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Epoch Times25. Mai 2009 Aktualisiert: 25. Mai 2009 0:30

Der König von Wei entwickelte einst einen unangemessenen Plan, doch alle seine Minister stimmten dem Plan zu. Zisi, ein Schüler des Konfuzius, bemerkte dies und sagte am königlichen Hof: „Ich sehe, dass im Staate Wei der König nicht wie ein König ist und die Minister auch nicht wie Minister sind.“

Gongqiu Yizi fragte: „Was veranlasst Dich, dies zu sagen?“

Zisi entgegnete: „Wenn ein König denkt, er sei perfekt, wagt niemand seine Meinung zu äußern. Selbst wenn der König das Richtige tut, ohne auf die Meinung anderer Menschen zu hören, ist es das gleiche, als hätte er die Meinungen anderer zurückgewiesen. Gleichzeitig widerhallen alle Minister eine falsche Meinung und begünstigen diese schlechte Geisteshaltung. Anstatt zu beurteilen, ob etwas richtig ist oder falsch, genießt es der König, von anderen gepriesen zu werden. Anstatt zu beurteilen, ob die Entscheidung vernünftig ist, schmeicheln seine Minister dem König einfach mit übertriebenen Komplimenten. Wenn sie das Land auf diese unvernünftige Weise regieren, werden die Menschen nicht zufrieden sein und das Land nicht länger stabil.“

Daraufhin sagte Wei Zisi zu dem König von Wei: „Ihr Land ist im Niedergang.“ Der König fragte: „Woher kommt das?“ Zisi sagte: „Nichts geschieht ohne Grund. Wenn ein König glaubt, er sei perfekt, wird kein Minister es wagen, seine Fehler zu korrigieren. Sowohl der König als auch seine Beamten glauben, sie seien rechtschaffen und ihre Diener sagen auch, die Beamten seien rechtschaffen. Wenn es den König zu loben bedeutet, dass sie belohnt werden und das Aufzeigen seiner Fehler ein Verbrechen ist, wie kann das dann zu guten Ergebnissen führen?“

Nicht nur Könige und Beamte müssen diese Prinzipien kennen. Perfekt und unabhängig von der Hilfe anderer zu sein erscheint heute als erstrebenswert, doch wird man seine Fehler oft nicht selbst erkennen können. Erst wenn wir den Standpunkt anderer respektvoll würdigen, können wir die eigenen Verluste minimieren und schwerwiegende Fehler vermeiden. Ein chinesisches Sprichwort besagt: „Der Ozean ist groß, weil er die Wässer von Flüssen und Strömen aufnimmt.“ Die Meinung aller ist wie das Wasser aus Flüssen und Strömen. Denkt eine Person, sie sei perfekt, ist es das Gleiche, als würde sie sich vom Wasser der Flüsse und Ströme abschneiden. Ist dies der Fall, ganz gleich wie groß der Ozean auch ist, wird er sehr bald austrocknen.

In der Tat rührt das Denken, man sei perfekt, von Egozentrismus und Selbstsucht her. Um dieses Denken zu korrigieren, sollten wir uns an die traditionellen Werte erinnern, dass man dankbar sein sollte, wenn andere die eigenen Lücken und Mängel aufzeigen.

Erschienen in The Epoch Times Deutschland NR. 18/09



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