BKA-Fahndungsfotos von Jan MarsalekFoto: Text: über dts Nachrichtenagentur

„SZ“: Flüchtiger Wirecard-Manager Marsalek womöglich österreichischer Agent

Epoch Times29. Oktober 2020 Aktualisiert: 29. Oktober 2020 19:06
Der flüchtige Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek soll laut Einschätzung deutscher Ermittler womöglich V-Mann des österreichischen Nachrichtendienstes gewesen sein.

Dem Generalbundesanwalt „liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass der österreichische Staatsangehörige Jan Marsalek von einem Mitarbeiter des österreichischen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) als Vertrauensperson geführt wurde“, heißt es in der Antwort des Bundesjustizministeriums auf eine schriftliche Frage des Bundestagsabgeordneten Fabio De Masi (Linke), über die die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitagausgabe) berichtet. Das Bundeskanzleramt wollte sich nicht dazu äußern.

Auch das österreichische Innenministerium, dem das BVT untersteht, wollte nicht Stellung nehmen, schreibt die SZ. Einen V-Mann ohne das Wissen der deutschen Behörden in einem DAX-Unternehmen zu platzieren, wäre ein Affront und könnte die deutsch-österreichischen Beziehungen belasten.

„Die Kanzlerin sollte schleunigst zum Telefon greifen und Sebastian Kurz fragen was die Österreicher hier so treiben“, sagte der Linkspartei-Abgeordnete De Masi. „Sollte sich der Verdacht erhärten, muss der österreichische Botschafter einbestellt werden.“ Jan Marsalek ist seit Juni untergetaucht. Nach ihm wird seit Monaten weltweit und öffentlich mit Fahndungsfotos gesucht.

Marsaleks Aufenthaltsort ist unbekannt

Marsalek ist seit Juni untergetaucht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schwere Untreue und gewerbsmäßigen Bandenbetrug vor. Marsalek soll spätestens seit 2015 zusammen mit dem damaligen Wirecard-Firmenchef Markus Braun die Bilanzen des Konzerns durch Scheinbuchungen künstlich aufgebläht haben, um das Unternehmen so attraktiver für Investoren und Kunden zu machen.

Laut Bundeskriminalamt konstruierten die beiden nicht real existierende Vermögenswerte in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Bei einer Abschlussprüfung für das Jahr 2019 flog die Bilanzfälschung auf. (dts/afp)

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