Handelsvolumen auf Chinas Anleihenmarkt rutscht rasant ab

Von 9. Dezember 2013 Aktualisiert: 9. Dezember 2013 8:49

Auf dem chinesischen Finanzmarkt rutscht der Anleihenhandel rasant ab. Nachdem im Juni Geldmangel das große Problem gewesen war, sank das Handelsvolumen. Wie die chinesische Webseite des „Wallstreet Journal“ berichtete, schrumpfte das Handelsvolumen auf Chinas Anleihenmarkt im November 2013 um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Am 02. Dezember berichtete die chinesische Website des Wallstreet Journal: Im November betrug das Handelsvolumen auf Chinas Anleihenmarkt 1,74 Billionen Yuan (rund 0,22 Billionen Euro). Das waren 80 Prozent weniger, als noch ein Jahr zuvor. Der Vergleichswert vom November 2012 lag bei 7,14 Billionen Yuan.

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass im Jahr 2012 das durchschnittliche Monats-Handelsvolumen mit Anleihen in China rund 6,15 Billionen Yuan betrug; im Jahr 2013 sank das durchschnittliche Monatsvolumen von Januar bis Juni auf 5,25 Billionen Yuan. Danach kam der Einbruch: Vom Juli bis November schwächelte der Anleihenhandel bei durchschnittlichen 1,41 Billionen Yuan.

Unternehmer kämpfen ums Kapital

Warum wurde auf dem chinesischen Anleihenmarkt seit Juli so wenig gehandelt? Das Wallstreet Journal sieht zwei Gründe: Erstens macht das Risiko einer Straffung der Geldpolitik Chinas Investoren vorsichtig; zweitens bieten manche chinesische Schattenbanken Finanzprodukte mit vergleichsweise höheren Zinsen an, was das Kapital dorthin lockt.

Da sich die Liquidität auf dem chinesischen Finanzmarkt verschlechtert hatte, kämpfen derzeit alle Unternehmen um das Geld der Investoren. Das treibt die Finanzierungskosten ständig nach oben. Sogar staatliche Finanzbanken haben derzeit ein Problem, Staatsanleihen auf den Markt zu bringen.

Zum Beispiel berichtete die „Financial Times“ am 20. November: Mitte November mußte die Staatsbank „China Development Bank“ eine geplante Anleihen-Ausgabe im Volumen von 24 Milliarden Yuan um 60 Prozent reduzieren, die mit 5,5 Prozent hoch verzinst war.

„Weltuntergangsdenken“ der Schuldner

Gegenüber den weiter steigenden Zinsen sagte der bekannte chinesische Finanz- und Immobilienkommentator Niu Dao: Chinas Schuldner, seien es staatliche oder private Unternehmen, tun momentan alles, um an Geld zu kommen, egal wie hoch der Zinssatz ist. Es geht ihnen nur darum, Kapital zu bekommen. Um die Frage, wie sie die Darlehen später zurückzahlen, kümmern sie sich nicht im geringsten. Niu Dao meinte, „diese Art von Weltuntergangsdenken wird vielen Menschen schaden“.

Das größte chinesische Wirtschafts- und Finanzportal, eastmoney.com, zitierte einen weiteren Experten: Laut ihrem Bericht sagte Li Xunlei, Erster Volkswirt der Investmentfirma Haitong Securities, am 20. November bei einem Jahrestreffen für Futures Investoren: Die Verschuldung der chinesischen Staatsunternehmen hat sich bereits von 80 Prozent auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesteigert. Nach den Erfahrungen aus Japan und USA sei China deshalb schon reif für den Ausbruch einer Finanzkrise. Er rechnet mit einem weiteren Sinken des chinesischen Wirtschaftswachstums im Jahr 2014.

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