"Dieses Leben wird sich seiner selbst bewusst und stellt Fragen: Wie konnte Alles aus dem Nichts entstehen und was war davor? Was ist Materie und was hält die Welt im Innersten zusammen?"Foto: Cover Verlag KOMPLETT-MEDIA

Urknall, Weltall und das Leben – Entstehung aus dem Nichts?

Von 20. November 2014 Aktualisiert: 20. November 2014 15:31

Moderne Astrophysik im Gespräch: Den Urknall, das Universum und das Leben verstehen? In „Urknall, Weltall und das Leben“ erklären die vom Staunen ergriffenen Astrophysiker Harald Lesch und Josef M. Gaßner die Geheimnisse des Kosmos in einem faszinierenden und gut verständlichen Dialog. Die überarbeitete und erweiterte Neuauflage ihres Buches ist ein Standardwerk wesentlicher naturwissenschaftlicher Erkenntnisse.

Ein Universum entsteht aus dem Nichts und lädt ein zum Staunen. Der ewige Kreislauf aus Strukturbildung und kosmischen Katastrophen lässt faszinierende Objekte werden und vergehen. Sternengeburt und Sternentod reihen sich aneinander, bis hin zu einer wundersamen Metamorphose –  der Selbstorganisation von toter Materie zu lebenden Organismen.  

Dieses Leben wird sich seiner selbst bewusst und stellt Fragen: Wie konnte Alles aus dem Nichts entstehen und was war davor? Was ist Materie und was hält die Welt im Innersten zusammen? Was sind Sterne, Quasare, Pulsare, Jets, GRB, UHECR, Magnetare, Schwarze Löcher, Super- und Hypernovae, Galaxien und der Rest? Wie ist das Leben entstanden und sind wir allein? Wohin führt unsere kosmische Reise / welche Bedrohungen erwarten uns? Was ist Dunkle Materie, Dunkle Energie, Supersymmetrie, Eichsymmetrie und spontane Symmetriebrechung? Was bringt uns das Higgsboson und wie geht´s jetzt weiter am LHC? Die Weltformel: Stringtheorie oder Schleifenquantengravitation? Woher wissen wir das alles und wo ist die Grenze unserer Erkenntnis?

Das anthropische Prinzip – ist noch Platz für Gott in unserem Weltbild? Die allgemein verständliche Sprache – die jedoch nie weiter vereinfacht als es wissenschaftlich korrekt wäre – und mehr als hundert Farbabbildungen bereiten den Weg und eröffnen einen veränderten Blickwinkel auf unsere Welt.

„Fast immer scheitert der Versuch, Wissenschaft der interessierten Öffentlichkeit nahe zu bringen, am hohen Abstraktionsgrad und der fehlenden Anschaulichkeit der wissenschaftlichen Inhalte. Gerade die interessanten Fragen nach dem Allergrößten und dem Allerkleinsten. Also dem Universum als Ganzes und der Struktur der Materie, führen oft in regelrechte Abgründe der Unvorstellbarkeit. Bevor wir ins Unvorstellbare stürzen, klammern wir uns noch an den schwarzen, gestirnten Himmel über uns. Hier bietet der Kosmos zumindest noch die Lichter der strahlenden Sternengasbälle, die sich nicht völlig unserer Vorstellungskraft entziehen.

Aber werden wir mit Zahlen konfrontiert, wird vielen von uns schon schummrig. Ein Gasball, der viele hunderttausend mal schwerer ist als die Erde und einen Radius von 700.000 Kilometern hat, verschmilzt in seinem Innersten Atomkerne miteinander – das kann man sich einfach nicht mehr vorstellen. Selbst moderne Jumbojets bräuchten Monate für die Umrundung eines solchen Giganten. Und davon soll es hundert Milliarden geben in unserer Milchstraße, die wiederum eine Ausdehnung von hunderttausend Lichtjahren hat? Nein, da hört es mit der Anschaulichkeit aber wirklich auf!“, bekennt demütig der Physiker Harald Lesch.

