Ein Holzkreuz in Gedenken an einen Verstorbenen.Foto: iStock

Prozess zu Maria Baumer: Angeklagter verweigert die Aussage – Indizien sprechen gegen ihn

Epoch Times1. Juli 2020 Aktualisiert: 1. Juli 2020 15:41
In dem Prozessauftakt zum mutmaßlichen Mord an der im Wald tot aufgefundenen Maria Baumer, hat ihr wegen Mordes angeklagter damaliger Verlobter die Aussage verweigert. Einer der Verteidiger von Christian F. nannte dies nach dem Prozessauftakt am Mittwoch Teil der Verteidigungsstrategie.

Zu Beginn des Prozesses um den rätselhaften Tod der 2012 verschwundenen und 2013 in einem Wald tot aufgefundenen Maria Baumer hat ihr wegen Mordes angeklagter damaliger Verlobter die Aussage verweigert. Einer der Verteidiger von Christian F. nannte dies nach dem Prozessauftakt am Mittwoch Teil der Verteidigungsstrategie. Sein Mandant wolle aber einen Freispruch erreichen, er habe sich schon wiederholt als unschuldig bezeichnet.

Der Fall sorgte nach dem Verschwinden der 26-Jährigen an Pfingsten 2012 auch bundesweit für Aufsehen. Baumer war damals gerade erst zur bayerischen Landesvorsitzenden der Landjugend gewählt worden, ihre zahlreichen Freunde suchten nach ihr. Unter anderem beteiligte sich auch ihr Verlobter zusammen mit ihrer Zwillingsschwester vor Millionen Zuschauern in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ an der Suche.

Mutmaßliches Motiv: Angeklagter war in eine andere Frau verliebt

F. soll nach der Anklage der Staatsanwaltschaft seine Lebensgefährtin wenige Monate vor der geplanten Hochzeit getötet haben, weil er in eine andere Frau verliebt war. Mit dem Mord habe er seine Verlobte für eine neue Beziehung aus dem Weg schaffen wollen.

Der bereits seit dem Auffinden der Leiche bestehende Tatverdacht gegen F. konnte erst im vergangenen Dezember erhärtet werden. Zu dem Zeitpunkt konnte durch neuartige Labormethoden an den sterblichen Überresten der Getöteten, die vermutlich durch eine bewusst herbeigeführte chemische Reaktion bereits stark zersetzt gewesen waren, ein Beruhigungsmittel nachgewiesen werden.

Auf dieses hatte F. als Krankenpfleger Zugriff, außerdem hatte er in einem anderen Fall eine Frau mit diesem Mittel betäubt. Unklar ist laut Anklage, ob er Baumer mit einer Kombination dieses Mittels mit einem anderen Medikament unmittelbar tötete oder ob diese nur bewusstlos war, als er sie in einer Grube im Wald verscharrte.

Internetrecherche zum „perfekten Mord“

F. schweigt zu den Vorwürfen. Sein Verteidiger Michael Haizmann sagte, dies werde er auch im weiteren Verlauf des zunächst bis Oktober geplanten Verfahrens so halten. Haizmann wollte sich am Rande des Verfahrens nicht dazu äußern, wie er die Indizien gegen seinen Mandanten entkräften will.

Neben den gefundenen Medikamentenspuren konnten die Ermittler auch feststellen, dass F. kurz vor dem Verschwinden Baumers im Internet nach einer tödlichen Wirkung von Medikamenten sowie mit dem Stichwort „der perfekte Mord“ recherchiert hatte. Außerdem fand sich ein Kassenbeleg für einen Spaten vom selben Typ, wie später bei der Leiche gefunden wurde.

Ermittler: Angeklagter führte ein Doppelleben – samt sexuellem Missbrauch

Nach Überzeugung der Ermittler führte F. ein Doppelleben. Während der Ermittlungen zum Verschwinden seiner Verlobten konnte ihm sexueller Missbrauch nachgewiesen werden. 2016 bekam er dafür eine Bewährungsstrafe.

Neben dem Interesse an einer anderen Frau soll der Angeklagte nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft als weiteres Motiv für den Mord Probleme im Medizinstudium gehabt haben. In dem Verschwinden seiner Verlobten soll er einen Anlass gesehen haben, sein Studium aufgeben zu können. (afp)


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