Der Spiegel der Geschichte: Gestern Pest und heut‘ Corona

Von 30. März 2020 Aktualisiert: 16. Juni 2020 14:42
Der legendäre daoistische Philosoph Laotse (dt.: Alter Meister) ist ein Sinnbild für Weisheit. Die Pest ist ein Sinnbild für Tod und Verderben. Das Trojanische Pferd ist ein Sinnbild für eine hinterhältige Taktik, ein unheilvolles Geschenk. Alle drei werden mit längst vergangenen Zeiten in Verbindung gebracht. Doch auch die Gegenwart kann sich dem nicht entziehen.

Viele untergehende Dynastien in China wurden in ihren letzten Jahren von Seuchen und Naturkatastrophen begleitet, so auch die der mongolischen Yuan, gegründet 1271 von Kublai Khan, dem Enkel des Dschingis Khan. Von 1333 an zerbrach die Macht der Yuan schrittweise.

Damals kamen vielfältige Naturkatastrophen und Plagen über die Menschen. Auch der „Schwarze Tod“ brach aus und erreichte von China ausgehend über die Seidenstraße Persien (Iran) und kam über die Häfen Italiens nach Europa.

Dort wütete die Pest von 1346 bis 1353 und raffte rund 25 Millionen Menschen dahin. Sie löschte ein Drittel der damaligen Bevölkerung Europas aus. 1368 endete die mongolische Ära in China mit der Vertreibung ihres Kaisers Huizong (Großkhan Toghan Timur) aus Peking. Die Ming-Dynastie begann.

Der 16. und letzte Kaiser der Ming-Dynastie, Chongzhen, regierte 17 Jahre (1627-1644). In seiner Herrschaftszeit gab es sieben Seuchen, die insgesamt 15 Jahre andauerten. Als während der sechsmonatigen Belagerung von Kaifeng (1642) durch Li Zhisheng der dortige Gouverneur die Dämme des Gelben Flusses öffnen ließ, um die Belagerung zu durchbrechen, starben 300.000 Einwohner der Region. Eine Hungersnot folgte und auch ein erneuter Ausbruch der Pest. Ohnehin waren die letzten 65 Jahre der Dynastie von der Pest gezeichnet, die immer wieder ausbrach und einen Großteil der Menschen hinwegraffte. Gelehrte sagten: Die Ming-Dynastie ging an Ratten unter.

Wer betroffen? Wege der Hoffnung

Jedoch wurden die Rebellenarmee des Li Zhisheng und auch die Armeen der einfallenden Mandschuren von der unter anderem auch durch Tröpfcheninfektion übertragbaren Lungenpest verschont, trotz der engen Körperkontakte in den Kämpfen, dem Aufeinandertreffen von Waffen, Blut und Wunden, dem Kampfgeschrei und dem Atem des Gegners im Gesicht. Als Peking fiel, verschwand auch die Rattenpest – die Qing-Dynastie begann.

Damals – am Ende der Ming-Zeit – gab es ein Heilmittel, das bei genauer Anwendung Erfolg zeigte. Der Arzt und Daoist Wu Youke (1580-1660) führte zu seiner Zeit bereits umfangreiche Forschungen über Epidemien durch und veröffentlichte 1642 das Buch „Wenyi Lun (瘟疫论)“ („Über die Pest“). Er entwickelte ein Medikament namens „Da Yuan Yin (达原饮)“ („Den Ursprung erreichen-Trank“; Membran-Quellen öffnendes Getränk), mit dem er das Immunsystem der Patienten stärkte und ihre inneren Organe ins Gleichgewicht brachte.

Ein weiterer Weiser aus der Ming-Zeit war Liu Bowen (1311 – 1375), eine Art chinesischer Nostradamus. Er war bekannt dafür, die Zukunft voraussagen zu können. Mehrere Prophezeiungen wurden überliefert. Eine davon, die Inschrift des Monuments auf dem Taibai-Berg, entdeckte man erst vor einigen Jahren nach einem Erdbeben. Sie scheint von der aktuellen Coronavirus-Seuche zu handeln.

„Falls Sie fragen, wann die Plage auftreten wird, würde ich sagen, über den Winter, etwa im September und Oktober … Man befürchtet, die Leichen bleiben unbeaufsichtigt und man macht sich Sorgen über die Schwierigkeit des Übergangs vom Jahr des Schweins in das Jahr der Metall-Ratte im „Geng zi nian“ (庚子年).“ [Anm. der Redaktion: 2020 ist das Jahr der Metall-Ratte und heißt im chinesischen auch „Geng zi nian“. Das „Geng zi nian“ kommt nur alle 60 Jahre einmal vor.]

Offenbar hatten sich die kommunistischen Behörden tatsächlich wegen der Wuhan-Lungen-Seuche Sorgen gemacht, die an der Grenze des chinesischen Jahres des Schweins (2019) zum Jahr der Metall-Ratte (2020) auftauchte. Der Übergang fand nach dem Mondkalender am 25. Januar statt. Der vermutete erste Fall von Covid-19 war am 1. Dezember 2019. Wenn man die Inkubationszeit von rund 14 Tagen einbezieht, könnte sich die Person Mitte November infiziert haben, nach dem chinesischen Mondkalender also Mitte Oktober. Am 20. Januar gaben die chinesischen Behörden die Mensch-zu-Mensch-Übertragung bekannt. Einen Tag später wurde der erste Fall in den USA registriert, am 23. wurde Wuhan geschlossen.

