„Reporter ohne Grenzen“ schlägt Güte-Siegel für vertrauenswürdige Medien vor

Epoch Times3. April 2018 Aktualisiert: 4. April 2018 19:28
"Reporter ohne Grenzen" schlägt vor, vertrauenswürdige Medien künftig mit einem Siegel zu kennzeichnen - in Deutschland könnte das über die DIN-Normen laufen. Laut dem Sprecher der Organisation hat Google bereits zugesagt, sich zu beteiligen.

Vertrauenswürdige Medien sollen nach dem Willen der Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) künftig mit einem Siegel gekennzeichnet werden. RSF-Chef Christophe Deloire erinnerte bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Paris daran, dass bisher etwa durch die Überprüfung von Inhalten gegen „Fake News“ vorgegangen worden sei. Solche Initiativen werden aber erst wirksam, wenn die falschen Nachrichten vor allem im Internet schon im Umlauf sind.

RSF und weitere Partner schlagen den Medien daher nun ein System mit gemeinsamen Normen vor – wer sich daran hält, soll das Siegel als vertrauenswürdiges Medium erhalten.

Erstes Treffen: 23. Mai 2018

Die Vergabe könnte in Deutschland über das Deutsche Institut für Normung (DIN) laufen. Die Regeln würden auf die Transparenz der jeweiligen Medien abheben, etwa bei der Finanzierung, bei der Anwendung journalistischer Prinzipien oder der Bereitschaft zur Richtigstellung von Fehlern.

Eine Arbeitsgruppe, die diese Normen ausarbeiten soll, will sich am 23. Mai zum ersten Mal treffen. Ziel ist es, die Arbeit bis Mitte 2019 abzuschließen.

Dies sei eine kollektive und europäische Arbeit, sagte Deloire, doch das Ziel sei eine Ausweitung über den Alten Kontinent hinaus etwa in die USA. Wenn die Siegel einmal vergeben sind, könnten sich dann Internet-Dienste wie Facebook oder Twitter darauf stützen, um solche Inhalte nach vorne zu rücken.

Laut Deloire hat der US-Internetkonzern Google bereits zugesagt, sich an dem Prozess zu beteiligen.

Die Siegel-Aktion soll unter dem Namen „Journalism trust initiative“ (auf Deutsch etwa: Initiative für Vertrauen in Journalismus, JTI) laufen. Sie wurde von RSF zusammen mit drei Partnern entwickelt: der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP), der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und dem globalen Netzwerk von Chefredakteuren (GEN). (afp)

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