Proteste in der Inneren Mongolei trotz Chinas Unterdrückung

Von 31. Mai 2011 Aktualisiert: 31. Mai 2011 11:46
Trotz der Unterdrückung durch Chinas Behörden, gelingt es nicht, die jüngsten Proteste in der Inneren Mongolei unter Kontrolle zu bringen. Am Montag demonstrierten über 100 Menschen im Zentrum der Hauptstadt …

Trotz der Unterdrückung durch Chinas Behörden, gelingt es nicht, die jüngsten Proteste in der Inneren Mongolei unter Kontrolle zu bringen. Am Montag demonstrierten über 100 Menschen im Zentrum der Hauptstadt Hohhot. Seit der Ermordung von zwei ethnischen Mongolen durch Han-Chinesen manifestiert sich eine lange aufgestaute Verbitterung der örtlichen Bevölkerung in Protesten gegen das kommunistische Regime in Peking. Seit vergangener Woche entbrannten in mehreren Städten der Inneren Mongolei Proteste, die von den Behörden unterdrückt wurden.

Die jüngsten Proteste in der Haupstadt Hohhot, an der über 100 Menschen teilnahmen, führten zu einer Reihe von Festnahmen. Die Demonstration dauerte mehr als eine Stunde, bevor die Polizei begann, Demonstranten abzuführen und sich die Zuschauermenge verlief. Am gleichen Tag kündigten die chinesischen Behörden an, dass sie eine Mordanklage gegen einen Staplerfahrer erheben werden, der Yan Wenlong am 15. Mai getötet haben soll. Yan war einer unter den 20 Personen, die am 15. Mai vor einem Kohlebergwerk in der Nähe von Xilinhot protestiert haben.

Nach dem Tod von Yan und einem anderen Aktivisten, dem Hirten Mergen, der von einem Lkw-Fahrer am 10. Mai überfahren wurde, entbrannte die Wut in der bisher ruhigen ethnisch mongolischen Bevölkerung gegen die kommunistische Regierung in Peking. Das kommunistische Regime Chinas verwaltet das Autonome Gebiet der Inneren Mongolei seit 1947 und führt seit Jahren eine Politik der Umsiedlung durch von Han-Chinesen in die rohstoffreiche Region.

Die Proteste in Hohhot fanden unter enormen Sicherheitsvorkehrungen statt. Hunderte von Soldaten und Polizisten patrouillieren Parks und hielten Tausende von Studenten in ihren Hochschulen eingesperrt.

„Es gibt mindestens drei Schichten der Sicherheit hier in meiner Schule. Die erste und äußerste Schicht ist die Polizei und die paramilitärischen Kräfte, die das gesamte Hochschulgelände umzingeln, die zweite und mittlere Schicht ist das Sicherheitspersonal, welches die wichtigsten Ein- und Ausgänge bewacht, die dritte und innerste Schicht ist das Sicherheitspersonal, das alle Eingänge zu Wohnheimen und akademischen Gebäuden bewacht“, berichtete ein mongolischer Professor an der Universität der Inneren Mongolei dem in New York ansässigen „Southern Mongolian Human Rights Information Center“ in einem kurzen Telefon-Interview. Er wurde damit beauftragt, die Studenten zu bewachen. „Uns ist befohlen worden, unser Mittagessen auf dem Unigelände einzunehmen und wir dürfen das Büro bis auf weiteres nicht verlassen“, sagte er.

Die offiziellen kommunistischen Partei-Zeitungen veröffentlichten am Dienstag auf ihren Titelseiten Berichte über die staatliche Unterstützung für Hirten und die mongolische Kultur – ein durchschaubarer Versuch, die Unruhen zu dämpfen. Es wurde von Entschädigungsgeldern für Hirten, die ihre Viehzucht nicht betreiben dürfen, sowie über eine bereits eingeplante Finanzierung für zukünftige kulturelle Projekte berichtet.

Die Sprecherin des Außenministeriums, Jiang Yu, sagte Reportern am Dienstag, dass die Regierung die notwendigen Maßnahmen ergreifen würde, um die Interessen aller ethnischen Gruppen zu schützen, aber auf Maßnahmen gegen Störenfriede auch nicht verzichten würde, laut einem Bericht von Associated Press.

Die Demonstrationen der mongolischen Minderheit in der Inneren Mongolei sind der jüngste Ausbruch von ethnischen Unruhen in China. Ähnliche Proteste fanden in der westlichen Region Xinjiang in China im Jahr 2009, und in Tibet im Jahr 2008 statt.

Foto: Reuters/Southern Mongolian Human Rights Information Center

 

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