Das Buch ist ein Beweis für die Notwendigkeit von klugen Dialogen, wo im Spiel von Frage und Antwort oft sehr intelligente Lösungen zustande kommen. Ist noch Platz für Gott in der modernen Wissenschaft fragen sich die zwei Naturwissenschaftler am Ende ihres großartigen Buchs.

Gaßner: „Das Higgisteilchen wird gern auch als Gottesteilchen bezeichnet. Weißt Du warum?

Lesch: „Der Nobelpreisträger Ledermann hat 1993 ein Buchmanuskript zum Thema ‚Higgs’ eingereicht. Um herauszustreichen, wie ‚verdammt’ schwierig sich die Suche nach dem Teilchen gestaltet, hatte er den Titel „The God Damn Particle“ (Das gottverdammte Teilchen) gewählt. Der Verleger strich kurzerhand das ‚Damn“ und hat das Higgisteilchen dabei heiliggesprochen.“

Gaßner: „Dadurch ist ein sehr unglücklicher Zusammenhang entstanden. Bereits ohne dieses Missverständnis scheint vielen Menschen die Theologie dort zuständig zu sein, wohin die Naturwissenschaft noch nicht vorgedrungen ist. Dabei sind die Theologen seit jeher in einem unsäglichen Rückzugsgefecht verstrickt. Tatsächlich bewegen sie sich aber gar nicht auf demselben Spielfeld wie die Naturwissenschaftler, beziehungsweise wenn doch, dann spielen die einen auf dem Rasen Fußball und die anderen pflücken Gänseblümchen. Daraus einen Verdrängungswettbewerb zu konstruieren, ist falsch.“

Lesch:  „Angesichts einer Naturwissenschaft, die bis auf die Plancklänge von 10-35 Metern vorgedrungen ist, lässt dieser Trugschluss Gott auf Bonsaigröße schrumpfen.“

Gaßner: „Das sollten wir unbedingt klar sagen: Naturwissenschaftler haben nicht die Kompetenz, über Glaubensfragen zu urteilen, auch wenn sich in jüngerer Zeit immer mehr dazu berufen fühlen.“

Lesch: „Dem schließe ich mich voll und ganz an. Ob ich Atheist bin oder nicht, das weiß nur Gott allein.“

Gaßner: „Naturwissenschaftler sind Innenarchitekten im Kosmos. Wir beobachten, vermessen und erforschen das Mobiliar. Über einen möglichen Erbauer des Gebäudes oder gar dessen Intentionen wissen wir nichts“.

Lesch: „In unseren Gleichungen taucht nirgendwo ein Gottesterm auf. Es gibt kein Integral von 0 bis 1 über den Sinn des Lebens oder eine Ableitung nach Gott. Deshalb ist die Physik aber nicht sinnlos noch gottlos“.

Prof. Dr. Harald Lesch, geb. 1960 in Gießen, lehrt Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Naturphilosophie an der Hoch-schule für Philosophie des Jesuitenordens in München. Er wurde als Hoch-schullehrer  des Jahres 2012 ausgezeichnet. „Als Wissenschaftsmoderator zahlreicher TV-Formate bei BR-alpha, ZDF und zdf_neo vermag er als Hochschullehrer seit nunmehr 13 Jahren ein Millionenpublikum für das Abenteuer Forschung zu begeistern und die Faszination Wissenschaft auch für Laien spürbar werden zu lassen“ erläuterte der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes (DHV), Professor Dr. Bernhard Kempen, die Entscheidung. Lesch habe sich dadurch in herausragender Weise um das Ansehen des Wissenschaftler- und Professorenberufes in der Öffentlichkeit verdient gemacht. 

Dr. Josef M. Gaßner, 1966 in Landshut geboren, ist Mathematiker, theoretischer Physiker, Kosmologe und Grundlagenforscher an der Universitätssternwarte, München. Er ist Lehrbeauftragter der Hochschule für Astronomie und Kosmologie in Landshut.

Foto: Cover Verlag KOMPLETT-MEDIA

Lesch / Gaßner

Urknall, Weltall und das Leben

Überarbeitete und erweiterte Neuauflage Herbst 2014

Verlag KOMPLETT-MEDIA, München-Grünwald

408 Seiten – € 29,95



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