Viele Briten würden «die wahren Kosten» eines Brexits schwer unterschätzen, sagte Finanzinvestor George Soros.Foto: Maurizio Gambarini/Archivbild/dpa

Milliardär George Soros warnt: Normalbürger würden durch „Brexit“ ärmer

Epoch Times21. Juni 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 21:06
Der US-Milliardär und Investor George Soros hat in einem langen Gastbeitrag des Guardian vor schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen eines Brexits gewarnt. Ein Austritt Großbritanniens aus der EU würde einen massiven Sturz des britischen Pfund auslösen, prophezeit er.

Ein „Schwarzer Freitag“ – ein Kurssturz an den Börsen – wäre die unmittelbare Folge, falls sich die Briten für den Austritt aus der EU entscheiden, schrieb Soros in der Londoner Zeitung „The Guardian“. „Zu viele glauben, dass ein Votum zum EU-Austritt keine Folgen auf ihre persönliche Finanzlage haben wird. Das ist Wunschdenken.“

Er rechnete vor, dass das Pfund mindestens 15 Prozent, wenn nicht gar 20 Prozent seines derzeitigen Werte einbüßen würde. Wenn es soweit fiele, wäre das Pfund „ironischerweise rund einen Euro wert“ und das würde sich wohl niemand in Großbritannien wünschen, so der Investor. Soros hatte selbst einst an einem Absturz des Pfunds im Jahr 1992 per Hedgefonds stark verdient. Dies schreibt er auch in dem Artikel.

Nun erklärt er, dass einige Leute bei einem Brexit sehr reich werden würden, aber der britische Normalbürger sicherlich ärmer werde. Er zitiert die Prognose der Bank of England, des Institute for Fiscal Studies und des IWF, die schätzen, dass britische Haushalte langfristig jährlich zwischen 3.000 bis 5.000 Pfund an Einkommen durch einen Brexit verlieren würden.

Viele Briten würden „die wahren Kosten“ eines Brexits schwer unterschätzen, betont Soros. Ein EU-Austritt hätte auch „sofortige und dramatische Auswirkungen auf Finanzmärkte, Investitionen, auf Preise und Jobs“.

Freiheit oder Diktatur?

Die Brexit-Befürworter spitzen die Debatte um das Referendum auf die Frage „Freiheit oder Diktatur“ zu. Der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson nannte die EU das "Regierungssystem der Dunkelmänner und Universalisten", das längst sein Verfallsdatum erreicht habe und sich immer weiter von den Wählern entfernt. Auch gab es ein Leak bezüglich Plänen zu einer EU-Armee unter deutscher Führung, in welche die Briten hineingezogen werden könnten, falls sie sich nicht für den Ausstieg entscheiden.

Trump für Brexit

Unterstützung bekommen die Brexit-Befürworter von einem weiteren Milliardär: Donald Trump sagte vor kurzem gegenüber der Sunday Times: „Ich persönlich würde für einen Austritt aus der EU stimmen. Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen. Einer davon ist, dass es viel weniger Bürokratie geben würde", so Trump. "Aber ich bin kein britischer Staatsbürger. Das ist nur meine Meinung."

Die Briten entscheiden am Donnerstag in einem Referendum, ob sie in der EU bleiben oder austreten wollen. Laut Umfragen ist der Ausgang offen, ein Kopf-an-Kopf-Rennen wahrscheinlich. (rf /dpa)

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