo von 2018 aufnehmen, sagte Gopinath. Wenngleich dies nicht unbedingt sicher sei.

(Mit Material von dpa und dts)

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