Mikrosonne im Labor – Großer Erfolg für Laserforschung

Epoch Times23. Februar 2011 Aktualisiert: 23. Februar 2011 18:49
Die Laserforschung im Nordwesten Deutschlands erlebt einen Durchbruch: Im beschaulichen Emden sind Wissenschaftler in der Lage, eine „Mikrosonne“ zu produzieren. Mithilfe eines Hochleistungslasers bzw. von Laserblitzen entsteht ein mehrere Millionen Grad heißes Plasma – so heiß wie die Sonne also. Die Mikrosonne ist bereits vor einem Jahr in einem Labor am Institut für Lasertechnik Ostfriesland (ILO) der Hochschule Emden/Leer erzeugt worden und wurde jetzt, nach Entwicklung der entsprechenden Nachweisgeräte, erstmals eindeutig nachgewiesen.

„Die Energie unseres Lasers wird räumlich und zeitlich extrem stark konzentriert“, erläutert Prof. Dr. Ulrich Teubner, der die Mikrosonne erstmals in der Region aufgehen ließ. Zur Erzeugung der Mikrosonne wird in einem einzigen Laserblitz des Emder Gigawatt-Lasers EGIL eine höhere Leistung erbracht als beispielsweise im Kraftwerk in Lingen. Pro Sekunde erzeugt der Laser 1000 dieser Blitze. Jedoch kann diese Energie nur in einem Vakuum durch Fokussierung auf eine winzige Fläche vollständig gebündelt werden. Darüber hinaus verhindert das Vakuum, dass die sehr kurzwellige Strahlung des Laserplasmas von der Luft absorbiert wird. Die erforderliche spezielle Vakuumkammer wurde am ILO des Fachbereichs Technik selbst entwickelt.

Nachdem bei seiner Entwicklung vor rund 50 Jahren der Lasers noch als „Erfindung auf der Suche nach einer Anwendung“ betitelt wurde, explodierte die Zahl der Anwendungsmöglichkeiten geradezu: Überall im Alltag sind Laser oder mit Lasern erzeugte Produkte zu finden, seien es kleine Laser in CD- und DVD-Playern, mit Lasern geschnittene Autobleche oder spezielle Sensoren bzw. Mikrochips in Alltagsgeräten, die mit Hilfe von lasergestützten mikrotechnischen Verfahren produziert werden. Zukünftig wird es mit Hilfe der Lasermikrotechnik auch möglich sein, schmerzfrei in einen Zahn zu bohren. Eine zukünftige Anwendungsmöglichkeit der Mikrosonne von Professor Teubner und seiner aus wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studenten bestehenden Arbeitsgruppe Lasermikrotechnik/ Ultrakurzzeitoptik ist die Erzeugung von äußerst kleinen Strukturen, wie sie beispielsweise auf noch leistungsstärkeren Chips für Computer zu finden sind. 

Für Professor Teubner steht vor allem die Forschung und die Lehre im Zentrum des Interesses: „Unsere Studierenden beteiligen sich stark mit Forschungsprojekten an der Entwicklung und den Untersuchungen.“ Die Hochschule Emden/Leer antwortet mit der praxisorientierten Photonik-Ausbildung auf die große Nachfrage nach Experten auf den Gebieten der Lasertechnologie, Laserforschung und den Optischen Technologien. (idw /sfr)

 

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