Tequila im Tank: Biokraftstoffe aus Agaven sind effizienter als aus Mais oder Zucker

Von 1. April 2020 Aktualisiert: 1. April 2020 18:16
Ethanol aus Agaven könnte in Zukunft als Treibstoff dienen. Australische Forscher bauen die "Tequila"-Pflanze in Queensland an und fanden einige bedeutende Vorteile gegenüber anderen Quellen von Bioethanol wie Zuckerrohr und Mais.

Forscher der Universitäten Sydney, Exeter und Adelaide sehen großes Potential in der Agave. Statt Tequila möchten Sie jedoch Biokraftstoffe herstellen und Australiens Treibstoffknappheit entgegenwirken. Der effiziente, wasserarme Prozess könnte zudem auch zur Herstellung von Ethanol für Gesundheitsprodukte beitragen.

Im „Journal of Cleaner Production“ analysieren der Agrarwissenschaftler Professor Daniel Tan von der Universität Sydney und Kollegen die Herstellung von Bioethanol. Die eng mit der mexikanischen Spirituose verbundene Pflanze wächst im hohen Norden von Queensland daher als Biokraftstoffquelle.

Bioethanol ohne Nahrungsmittelkonkurrenz

Die „Agave ist eine umweltfreundliche Pflanze, die wir für die Herstellung von Produkten auf Ethanolbasis anbauen können“, erklärte Professor Tan. „Sie kann in halbtrockenen Gebieten ohne Bewässerung wachsen und konkurriert weder mit Nahrungsmittelpflanzen noch stellt sie Anforderungen an die begrenzte Wasser- und Düngemittelversorgung“. Aufgrund ihrer Toleranz gegen über Hitze und Trockenheit können Agaven auch im heißen Sommer Australiens überleben.

Dr. Xiaoyu Yan von der Universität Exeter ergänzt, dass Bioethanol aus Agaven kaum Flächen- und Wasserressourcen verbraucht. Genauere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Tequila-Kraftstoff in Bezug auf Wasserverbrauch und -qualität, Treibhausgasemissionen und Ethanolproduktion gegenüber Bioethanol aus Mais und Zuckerrohr überlegen ist.

Tequila um Faktor drei effizienter als Rum

Zuckerrohr (auch Grundstoff für Rum und Cachaça) liefert mit 9.900 Liter Ethanol pro Hektar und Jahr den größten Ertrag. Für dieselbe Menge Ethanol verbrauchen Agaven jedoch 69 Prozent weniger Wasser. Auch bezüglich anderer Faktoren, wie die Eutrophierung des Süßwassers und die marine Ökotoxizität, schneiden Agaven besser ab.

Für ihre Doktorarbeit an der Universität von Adelaide untersuchte Kendall Corbin Agaven die Ethanolherstellung auf einer Pilotfarm in Kalamia Estate, Queensland.

Ihre Analyse zeigt, dass mit fünfjährigen Agavenpflanzen ein Bioethanol-Ertrag von 7414 Litern pro Hektar und Jahr erzielt werden kann. Das entspricht einer Verdreifachung der Ethanolmenge bezüglich des eingesetzten Wassers.

Der wirtschaftliche Teil der Analyse legt jedoch nahe, „dass eine erste Generation der Bioethanolproduktion aus Agaven angesichts des jüngsten Zusammenbruchs des Weltölpreises ohne staatliche Unterstützung derzeit nicht kommerziell rentabel ist“, so Professor Tan. Eine mögliche Ausweitung des Geschäftsgebietes auf Gesundheitsprodukte auf Ethanolbasis könnte angesichts der aktuellen Situation jedoch lohnen.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN