Waffenfund in Hannover: 29-Jähriger greift Polizisten bei Hausdurchsuchung an

Epoch Times6. April 2019 Aktualisiert: 6. April 2019 16:22
Nicht nur zahlreiche Waffen wurden gefunden, auch 100.00 Euro an Bargeld und diverse Orden des Dritten Reiches. Der Mann wurde überwältigt und in Untersuchungshaft gebracht. Ein polischer Hintergrund soll nicht bestehen.

Nachdem die Polizei auf einen versuchten Kauf einer scharfen Pistole über ein Internetportal aufmerksam wurde, führte sie die Spur zu einem 53-jährigen Wohnungsinhaber in einem Mehrfamilienhaus in Hannover-Stöcken. Mitte Februar wurde ein Verfahren wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet.

Am 29. März war es dann so weit: Die Ermittler fuhren mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss, beantragt durch die Staatsanwaltschaft Hannover, zu der Wohnung. In der Nähe des Hauses trafen sie bereits auf den 53-Jährigen, der, wie sich im weiteren Verlauf der Ermittlungen herausstellte, die Waffen-Bestellung offenbar gar nicht getätigt hatte, sondern sein Sohn (29).

Obgleich dieser nicht an der Wohnadresse gemeldet war, trafen die Beamten im Rahmen der Hausdurchsuchung in der Wohnung auf den 29-Jährigen:

Beim Betreten seines Zimmers setzte sich der 29 Jahre alte Tatverdächtige gegen die eingesetzten Beamten massiv zur Wehr und leistete erheblichen Widerstand. Einen 53-jährigen Ermittler verletzte er dabei leicht durch einen gezielten Faustschlag ins Gesicht. Der Mann wurde daraufhin überwältigt und festgenommen.“

(Polizeibericht)

Und hier wurden die Ermittler auch fündig: Insgesamt „51 größtenteils scharfe, erlaubnispflichtige Schusswaffen (16 Langwaffen, drei Maschinenpistolen, 17 Pistolen, acht Revolver und sieben Signalwaffen)“ wurden entdeckt, zudem fand man mehrere Kilogramm Munition unterschiedlichen Kalibers, sowie militärische Nebeltöpfe.

Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover mitteilte, wurden auch ein hoher Bargeldbetrag und diverse Relikte aus dem Dritten Reich gefunden:

Zudem beschlagnahmten die Polizisten etwa 100.000 Euro Bargeld, deren Herkunft derzeit geprüft wird, mehrere Devotionalien aus dem Dritten Reich (unter anderem Orden, Ehrenzeichen und Bilder) sowie Laptops.“

(Kathrin Söfker, Erste Staatsanwältin)

Der 29-Jährige wurde  noch am selben Tag auf richterliche Anordnung in Untersuchungshaft verbracht, die Waffensammlung, das Geld und die anderen Gegenstände sichergestellt.

Kein Hinweis auf politischen Hintergrund

Die Überprüfung der Funktionsfähigkeit der sichergestellten Waffen  dauere derzeit noch an, ebenso wie die Ermittlungen zu deren Herkunft, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft:

Hinweise auf einen politisch motivierten Hintergrund gibt es bei dem 29-Jährigen zum jetzigen Zeitpunkt nicht.“

(Söfker, Staatsanwaltschaft Hannover)

Dem Mann werden vorgeworfen: Verstoß gegen das Waffengesetz, Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Durch Art der sichergestellten Gegenstände alarmiert, meldete sich die Amadeu-Antonio-Stiftung zu Wort und bemängelte die Aussage der Staatsanwaltschaft zur politischen Einschätzung des Falls als Fehler:

… die derzeitige Einschätzung der Polizei ist leider ein erneutes Beispiel dafür, dass Indizien auf rechtsextremen Terror in Deutschland viel zu oft verkannt werden.“

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