Bizarre Theorie: Wasser kann auf allen Gesteinsplaneten natürlich vorkommen

Die Existenz von Wasser und Leben sind eng miteinander verbunden, fraglich ist jedoch woher das Wasser auf der Erde, dem Mars und anderen Planeten stammt. Dank 150.000 Dollar teurem Staub glauben Forscher der Universität Kopenhagen, dass Wasser im Zusammenhang mit der Entstehung von Planeten entsteht – und folglich auf allen Gesteinsplaneten existieren kann.
Titelbild
Der Mars, aufgenommen vom "Hubble"-Weltraumteleskop. Forscher der Universität Kopenhagen glauben, dass flüssiges Wasser nicht nur auf der Erde und eventuell dem Mars existiert(e), sondern auch auf allen anderen Gesteinsplaneten im Universum.Foto: EPA/NASA /HUBBLE/dpa/dpa
Von 11. November 2020

Die Entstehung des Lebens ist ein Rätsel. Dennoch sind sich die Forscher einig, Wasser ist eine Voraussetzung für Leben – auf der Erde, dem Mars oder anderen Planeten. Die erste Zelle entstand im Wasser und entwickelte sich dann zu einem mehrzelligen Organismus. Wobei der älteste bekannte einzellige Organismus auf der Erde etwa 3,5 Milliarden Jahre alt ist. So weit, so gut. Aber wenn das Leben im Wasser entstanden ist, woher kam dann das Wasser?

„Es gibt zwei Hypothesen über die Entstehung von Wasser. Die eine ist, dass es zufällig auf Planeten gelangt, wenn wasserhaltige Asteroiden mit dem betreffenden Planeten kollidieren“, sagte Prof Martin Bizzarro vom Zentrum für Stern- und Planetenentstehung von der Universität Kopenhagen.

„Die andere Hypothese ist, dass Wasser im Zusammenhang mit der Entstehung des Planeten entsteht.“ Wenn das stimmt, so der Professor weiter, „wird es äußerst spannend“. Dann könnte Wasser – und damit mögliches Leben – auf allen Gesteinsplaneten existieren oder existiert haben.

Wasser auf dem Mars – lange bevor wasserreiche Asteroiden das Sonnensystem bombardierten

Bezogen auf unsere kosmische Nachbarschaft zeigt die in „Sciences Advances“ veröffentlichte Studie, dass der Mars in seiner Kindheit – den ersten 90 Millionen Jahren nach seiner Entstehung – Wasser hatte. Selbst astronomisch betrachtet sei dies „eine lange Zeit, bevor wasserreiche Asteroiden [nach Hypothese 1] die Planeten des inneren Sonnensystems wie Erde und Mars bombardierten“, erklärt Prof. Bizzarro. Ferner lege es nahe, „dass sich Wasser mit der Entstehung des Mars bildete.“

Und es sagt uns, dass Wasser auf Planeten natürlich vorkommen kann und keine externe Quelle wie wasserreiche Asteroiden benötigt.“

Grundlage der Forschung bildet ein eher unscheinbarer schwarzer Meteorit, der vermutlich aus der südlichen Hemisphäre des Mars stammt. Die „Schwarze Schönheit“, so der Name des Marsbrockens ist jedoch 4,45 Milliarden Jahre alt. Damit enthalte er unschätzbares Wissen über das junge Sonnensystem und biete einen einzigartigen Einblick in die Ereignisse zur Zeit der Entstehung des Sonnensystems. Nach seiner Entdeckung in der marokkanischen Wüste wurde der Meteorit für 10.000 Dollar pro Gramm verkauft.

Bereits 2017 konnten die Forscher knapp 50 Gramm kaufen. Seither haben die Forscher 15 Gramm des Steins und etwa und 150.000 Dollar pulverisiert. Die folgende Analyse mikroskopisch kleiner, wasserführender Mineralien offenbarte Anzeichen für das Vorhandensein von flüssigem Wasser auf dem Mars zum Zeitpunkt seiner Entstehung.

„So viel Sauerstoff kann nur Wasser freisetzen“

Wir haben eine neue Technik entwickelt, die uns sagt, dass der Mars in seinen Anfängen einen oder mehrere schwere Asteroideneinschläge erlitt. Der Einschlag, so verrät ‚Black Beauty‘, erzeugte kinetische Energie, die viel Sauerstoff freisetzte. Und der einzige Mechanismus, der wahrscheinlich die Freisetzung so großer Mengen an Sauerstoff verursacht haben könnte, ist das Vorhandensein von Wasser“, erklärte Bizzarros Forscherkollege Zhengbin Deng.

Auch dafür, dass aufgrund eisiger Temperaturen flüssiges Wasser auf dem roten Planeten unmöglich existieren könnte, haben die Forscher eine Antwort. Die Analyse deutet daraufhin, dass sich infolge des Asteroideneinschlags die Zusammensetzung der Mars-Atmosphäre änderte und dies wiederum „möglicherweise zu einem Temperaturanstieg führte“.

In dieser Zeit könnte flüssiges Wasser existiert und die heute auf dem Planeten sichtbaren Ablagerungen von Flüssen und Seen verursacht haben. Insgesamt seien die Bedingungen vielleicht ähnlich gewesen, wie die, die vor 3,5 Milliarden Jahren bei der Entstehung von Leben auf der Erde geholfen haben. Die eigentliche Entstehung des Wassers – das Wie, Wann und Woraus – bleibt jedoch vorerst ungeklärt.

(Mit Material der Universität Kopenhagen)



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