Die Nacht – Von Hermann von Gilm

Von 12. April 2018 Aktualisiert: 12. April 2018 0:53
Aus der Reihe Epoch Times Poesie - Gedichte und Poesie für Liebhaber

Die Nacht

Aus dem Walde tritt die Nacht,

An den Bäumen schleicht sie leise,

Schaut sich um im weiten Kreise –

   Nun gib acht!

Alle Lichter dieser Welt,

Alle Blumen, alle Farben

Löscht sie aus und stiehlt die Garben

   Weg vom Feld.

Alles nimmt sie, was nur hold;

Nimmt das Silber weg des Stromes,

Nimmt vom Kupferdach des Domes

   Weg das Gold.

Ausgeplündert steht der Strauch –

Rücke näher! Seel‘ an Seele,

O die Nacht, mir bangt, sie stehle

   Dich mir auch.

Hermann von Gilm (1812-64)

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