Der Panther – von Rainer Maria Rilke

Epoch Times9. March 2018 Aktualisiert: 9. März 2018 0:59
Aus der Reihe Epoch Times Poesie - Gedichte und Poesie für Liebhaber

Der Panther

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe

So müd geworden, dass er nichts mehr hält.

Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe

Und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,

Der sich im allerkleinsten Kreise dreht,

Ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,

In der betäubt ein grosser Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille

Sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,

Geht durch der Glieder angespannte Stille –

Und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke 1875-1926

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