Erstmals Trust-Ausfall bei börsennotiertem Staatskonzern in China

Epoch Times22. April 2015 Aktualisiert: 22. April 2015 17:50

In China hat zum dritten Mal ein börsennotiertes Großunternehmen Probleme, Zinsen an Investoren zu zahlen. Es handelt sich um den Stromerzeuger Baoding Tianwei Baobian Electric Co Ltd .

Reuters berichtete gestern, dass Baoding in China auf einem Wertpapierportal eine Erklärung veröffentlichte, wonach die nächste Zahlung von Zinsen „sehr unsicher“ geworden sei, da die dazu nötigen Mittel noch nicht bereitstünden. Baoding ist das dritte Großunternehmen, dem so etwas passiert und was erschwerend hinzukommt, der erste staatliche börsennotierte Konzern mit Zahlungsausfall.

„Diese nicht fristgemäße Zahlung kann das Vertrauen in die chinesische Zentralregierung als Wertpapierherausgeber negativ beeinflussen“, sagte dazu ein Analyst einer chinesischen Ratingagentur. Kein Wunder, handelt es sich doch um einen Staatskonzern.

Das betroffene Trustprodukt ist ein Fünf-Jahres-Wertpapier, das im Gesamtwert von 1,5 Milliarden Yuan auf den Markt geworfen wurde. Es läuft offiziell bis 2016 mit einer Zinsrate von 5,7 Prozent. Anfangs hatte die Baoding-Anleihe ein Rating von AA+, mittlerweile wurde ihre Verlässlichkeit auf BB herabgestuft.

Mutterkonzern distanziert sich

Baoding ist eine Tochtergesellschaft der China South Industries Group Corporation, einem staatlich kontrollierten Superkonzern, der direkt von der Regierung verwaltet wird. Die Gruppe hat ein registriertes Kapital von 12 Milliarden Yuan und 180.000 Mitarbeiter. Zu ihr gehören mehrere Großunternehmen verschiedener Branchen, darunter Automobil- und Motorradhersteller, Optik und Messgeräte, Bauunternehmen und Forschungszentren. Weltweit besitzt China South Industries Niederlassungen in über 30 Ländern.

Nachdem Baoding den Zahlungsausfall öffentlich angekündigt hatte, gab auch China South Industries eine Erklärung ab: Das Ganze habe mit dem Mutterkonzern nichts zu tun.

Schon einmal gab es in China den Fall, dass ein Privatunternehmen seine Investoren nicht ausbezahlen konnte. Es handelte sich um ein Solarfirma, die letztlich von ihrer zuständigen Lokalregierung gerettet wurde. (rf / yz)

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