Bauer Willi: „Wir haben es satt… und Du?“

Epoch Times19. Dezember 2019 Aktualisiert: 22. Dezember 2019 15:42
"Ich würde auch ein Plakat bemalen, auf dem steht, was ich satt habe. Das ist eine ganze Menge – vor allem die Reden am Brandenburger Tor", sagt Agrarwissenschaftler Willi Kremer-Schillings, besser bekannt als Bauer Willi, in Anbetracht der bevorstehenden Groß-Demo am 18. Januar in Berlin.

Es ist chic, gegen etwas zu sein, heißt es auf der Website des Agrarwissenschaftlers Willi Kremer-Schillings, besser bekannt als Bauer Willi. Besonders chic sei es, wenn man auch öffentlich zeigt, gegen etwas zu sein

Die Fridays for Future-Bewegung steckt im Vergleich zur Demo „Wir haben es satt“ noch in den Kinderschuhen. Die Aktion „Wir haben es satt“ ist „schon etwas in die Tage gekommen“ und finde bereits zum 10. Mal – immer zur Grünen Woche – in Berlin statt, sagt Bauer Willi.

Er überlegt, ob er in diesem Jahr auch zu der Demonstration gehen soll und sagt:

Ich würde dann auch ein Plakat bemalen, auf dem steht, was ich satt habe. Das ist eine ganze Menge – vor allem die Reden am Brandenburger Tor. Das ständige Wiederholen der immer gleichen Phrasen gegen die 95 Prozent Landwirtschaft, die eben nicht Bio ist.“

Bauer Willi wünscht sich, dass auf der „Wir haben es satt“-Demo interessante Verbindungen bestehen.

Demo-Veranstaltung am 18. Januar in Berlin

Veranstalter der Berliner Demo ist „Meine Landwirtschaft“, ein gesellschaftlicher Zusammenschluss von 50 Organisationen. Seine Forderungen an die Bundesregierung lauten:

  • Die Agrarwende finanzieren – Bauernhöfe beim Umbau der Landwirtschaft nicht alleine lassen: Mit gezielten Subventionen und fairen Preisen sind artgerechte Tierhaltung und mehr Klima- und Umweltschutz machbar!
  • Klares Veto gegen das EU-Mercosur-Abkommen: Für gerechten Welthandel, globale Bauernrechte und konsequenten Regenwaldschutz!
  • Nein zu den Industrie-Mogelpackungen: Gentechnik, Patent-Saatgut und der routinemäßige Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger verschärfen die Klimakrise und den Hunger!

Seit Jahrzehnten stemme sich die Agrarlobby gegen jede Veränderung. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner lasse die Bauern bei den notwendigen Veränderungen allein. Sie wolle die Milliarden-Subventionen weiter an diejenigen geben, die viel Land besitzen – egal, wie sie wirtschaften.

„Mit staatlicher Unterstützung kaufen Investoren immer mehr Ackerland, während allein in den letzten 10 Jahren hierzulande 100.000 Betriebe aufgeben mussten. Schluss damit!“, lautet der Vorwurf der Veranstalter. Fördergelder sollten nur noch an Bauernhöfe gezahlt werden, „die die Tiere gut halten, Umwelt- und Klima schützen und gutes Essen für uns alle herstellen!“

Zum Auftakt der Grünen Woche, wenn sich die Agrarminister der Welt in Berlin treffen, „bringen wir unsere Forderungen in die Schlagzeilen“, heißt es vom Veranstalter. Während drinnen über Landwirtschaft, Fördergelder und Mercosur geredet wird, soll draußen mit einem Massenprotest „klare Kante“ gezeigt werden mit der Botschaft „Landwirtschaft und Gesellschaft müssen jetzt klimagerecht umgebaut werden!“

Bauern unterstützen – Jetzt

Und weil Treckerfahren „politisch“ ist, wird die Aktion auch vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft unterstützt. Von dort heißt es:

„Die Zeit ist reif

•    für eine ehrliche Wertschätzung bäuerlicher Arbeit
•    für gerechte Preise und ein ausreichendes Einkommen
•    für einen flächendeckenden Arten-, Klima- und Wasserschutz
•    für eine besonders artgerechte Tierhaltung
•    für eine Reform der Agrarpolitik, welche die Vielfalt der Bauernhöfe absichert
•    für Regeln im Marktgeschehen, die den Absturz von Erzeugerpreisen verhindern
•    für eine Offensive, die Existenzgründungen in der Landwirtschaft fördert
•    für Welthandel, der die Menschenrechte achtet und Dumping ausschließt
•    für faire Arbeitsbedingungen in der gesamten landwirtschaftlichen Lieferkette
•    für ein neues gemeinsames Miteinander von Stadt und Land

Dies zu schaffen ist eine Herkulesaufgabe. Wir sind bereit sie anzupacken.“

Für diese Forderungen und die persönlichen Botschaften steigen die Bauern auf die Trecker und fahren nach Berlin. Mit vereinten Kräften wollen sie am 18. Januar 2020 bei der Internationalen Agrarministerkonferenz und auf der Demonstration „Wir haben Agrarindustrie satt!“ durch Berlin ein starkes bäuerliches Zeichen setzen.

Verursacher von Umweltschäden mehr in die Verantwortung nehmen

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In diesem Jahr hat Saskia Richartz, Sprecherin des „Wir haben es satt-Bündnis“ eine Stellungnahme zu den Demonstrationen derjenigen Bauern abgegeben, die im Herbst mit den Traktoren in den Städten waren. Darin heißt es:

„Wir müssen jetzt gemeinsam definieren, wie Landwirtschaft in den nächsten Jahrzehnten aussehen soll. Das Artensterben und die Erdüberhitzung können wir nur bewältigen, wenn die Bäuerinnen und Bauern sich an der Entwicklung von Lösungsansätzen beteiligen.“

Und weiter: „Je länger das Landwirtschaftsministerium und die Spitzen des Deutschen Bauernverbands die notwendigen Agrarreformen auf EU-Ebene verhindern, desto mehr leiden darunter auch die bäuerlichen Betriebe und der ländliche Raum.“

Gleichzeitig ergänzte Richartz: Der vielfach geforderte, konstruktive Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft findet in unserem Bündnis bereits seit zehn Jahren statt. Wir dürfen uns aber nicht aufs Reden beschränken, sondern müssen endlich gemeinsam handeln! Intensive Tierhaltung, übermäßige Düngung von Böden und der routinemäßige Pestizideinsatz sorgen für vielfältige Probleme.“

Es darf nicht mehr darum gehen, immer mehr und billigere Lebensmittel für den Weltmarkt zu produzieren. Politik, Handel und Verbraucher müssen Enkeltauglichkeit mit fairen Preisen honorieren.“

Von diesen Worten dürften die Bauern, die seit Herbst durch Demo-Aktionen in den Städten auf ihre Situation aufmerksam machen, nicht begeistert sein, meint Bauer Willi. So sagte Richartz auch: „Und die Bundesregierung muss einen Plan vorlegen, wie sie die anstehenden Veränderungen und damit die Leistungen der Landwirtschaft für die Gesellschaft finanziert. Das geht nur, wenn sie auch die Verursacher von Umweltschäden mehr in die Verantwortung zieht. Untätigkeit führt nur zu massivem Frust bei allen!“

(sua)

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