US-Student bittet nach tödlichem Messerangriff auf Polizisten in Italien um Verzeihung

Epoch Times16. September 2020 Aktualisiert: 16. September 2020 21:45

Einer der beiden US-Studenten, die wegen eines tödlichen Messerangriffs auf einen Polizisten in Italien vor Gericht stehen, hat am Mittwoch unter Tränen um Verzeihung gebeten. Der Tatabend sei „die schlimmste Nacht meines Lebens“ gewesen, erklärte der 20-Jährige laut italienischen Nachrichtenagenturen vor Gericht. „Ich habe einem Mann das Leben genommen, ich habe seiner Frau einen Ehemann genommen, ich habe ein Band zwischen Brüdern zerstört und ich habe seiner Mutter einen Sohn genommen. Das werde ich mir nie verzeihen.“

Den beiden jungen Männern aus Kalifornien wird vorgeworfen, im Juli vergangenen Jahres einen Polizisten bei einer Drogenkontrolle in Rom mit elf Messerstichen getötet zu haben. Sie hatten die Tat gestanden und erklärt, sie hätten die Polizisten in Zivil für Angreifer gehalten. Bei einer Verurteilung droht ihnen lebenslange Haft.

Der Fall hatte in Italien große Anteilnahme mit dem Opfer ausgelöst: Der getötete 35 Jahre alte Polizist Mario Cerciello Rega war nach seiner Hochzeitsreise gerade erst in den Dienst zurückgekehrt, als er erstochen wurde. Zahlreiche Menschen nahmen an seiner Beerdigung teil, die live im Fernsehen übertragen wurde.

Bei den Ermittlungen hatten sich zahlreiche Ungereimtheiten und Widersprüche aufgetan. So hatte der Kollege des getöteten Polizisten zunächst ausgesagt, er und Cerciello seien bewaffnet gewesen. Die Ermittlungen ergaben jedoch, dass beide Polizisten entgegen den Vorschriften keine Waffen trugen.

Der 20-Jährige hat zugegeben, mehrfach mit einem acht Zentimeter langen Kampfmesser auf Cerciello eingestochen zu haben. Sein Freund kämpfte während der Tat mit Cerciellos Partner, dennoch ist er nach italienischem Recht wegen der selben Tat angeklagt.

„Der Tod von Herrn Cerciello tut mir aufrichtig leid – für ihn, für seine Familie und seine Freunde, und ich bin zutiefst traurig“, erklärte der 20-Jährige weiter vor Gericht. „Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen und die Dinge ändern und diese schreckliche Tragödie verhindern, aber ich kann es nicht.“ (afp)

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