Ein Mann desinfiziert den Außenbereich eines Lebensmittelgeschäfts in Heishanzhai, nördlich von Peking.Foto:   GREG BAKER/AFP via Getty Images

Chinesische Behörden: Aerosolübertragung ist Hauptweg der Corona-Virus-Infektion

Von 9. Februar 2020 Aktualisiert: 12. Februar 2020 9:01
Was in westlichen Staaten schon längst bekannt ist, wurde jetzt auch von chinesischen Beamten der Gesundheitsbehörde bestätigt. Der Coronavirus verbreitet sich durch winzige Tröpfchen.

Chinesische Gesundheitsbehörden bestätigten auf einer Pressekonferenz in Shanghai am 8. Februar, dass das tödliche neue Coronavirus über die Luft verbreitet werden kann.

Die Beamten sagten, das Virus könne durch Luft in Form von Aerosolen verbreitet werden: wenn man winzige Tröpfchen in der Luft einatmet, die das Virus enthalten.

Die britische Regierung klassifizierte das neue Virus kürzlich ebenfalls als eine „luftübertragene, hochgradig folgenreiche Infektionskrankheit“, was bedeutet, dass es durch winzige Tröpfchen in der Luft verbreitet werden kann, wie auf einer Webseite der Regierung über das Virus zu lesen ist.

Zu den anderen beiden Hauptübertragungswegen des Virus gehören das direkte Einatmen größerer Tröpfchen aus kurzer Entfernung zu einer infizierten Person, die niest und hustet, sowie die Schmierinfektion. Dabei infiziert sich eine Person, indem sie kontaminierte Gegenstände berührt. Bei Berührung der Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen kann das Virus überspringen, wenn man sich zuvor nicht die Hände desinfiziert hat.

Je nach Umgebung deuten aktuelle wissenschaftliche Daten darauf hin, dass das Coronavirus auf Oberflächen bis zu fünf Tage oder mehr überleben kann, sagte Jiang Rongmeng, ein Experte von Chinas oberster Gesundheitsbehörde, kürzlich auf einer Pressekonferenz.

Die Erkenntnisse wurden erzielt, nachdem die Behörden in Guangdong weniger als eine Woche zuvor Nukleinsäure des neuen Virus am Türgriff des Hauses eines Patienten entdeckt hatten.

Großräumige Desinfektion in China, auch mit Drohnen

Eine Reihe chinesischer Städte, darunter das Epizentrum des Ausbruchs, Wuhan in der Provinz Hubei, haben Nebelkanonen und Straßenreinigungsfahrzeuge eingesetzt, um Desinfektionsmittel auf die Straßen zu sprühen und so den Virus aus den öffentlichen Räumen zu entfernen.

Shenzhen und Kunming in Südchina haben Drohnen eingesetzt, um Desinfektionsmittel zu versprühen.

Vermeidung von Infektionen

Zeng Qun, stellvertretender Direktor des Shanghaier Büros für Zivilangelegenheiten, forderte die Öffentlichkeit auf, alle gesellschaftlichen Zusammenkünfte abzusagen, die Fenster zu öffnen, um die Belüftung der Innenräume zu gewährleisten, und ihre Häuser regelmäßig zu desinfizieren. Zeng nannte Türgriffe, Stühle und Toilettensitze als Schlüsselbereiche, die anfällig für Kontaminationen sind. Er empfahl für die Desinfektion eine 75 prozentige Ethanol- oder Chlorlösung.

In einer kürzlich durchgeführten Umfrage auf der Nachrichtenplattform WeChat, an der 75.000 Teilnehmer teilnahmen, gaben rund 62 Prozent der Teilnehmer an, dass sie seit mehr als einer Woche keinen Aufzug mehr benutzt haben und befürchten, dass sie sich durch Kontakt mit Türklinken mit dem Virus anstecken könnten.

Bei denjenigen, die noch mit dem Aufzug fuhren, trugen viele einen Stift, einen Zahnstocher oder eine Serviette oder Handschuhe mit sich, um jeden direkten Kontakt mit eventuell belasteten Oberflächen zu vermeiden.

Beamte empfahlen Familienmitgliedern infizierter Personen, Atemschutzmasken zu tragen und einen Abstand von mindestens einem Meter  einzuhalten sowie ihre Hände sofort zu desinfizieren, nachdem sie etwas berührt haben, das dem Patienten ausgesetzt war.

Virus bekommt einen neuen Namen:  NCP

In einer Pressekonferenz gab Chinas Gesundheitsbehörde bekannt, dass das Virus einen vorläufigen Namen habe, Novel Coronavirus Pneumonia, kurz NCP.

Es bleibt ungewiss, ob sich das Virus durch fäkale Kontamination ausbreiten kann. Diese Sorge kam auf, nachdem der Kot des ersten US-Coronavirus-Patienten positiv auf das Virus getestet wurde.

Mögliche Verbreitung über Abwässer in der Diskussion

Feng Luzhao, Wissenschaftler für Infektionskrankheiten im chinesischen Zentrum für Krankheitskontrolle und -verhütung, sagte auf der Konferenz, dass man ähnliche Fälle in mehreren Regionen identifiziert habe. Dies warf die Frage auf, ob sich die Erreger durch verunreinigte Lebensmittel und Wasser verbreiten können.

Nach Angaben des Nationalen Gesundheitszentrums sind die Anzeichen für eine Infektion: Fieber, Müdigkeit, trockener Husten und Atembeschwerden, die zu Lungenentzündung, Nierenversagen und Tod führen können.

Einige Patienten haben allerdings über atypische Symptome wie Durchfall, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Brustschmerzen, Augenentzündungen und Gliederschmerzen berichtet.

Das Original erschien in The Epoch Times (USA) (deutsche Bearbeitung von al)
Originalartikel: Chinese Officials Warn of Aerosol Infection as Coronavirus Continues to Spread


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion