DSGVO – Die Datenschutzgrundverordnung der EU sorgt für viel Unsicherheit in der Wirtschaft.Foto: iStock

EU-Datenschutzverordnung: Boomendes Geschäft für Berater – große Belastung für Unternehmen

Epoch Times18. August 2021 Aktualisiert: 18. August 2021 15:08

Die seit drei Jahren gültige europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) beschert Beratern ein boomendes Geschäft und verursacht für Unternehmen weiter millionenschwere Ausgaben. „Die Anzahl der Berater ist in diesem Bereich regelrecht explodiert“, sagte der Vorstandsvorsitzende beim Berufsverband der Datenschutzbeauftragen in Deutschland (BvD), Thomas Spaeing, dem „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe). Konkrete Zahlen nannte er nicht.

Auch der IT-Verband Bitkom registriert einen hohen Beratungsaufwand infolge der DSGVO. „Dabei handelt es sich nicht um einen einmaligen Aufwand für die Umstellung, sondern der Aufwand bleibt hoch – und zwar mit steigender Tendenz“, sagte Rebekka Weiß, Leiterin der Abteilung Vertrauen und Sicherheit beim Branchenverband, dem „Handelsblatt“. Nach Hochrechnungen des Deutschen Anwaltvereins (DAV) gaben die Unternehmen in Deutschland in Vorbereitung auf die DSGVO allein für die Erstellung einer erforderlichen Datenschutzerklärung rund 375 Millionen Euro für Anwaltshonorare aus.

Nach Inkrafttreten der Verordnung sei noch einmal ein ähnlicher Betrag hinzugekommen, teilte der DAV der Zeitung mit. Jährlich dürften laut dem DAV Anwaltshonorare für Datenschutzerklärungen in Höhe von 125 Millionen Euro eine „realistische Größe“ sein. Der hohe Beratungsaufwand entsteht laut Weiß dadurch, dass die Datenschutzregeln selbst auslegungsbedürftig seien und regelmäßig durch neue Richtlinien ergänzt würden. „Zugleich stellen wir fest, dass selbst in Deutschland die Aufsichtsbehörden die Regelungen teilweise unterschiedlich interpretieren“, sagte die Bitkom-Expertin. Zudem könnten viele Unternehmen die Rechtsprechung in Europa zur DSGVO nur mithilfe von Beratung überblicken.

Spaeing warnt vor den Risiken einer Falschberatung. Mit Ausbildungen, die teilweise nicht mal 40 Stunden umfasst hätten, seien unerfahrene Berater in den Markt gegangen. „Wir sehen immer wieder Fälle, in denen in wichtigen Bereichen unzureichend oder einseitig qualifizierte Berater durchaus auch teure und schwere Fehlberatungen erbringen“, so Spaeing. (dts)



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