Großbritannien: Gaspreise im Rekordflug

Von 29. März 2006 Aktualisiert: 29. März 2006 14:08

In Großbritannien kam es zu einer bisher nie gekannten Erhöhung des Gaspreises. Im März vervierfachten sich die Gaspreise im Großhandel von 50 pence pro therm (ein therm ist das Äquivalent von 100 Kubikfuß Erdgas, ~ etwa 0,3 Kubikmeter) auf 250 pence. Ursache hierfür waren Ängste, die Versorgung mit Erdgas könnte gefährdet sein. Die staatliche Energiebehörde bat die Betriebe des Landes dringend, den Verbrauch zu drosseln. Im schlimmsten Falle könnten den Betrieben die Gaslieferungen ausgesetzt werden.

Der Netzbetreiber „National Grid“, Herr über die Gaspipelines im Vereinigten Königreich, warnte vor einem ein „Gasungleichgewicht“ auf nationaler Ebene, das einträte wenn der Gasverbrauch an einem bestimmten Tag 380 Mill. m² überschreiten würde.

Ursachen des jüngsten Anstiegs werden in der vorübergehenden Schließung des wichtigsten Vorratslagers des Landes und in dem ungewöhnlich kalten Winter gesehen.

Die Ausrufung dieses „Gasalarms“ hatte in der Tat eine gewisse Wirkung, da einige der intensivsten Nutzer ihre Produktion herunterschraubten und das Gas in den Markt zu den gestiegenen Preisen zurückverkaufen, um so vom Preisanstieg zu profitieren, wodurch dieser wiederum gebremst wurde. Viele Firmen waren durch die Gasknappheit in diesem Winter gezwungen, ihre Produktion den gestiegenen Gaskosten anzupassen.

Bei manchen Firmen für Düngemittel wurde sogar die ganze Produktion eingestellt, da dieser Industriezweig besonders energieintensiv ist.

Wo immer es möglich ist, greifen industrielle Nutzer auf andere Energiequellen zurück, insbesondere Öl kommt zu neuen Ehren, da hier der Preisanstieg nicht so gravierend ist. Aber die Umrüstung von Erdgas auf Öl ist technisch oft nicht so schnell machbar, wie die Firmen es gerne hätten.

Hintergrund: Öl und Gas gehen zur Neige

Das Land, einst in die Riege der Ölbarone aufgestiegen, musste in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Rückgang der Förderung in der Nordsee hinnehmen. Als Folge davon muss der Förderrückgang durch Importe ausgeglichen werden, die vor allem von Festlandeuropa und Norwegen stammen.



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