Bundesweite Terror-Razzia gegen „Hilfsvereine“ – Auch Ex-Bundesligaprofi im Visier

Epoch Times10. April 2019 Aktualisiert: 10. April 2019 21:35
800 Polizisten durchsuchten am Mittwochmorgen 90 Objekte in neun Bundesländern. Ihr Ziel: Das islamistische Netzwerk der Vereine "Word-Wide-Resistance-Help" und "Ansaar International". Es ging um Terror-Finanzierung und -Propaganda.

Berlin, Hessen, Bayern, Hamburg, Baden-Württemberg, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein bekamen am Mittwochmorgen Besuch von insgesamt 800 Polizeibeamten in Form einer Großrazzia.

Rund 90 Objekte eines islamistischen Netzwerkes mit den Vereinen „Word-Wide-Resistance-Help“ und „Ansaar International“ an der Spitze wurden in den neun Bundesländern durchsucht. Diese sollen die radikale Hamas-Bewegung oder auch den syrischen Al-Qaida-Ableger „Junud al Sham“ finanziell und/oder propagandistisch unterstützt haben, heißt es mit Verweis auf das Innenministerium. Die Mitglieder der Vereine sollen teils enge verwandtschaftliche Beziehungen pflegen.

„Focus“ berichtet dazu, dass die beiden Vereine allein in NRW um die zwölf Millionen Euro in den vergangenen Jahren eingenommen hätten.

Unsere Ermittler und Analysten haben hier außergewöhnlich gut gearbeitet. Wenn sich der Verdacht bestätigen sollte, haben sie ein Netzwerk enttarnt, das vorgibt, humanitäre Hilfe zu leisten, in Wahrheit aber für terroristische Organisationen im Ausland wirbt und Geld sammelt.“

(Herbert Reul, NRW-Innenminister, CDU)

Unter den durchsuchten Objekten soll sich laut „Bild“ auch die Wohnung des ehemaligen Bundesliga-Stars Änis Ben-Hatira (40) in Berlin-Charlottenburg befunden haben. Der Ex-Bundesligakicker finanzierte mehrere Hilfsprojekte der „Ansaar International“ und geriet deswegen in Kritik.

Der in Berlin geborene Ben-Hatira spielte früher u. a. für den HSV, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt, MSV Duisburg und zuletzt bei Darmstadt 98. Der Verein trennte sich 2017 von dem Mittelfeldspieler wegen der Ansaar-Affaire. Danach spielte der Deutsch-Tunesier in der Türkei (Gaziantepspor), Espérance Tunis und aktuell seit diesem Jahr bei Honvéd Budapest. (sm)

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