„Man macht sich Sorgen über den Ausbruch einer Katastrophe in Huguang, die sich dann auf alle Provinzen in ganz China ausbreitet.“

So schrieb Liu Bowen weiter. Huguang bezieht sich dabei auf eine alte Region, zu der heute auch die Provinz Hubei mit Wuhan gehört. Doch offenbar sah der Weise einen Ausweg: „Gute Menschen können die Zukunft sehen, während diejenigen, die Übeltaten begehen, dem Untergang geweiht sind. In einer Epoche, in der manche die großen Heilsbotschaften verbreiten, lohnt es sich nicht, töricht zu bleiben und die Zukunft zu verpassen.“

Christenverfolgung im Römischen Reich

Doch nicht nur im alten China wurden große Imperien mit Seuchen konfrontiert, die offensichtlich mit anderen geschichtlichen Dingen verknüpft waren.

Nach dem Brand von Rom im Sommer des Jahres 64 lastete der römische Kaiser Nero der Glaubensgemeinschaft der Christen diesen an und verordnete ihre Verfolgung. Im Herbst brach eine große Seuche in Rom aus, die 30.000 Opfer forderte und anschließend wieder verschwand, ohne auf andere Regionen überzugreifen. Manche sprechen von einer Strafe Gottes und manche sprechen von einer Folge der hygienischen Zustände nach dem Brand, wobei das eine das andere nicht unbedingt ausschließen mag.

Eine weitere schlimme Verfolgung der Christen initiierte Kaiser Marcus Aurelius. 165 brach die Antoninische Pest im Römischen Reich aus. Eingeschleppt soll sie von den in Mesopotamien kämpfenden Truppen des Mitregenten Kaiser Lucius Verus worden sein. In den Überlieferungen heißt es, dass die Seuche unter den Soldaten ausbrach, kurz nachdem sie umfangreiche Plünderungen und die Schändung eines Apollo-Tempels im heutigen Irak betrieben hatten. 16 Jahre lang war das Reich betroffen.

Der Spiegel der Geschichte

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Aus vielen historischen Geschichten lassen sich Lektionen für die Gegenwart und Zukunft ableiten, wenn man versteht, diese zu nutzen und aus den historischen Fehlern zu lernen.

Einer der bedeutendsten Kaiser Chinas, Tang Taizong, galt als weitsichtiger und gerechter Herrscher. Ein Ausspruch wird ihm zugeschrieben:

„Nimm Kupfer als Spiegel,
dann kann ich meine Kleidung in Ordnung bringen;
Nimm die Menschen als Spiegel, dann weiß ich, ob das, was ich tue, richtig ist oder nicht;
Nimm die Geschichte als Spiegel, dann werde ich der Dinge Aufstieg und Untergang wissen.“

(Tang Taizong, 599-649)

Heute zeigt der Spiegel der Geschichte auf eine vom Virus befallene und sich in den letzten Zügen befindende Kommunistische Partei Chinas.

Ihre Geschichte begann mit Tod und Verderben. Schon von Anbeginn an handelte es sich um eine Gaunerbande, die sich mit Gewalt an die Macht gebracht hatte. Ihre grausame Herrschaft forderte in China rund 65 Millionen Menschenleben. In zahlreichen Säuberungskampagnen wurde im ganzen Land verhaftet, verschleppt, vergewaltigt, gefoltert und gemordet. Leben um Leben wurde ausgelöscht, Schuld um Schuld angehäuft.

Gefährliche Vergesslichkeit

Doch im Laufe der Zeit gerieten die Verbrechen der Partei im Westen allzu bereitwillig in Vergessenheit. Sie wurden verdrängt und die böse Natur der Kommunistischen Partei Chinas immer mehr ignoriert. Zu verlockend waren die Vorteile, die man sich von den Geschäften mit dem mörderischen Regime erhoffte.

Doch immer noch werden große Verbrechen in China begangen. In Chinas Lagern arbeiten die Sklaven des Regimes bis zum Umfallen und erzeugen unschlagbar günstige Produkte für den Weltmarkt. Dort verstummen auch die Schreie der gefolterten Gewissensgefangenen nie. Es besteht der dringende Verdacht, dass sogar Menschen ihrer gewinnbringenden Organe wegen regelrecht „geschlachtet“ werden.

Längst haben die Verbrecher ihre Uniformen gegen feine westliche Anzüge eingetauscht und zeigen sich auf internationalem Parkett zivilisiert. Doch nichts hat sich seit der Machtergreifung der Kommunistischen Partei geändert, nur wurden die Verbrechen weniger offen begangen. Auch heute noch ist das Regime für den Tod vieler unschuldiger Menschen verantwortlich.

In China gibt es einen Spruch, der über Generationen weitergegeben wird: „Yi Ming Huan Yi Ming (一命换一命)“ („Mit einem Leben das andere Leben zurückzahlen“) – womit gemeint ist, dass die Seelen der Ermordeten zurückkehren, um Rache an den Mördern zu nehmen. Im Fall der Kommunistischen Partei Chinas wären das viele Millionen, ruhelose Seelen.

Wann werden sie Gerechtigkeit erfahren? Was wird mit den Mitgliedern der Partei geschehen, was mit denen, die auf andere Weise mit der Kommunistischen Partei Chinas in Verbindung stehen? Deutet die heutige Seuche das Ende ihrer gewalttätigen und grausamen Herrschaft an?