Warnzeichen an der Grenze zwischen China und Nordkorea. (Peter Parks/AFP/Getty Images)

Geheime Besuche von Nordkoreas Verteidigungsminister in China

Von 20. Juni 2009 Aktualisiert: 20. Juni 2009 1:51

Zeugenaussagen zufolge besuchte der nordkoreanische Verteidigungsminister Kim Jiang Su am 13. Juni Peking. Hinzu kommt noch  ein weiterer Bericht, dass der dritte Sohn des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-il, Kim Jong-un, in der Woche des 10. Juni heimlich China besuchte und sich mit dem chinesischen Staatschef Hu Jintao in Peking getroffen hat.

China – unter dem Regime der Kommunistischen Partei – ist bekannt als engster Verbündeter des kommunistischen Nordkorea. Zwar hat China in der internationalen Gemeinschaft den Atomwaffentest scharf kritisiert, jedoch werfen die beiden geheimen Chinabesuche der nordkoreanischen Führungskräfte ein Schlaglicht auf das Doppelspiel Chinas.

Der südkoreanischen Agentur Yonhap News Agency zufolge bestätigte ein Diplomat der südkoreanischen Botschaft in Peking der Agentur, dass er am 13. Juni persönlich gesehen habe, dass der nordkoreanische Sonderflug für die Spitzenfunktionäre auf dem internationalen Flughafen Peking gelandet sei. Ein Spitzenfunktionär wurde in den Empfangsraum für Ehrengäste geführt und sei dann in ein Auto eingestiegen. Das Auto sei unter dem Schutz von fünf Wagen von Chinas Speziellen Verteidigungskräften in die Stadt gefahren.

Die Agentur Yonhap zitierte in ihrem Bericht weiter einen nordkoreanischen Informanten, dass dieser Spitzenfunktionär Kim Jiang Su heiße, der engste Vertraute von Kim Jong-il. Kim Jiang Su war von 1995 bis 2007 der Chef des Generalstabs der Nordkoreanischen Volksarmee. Danach war er der Stellvertretende Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission, des höchsten Machtorgans Nordkoreas. Seit dem 11. Februar 2009 ist er Verteidigungsminister.

„Kim Jiang Su sprach als Sondergesandter von Kim Jong-il mit der obersten Ebene der chinesischen Führung über den zweiten Atomtest sowie über die Frage, dass der dritte Sohn von Kim Jong-il, King Jong-un, der Nachfolger seines Vaters sein wird“, sagte der Informant.

Geheime Besuche von Kim Jong-un in Peking

Die japanische Zeitung Asahi berichtete am 16. Juni, dass Kim Jiang-ils dritter Sohn Kim Jong-un in der vorherigen Woche China besucht hätte und im Name des Sondergesandten seines Vaters habe er sich in Peking mit dem chinesischen Staatschef Hu Jintao getroffen. Dem Bericht zufolge hat der Assistent von Kim Jong-un der chinesischen Führung mitgeteilt, dass Kim Jong-un bereits als Nachfolger seines Vaters bestellt sei. Er sei zur Zeit in der wichtigsten Position der regierenden Partei Nordkoreas, der Nordkoreanischen Arbeitspartei.

Nach Asahi hat Kim Jong-un sich noch mit dem chinesischen Minister für internationale Verbindungsstellen, Wang Jiarui, getroffen. Nach seinem Besuch in Peking ist er nach Shenzhen und in die Provinz Guangdong gefahren, um die dortige Industrie zu besichtigen.
Experten für Süd- und Nordkorea wiesen darauf hin, dass es aus diesen Chinabesuchen der nordkoreanischen Spitzenfunktionäre zu ersehen ist, wie wichtig China für Nordkorea ist. Das lasse auch die Doppelrolle Chinas ans Licht kommen.

Chinas Unterstützungen für Nordkorea

Den japanischen Medien zufolge werden 80 Prozent des Bedarfs an Erdöl und Konsumgütern in Nordkorea von China geliefert. Somit hat China die Lebensader des nordkoreanischen Kim Jong-il Regimes in der Hand. Die jährliche Unterstützung von China an Nordkorea hat in den letzten Jahren stark zugenommen, von 100 bis 200 Millionen Dollar vor mehreren Jahren auf zwei Milliarden Dollar im Jahr 2005. Von 2006 bis 2010 wird China Nordkorea insgesamt 7,5 Milliarden Dollar anbieten. Allein die Finanzhilfe durch den Handelsbilanzüberschuss belief sich im Jahr 2008 auf 1,3 Milliarden Dollar und ist um das Sechsfache gestiegen verglichen mit dem Jahr 2004. Nach der südkoreanischen Statistik stieg der Anteil des Chinahandels am gesamten Handel Nordkoreas jedes Jahr, von 32 Prozent im Jahr 2003 auf 73 Prozent im Jahr 2008.

Außer Nahrungsmitteln und Konsumgütern stammt die meiste nordkoreanische Kern-und Raketentechnologie sowie das Kernmaterial aus China. Jährlich liefert China Nordkorea 70 Prozent der Treibstoffe, einschließlich Kraftstoffe für Raketenabschüsse.

Dem Informanten des chinesischen Ministeriums für Nuklearindustrie zufolge werden Kernmaterialien ununterbrochen über den Yalu-Fluss nach Nordkorea transportiert. Die nordkoreanischen Nuklearexperten werden stets in China weiter ausgebildet. In der Tat kontrolliere China alle entscheidende Kernmaterialien, Nukleartechnik, die Spitzenexperten Nordkoreas. Auch viele Experimente werden in Chinas nuklearer Basis durchgeführt.

Experten weisen darauf hin, dass China Nordkorea so eine hohe Hilfe anbietet, damit Nordkorea der völligen Kontrolle Chinas unterliegt. Es gibt die Analyse, dass der Atomtest am 25. Mai Peking die Sicherheit gab, dass der Tiananmen Platz am 4. Juni 2009 nirgendwo auf der Titelseite stehen würde.

Gegenstimme China

Am 12. Juni verabschiedete der UN-Sicherheitsrat als Reaktion auf Nordkoreas Atomwaffentest Ende Mai die UN-Resolution 1874, welche erlaubt, Fracht nach und aus Nordkorea stärker auf verbotene Waffenlieferungen zu kontrollieren. Nur aufgrund der Gegenstimme aus China und Russland im Sicherheitsrat ist es jedoch keine Pflicht für jedes Land, die Fracht nach und aus Nordkorea zu kontrollieren. Alle Länder können nach eigenem Willen darüber entscheiden. Außerdem werden auch die leichten Waffen wie Pistolen, Maschinenpistolen oder leichte Panzerfäuste aus dem Waffenembargo ausgeschlossen.

Experten bezeichnen die UN-Resolution lediglich einen gefährlichen Kompromiss. Als Reaktion auf die neue Resolution kündigte das kommunistische Land außerdem den Bau weiterer Atomwaffen an.

Es werde seine gesamten Plutoniumvorräte in Waffen umwandeln. Die Führung in Pjöngjang räumte auch erstmals offiziell ein, dass sie ein Programm zur Urananreicherung betreibe. Dies werde wieder aufgenommen und nie aufgegeben, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA.

 

Originalartikel (englisch): http://www.theepochtimes.com/n2/content/view/18312/

 



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