Setzen Chinas Investoren auf die falschen Pferde? – Chinas Konjunktur droht der Absturz

Von 22. August 2018 Aktualisiert: 22. August 2018 17:20
Der überbordende Immobilienmarkt könnte für Chinas Wirtschaft gefährlicher sein, als der Handelsstreit.

Laut einer Analyse von Macquarie, einem großen australischen Investmentbanking-Unternehmen, könnte der überhitzte Immobilienmarkt in China der chinesischen Wirtschaft auf Dauer schwerer zu schaffen machen, als der Handelsstreit mit den USA, wie in einem Bericht von CNBC zu lesen ist.

Nach Einschätzung der Vermögensverwaltung Noah Holdings befinden sich gut zwei Drittel des chinesischen Vermögens derzeit im Immobilienmarkt, bzw. existieren nur aufgrund der Bewertung der Immobilien. Auch kommunale Einnahmen und Bankkredite beruhen derzeit zu großen Teilen auf einem Immobilienmarkt der, in Erwartung weiterer Wertsteigerungen, immer mehr Kapital bindet.

In einigen Städten und Provinzen führte das inzwischen zu Verordnungen, die es institutionellen und gewerblichen Anlegern verbietet, weiteres Wohneigentum zu kaufen. Hiermit soll weiteren Spekulationskäufen ein Riegel vorgeschoben werden. Ob diese lokalen Maßnahmen den gewünschten Effekt erzielen, ist fraglich, da der Kapitalverkehr ja nicht regional gebunden ist.

Chinesen bevorzugen „konservative“ Geldanlagen

Die chinesischen Investoren legen ihr Geld eher konservativ an und setzen nicht so stark auf Aktien oder ähnliche Anlagen. Das dadurch entstehende Problem betrifft vor allem das produzierende Gewerbe und die Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Die Exportindustrie arbeitet wegen der hohen Subventionen immer noch nicht rentabel

Die immer noch hoch subventionierten Betriebe der Exportwirtschaft, die zur Devisenbeschaffung dienen, und die kreditgebenden Banken sitzen auf vielen Milliarden an faulen Krediten, die nur durch die Deckung durch den Staat noch nicht geplatzt sind. Das führt, wie aus anderen Plan- und Staatswirtschaften bekannt, zu einem mangelnden Druck rentabel zu wirtschaften. Die immer noch allgegenwärtige Korruption tut dann ein Übriges, um Kredite statt in Innovationen in private Taschen von Parteifunktionären und Anteilseignern (die oft deckungsgleich sind) fließen zu lassen.

Zunehmende Konkurrenz im Exportgeschäft

Und die Lage wird für China im Exportmarkt immer schwieriger. In vielen Gebieten haben noch billiger produzierende Länder Chinas Exportchancen verringert und die durch die gesteigerten US-Zölle verursachten Einnahmeausfälle lassen sich durch Exporte in andere Länder nicht ausgleichen. Gleichzeitig schneidet man sich durch erhöhte Zölle auf bestimmte US-Waren, wie zum Beispiel Sojabohnen, ins eigene Fleisch, da sich die von China benötigten Mengen auf dem Weltmarkt nicht an anderer Stelle in ausreichender Menge beschaffen lassen.

Andere Länder machen ihren Markt für China dicht

Auch erhöhen viele Länder, in die China mit seinen Exportgütern ausweichen will, jetzt auch die Zölle, damit die subventionierten chinesischen Güter den heimischen Markt nicht kaputt machen. Zuletzt erhöhte Indien die Einfuhrzölle auf Baumwollprodukte aus China drastisch.

Ausverkauf von Technologien wird gestoppt!

Bemühungen Chinas, fehlende eigene Innovationen und Kenntnisse durch Joint Ventures und Aufkäufe ausländischer Spezialfirmen auszugleichen, stoßen inzwischen weltweit auf immer mehr Widerstand. Sowohl in der EU als auch in den USA wird chinesischen Firmen oder Firmen mit chinesischer Beteiligung zunehmend die Beteiligung an Firmen oder der Ankauf von Patenten und Technologien verweigert.

Auch das Seidenstraßenprojekt, bei dem China den daran beteiligten Ländern große Investitionen, lieber aber noch große Kredite, zusagt, stößt auf immer mehr Misstrauen oder wird, wie gerade erst durch Malaysia, auf Eis gelegt oder ganz abgesagt.

Ganz arm dran wäre China allerdings, sollte der US-Dollar, wie von einigen Ökonomen prophezeit, stark abstürzen. Chinas gigantische Devisenreserven und US-Schuldverschreibungen wären für China damit wertlos. Vor diesem Hintergrund ist klar, warum China sich gerade mit Erdöl exportierenden Nationen zunehmend darauf verständigen will, den Handel nicht in Dollar abzurechnen.

 

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