Paris: Festnahmen im salafistischen Umfeld des Polizisten-Attentäters

Epoch Times14. Oktober 2019 Aktualisiert: 14. Oktober 2019 12:42
Weitere Ermittlungen um den vierfachen Messer-Mord im Pariser Polizeipräsidium führten zu fünf Verhaftungen im Umfeld des Attentäters Mickael Harpon (45).

Die französische Polizei hat am Montag fünf Menschen aus dem Umfeld des Angreifers festgenommen, der Anfang Oktober in einem Pariser Polizeipräsidium vier Polizisten erstochen hatte. Die Festnahmen seien bei Razzien an drei verschiedenen Orten im Departement Val-d’Oise nördlich von Paris erfolgt, hieß es aus Justiz- und Ermittlerkreisen.

Islamistischer Tat-Hintergrund

Laut den Ermittlern hatte der Attentäter Kontakte in die Salafistenszene. Dennoch geriet der langjährige Mitarbeiter nie in das Visier der Antiterrorfahnder.

Noch kurz vor der Tat tauschte der Täter 33 SMS mit seiner marokkanischen Frau aus. Diese hatten ausschließlich religiösen Inhalt, so die Ermittler.

Der Täter war vor zehn Jahren zum Islam übergetreten und war Anhänger einer radikalen Sichtweise des Islam und hatte Kontakte in die salafistische Szene. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, habe es auch Hinweise auf eine „latente Radikalisierung“ gegeben, was sich unter anderem im Kleidungsstil und im Umgang mit Kolleginnen äußerte.

Sieben Minuten islamistischer Horror

Der45-jährige Mitarbeiter des Polizeipräsidiums hatte am 3. Oktober vier Kollegen erstochen, bevor er von einem weiteren Kollegen gestoppt werden konnte.

Um 12.53 Uhr an jenem Donnerstag verließ Mickaël H. sein Büro mit einem Keramikmesser. Dies hatte er eine halbe Stunde zuvor in der Rue Saint-Jacques, ganz in der Nähe, gekauft. In den folgenden Minuten tötete er drei Polizisten und einen Polizeiangstellten, bevor er um 13 Uhr erschossen wurde.

Kritik am Innenminister

Durch den Fall geriet auch Frankreichs sozialistischer Innenminister Christophe Castaner in Kritik. Konservative Politiker warfen ihm vor, Hinweise auf ein islamistisches Motiv anfangs verschwiegen zu haben. Der repubikanische Abgeordnete Éric Ciotti forderte eine parlamentarische Untersuchung, andere Konservative riefen den Innenminister zum Rücktritt auf.  (afp/sm)

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