China bildet Spitzenschüler zu KI-Waffenexperten aus – Forscherin: „Dieses Konzept ist sowohl extrem mächtig als auch beunruhigend“

Das chinesische Regime strebt eine führende Position in der Technologie der Künstlichen Intelligenz (KI) weltweit an. Das beunruhigt den Westen.

Vor kurzem rekrutierte das Beijing Institute of Technology, Chinas Forschunglabour für Spitzenwaffen, 31 Eliteschüler aus dem ganzen Land. Sie sollen an einem KI-Waffenausbildungsprogramm teilnehmen.

Das Ziel des Programms ist, Chinas zukünftige Experten für KI- und Roboterwaffen auszubilden. Die dafür ausgewählten Schüler begannen ihre Ausbildung bereits vor drei Wochen. Einige Experten bezeichnen das Bildungsprogramm als „extrem mächtig und beunruhigend“. Die Besorgnis über Chinas KI-Technologie wächst.

Laut der BIT-Website fand die Eröffnungsfeier des ersten „Intelligenz-Waffensystemversuchsprogramms“ am 28. Oktober in der Ausstellungshalle der North China Industries Group Corporation Limited (Norinco) statt. Norinco ist Chinas wichtigster Hersteller von Waffen und verschiedenen militärischen Produkten.

Der Bericht über den Programmstart wurde am 29. Oktober auf der Website des BIT veröffentlicht, aber nur kurz darauf wieder entfernt. Einige Online-Nachrichtenagenturen haben jedoch einen Screenshot des Beitrags gemacht und darüber berichtet.

Laut Chinas größtem Online-Portal Sina.com bewarben sich mehr als 5.000 Gymnasiasten, aber nur die „patriotischsten“ und „talentiertesten“ wurden in das Programm aufgenommen.

Das Programm soll vier Jahren dauern. Im ersten Semester lernen die Studenten Waffen und Kriegstechnik durch theoretische und praktische Anwendungen kennen. Sie werden von zwei erfahrenen Experten des Fachgebiets geleitet, einem von einer Universität und einem aus der militärischen Verteidigungsindustrie. Am Ende des ersten Semesters entscheiden sich die Studierenden für ihr Fachgebiet – wie z.B. Maschinenbau und KI-Waffenkonstruktion. Sie werden dann den entsprechenden Verteidigungsforschungslabors zugewiesen, wo sie ihre Fähigkeiten durch praktische Erfahrung entwickeln.

Nach Beendigung des Programms erhalten die Studenten einen Master-Abschluss. Sie können weiter promovieren und Chinas zukünftige Innovatoren und Führer in der KI-Waffentechnik werden.

Ein Programm nur für Eliteschüler

Die 31 ausgewählten Schüler sind alle unter 18 Jahre alt, 27 Jungen und 4 Mädchen. „Diese Kinder sind alle außergewöhnlich intelligent, aber es reicht nicht aus, intelligent zu sein… die Leidenschaft für die Entwicklung neuer Waffen ist ein Muss… und sie müssen auch Patrioten sein“, zitierte „South China Morning Post“ einen BIT-Professor.

„Wir gehen einen neuen Weg und machen etwas, das davor noch niemand gemacht hat“, sagte der Studentenvertreter Cui Liyuan in einer offiziellen Erklärung.

Qi Yishan, ein Student aus der Provinz Shandong, musste sich zwischen dem BIT und Chinas bester Universität entscheiden. Er erhielt gleichzeitig eine Zulassung vom BIT und von der Tsinghua University, die in China auf Platz 1 steht und in der QS World University Rankingliste 2018 auf Platz 17 lag.

„Ich ging zum BIT… ich konnte der Anziehungskraft (von Waffen) nicht widerstehen“, wurde Qi auf der Website vom BIT zitiert. Er sagte auch, dass seine Entscheidung auch von seinem Vater beeinflusst wurde. Qi’s Vater wollte, dass der Sohn später in der Verteidigungsindustrie arbeitet.

Wachsende Besorgnis

„Dies ist das erste Universitätsprogramm der Welt, um die nächste Generation aggressiv und strategisch zu ermutigen, KI für militärische Forschung und Nutzung zu entwerfen und einzusetzen“, sagte Eleonore Pauwels, eine Forschungsstipendiatin für aufstrebende Cybertechnologien am United Nations University Centre for Policy Research, gegenüber der „South China Morning Post“. „Dieses Konzept ist sowohl extrem mächtig als auch beunruhigend.“

„Denken Sie an Roboterschwärme, die in der Lage sind, schädliche Giftstoffe an Lebensmittel- oder Biotech-Lieferketten zu liefern“, so Pauwels. Sie sagte auch, dass Chinas KI-Waffen-Entwicklung zu einer neuen Form der Kriegsführung führen könnte – von Cyberangriffen bis hin zu einem „Internet der Kampfkunst“. Dort würden dann eine Reihe von Robotern und Sensoren eine Rolle bei der Verteidigung, der Offensive und beim Sammeln von Informationen spielen.

Stuart Russell, ein amerikanischer Informatiker und KI-Experte von der University of California, sagte der „South China Morning Post“, dass das Programm des BIT „eine sehr schlechte Idee“ sei, weil „Maschinen niemals die Möglichkeit haben sollten, sich zu entscheiden, Menschen zu töten. Roboterwaffen werden schnell zu Massenvernichtungswaffen… sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Krieges“.

Russell verwies auf die Gefahren von KI-Waffen durch einen Kurzfilm namens „Slaughterbots“. Der Film zeigt, wie Drohnen ganz einfach Tausende Menschen schnell töten können.

Chinas Ambition in KI-Technologie

China ist nach den Vereinigten Staaten das zweitgrößte KI-Land der Welt, insbesondere im Bereich Sicherheit und Verteidigung. KI-Forschung und -Entwicklung ist eines der am besten gehüteten Geheimnisse Pekings.

Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua startete am 7. November den weltweit ersten KI-Nachrichtensprecher, der „von Live-Übertragungsvideos lernt und Texte so natürlich lesen kann wie ein professioneller Nachrichtensprecher“.

Seit 2017 redete der chinesische Führer Xi Jinping dauernd über KI-Einsatz im Bereich Fertigung, Medizin, Landwirtschaft und Verteidigung. Die chinesische Tageszeitung „People’s Liberation Army Daily“ berichtete am 9. August 2017, dass KI nach Schießpulver und Atomwaffen die dritte Generation von Waffen sein sollte.

Im Februar 2018 zitierten die Medien in Hongkong einen anonymen chinesischen Waffenexperten der sagte: China wird die KI-Technologie für die Entwicklung eines unbemannten Atom-U-Bootes einsetzt. Er betonte auch, dass China bis 2020 ein riesiges U-Boot fertigstellen wird, das komplexe Missionen ohne menschliche Kontrolle an Bord durchführen kann. (yz/rls)

Quelle: https://www.epochtimes.de/china/china-politik/china-bildet-spitzenschueler-zu-ki-waffenexperten-aus-forscherin-dieses-konzept-ist-sowohl-extrem-maechtig-als-auch-beunruhigend-a2715235.html