Ein Liebespaar.Foto: istockphoto

Ein neuer Kick fürs Leben!

Von 13. November 2021 Aktualisiert: 13. November 2021 20:43
Zusammenhalten statt spalten. Selbstliebe und Gelassenheit statt Schuldzuweisung und Angriffe. Lösen wir die Ketten der Blockaden.

Des Deutschen liebstes Kind! Nein, dieses Mal ist nicht das Auto gemeint. Im Kleinkindalter ist es noch ganz putzig, wenn ein Kind dem anderen das Auto klaut und Paul mit zusammengezogenen Augenbrauen den Finger vorwurfsvoll auf Klaus richtet. In der Grundschule wurde man belohnt, wenn man andere anschwärzte. So war es möglich, sich bei jedem Streit als Gewinner zu fühlen. Ein probates Mittel, um Kriege zu entfachen und vor allem, sie auch zu rechtfertigen. Wir sprechen hier von der Schuldzuweisung. Aber warum nutzen wir sie so gerne, wenn wir doch wissen, dass es moralisch betrachtet nicht zu Frieden, Liebe und Harmonie führen wird, obwohl es doch genau das ist, wonach wir uns alle sehnen?

Die gesellschaftliche und politische Entwicklung setzte das Fundament. Streit ist geil und vor allem dann, wenn man einen Sündenbock ausmachen kann. Auch in der Beziehung liegt das Scheitern immer bei dem anderen begründet. Der Mann geht fremd, weil er zu Hause nicht mehr das bekommt, was er haben will – in den meisten Fällen zu wenig Anerkennung und Wertschätzung. Oder die Frau geht fremd, weil sie sich nicht genug geliebt fühlt und der Partner lieber mit Abwesenheit, statt Nähe glänzt. Der Fremdgeher hatte in seinen Augen einen plausiblen Grund. Hätte sich der Partner anderes verhalten, hätte er sich schließlich kein neues Betthupferl suchen müssen.

Das Opfer und der Schuldige

Der Betrogene hat das in die Beziehung investiert, wozu er in der Lage war, zu investieren. Das war allerdings meist fernab von Liebe und Leichtigkeit und somit häufig leider nicht sonderlich viel. Er gab alles in die Beziehung, was er geben konnte. Nichtsdestotrotz ging der Partner fremd! Unbewusste Kindheitsblockaden, Verletzungen durch Ex-Beziehungen oder Mobbing-Attacken am Arbeitsplatz verletzten das Herz und das Vertrauen in andere Menschen.

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Nun fühlen sich also beide als Opfer und klagen an. Und auch wenn wir es nicht gerne zugeben, aber die Rolle des Opfers gefällt uns am besten. Wer will schon gerne als Täter dastehen? Wenn der andere schuldig ist, sind wir es nicht. Und was noch viel besser ist – wir haben recht! Das ist in Konfliktsituationen deshalb so schön, weil es den Beweis liefert, ein guter Mensch zu sein. Der andere war der Böse – und wir selbst die Guten. 

Diese Art von Bewertung verknüpft unsere Taten mit unserm Sein! Wer etwas Blödes tut, ist allerdings nicht gleichzeitig blöd und schlecht. Doch die Leistungsgesellschaft und das Streben nach Perfektionismus haben uns glauben lassen, dass das so sei. Dabei ist es sinnvoller, das eine vom anderen zu trennen. Einen Fehler zu machen, bedeutet eben nicht, falsch oder nicht gut genug zu sein. Es bedeutet lediglich, dass man etwas falsch gemacht hat, nicht mehr und nicht weniger. Mit der Identifikation mit der Tat setzen wir uns selbst und unseren Wert herab. Und wer immer recht haben will, hatte in Wirklichkeit Angst, nicht gut genug zu sein. Mit seinen Fehlern und Unzulänglichkeiten ertappt zu werden ist unangenehm, für viele sogar unerträglich. Die Folgen können Trennung, verlassen werden oder Liebesentzug sein. Deshalb versuchen wir, das perfekte Selbstbild von uns aufrechtzuerhalten. Meistens endet jedoch gerade das in Streit, Auseinandersetzungen und Distanz.

Und damit wir auch historisch nicht aus der Schuldkeule heraustreten, werden wir immer wieder damit konfrontiert, am Arbeitsplatz, in Beziehungen bis hin zu politisch angefeuerten Diskussionen. Schuldzuweisungen, Opfer-Täter-Verteilungen und Rechthaberei! Wir sind also alle Opfer – aber nur so lange, bis wir die Entscheidung treffen, aus dieser Rolle hinauszutreten!

Mehr Harmonie im Leben schaffen

Gerade in diesen Zeiten ist es schwierig, ins innere Gleichgewicht zu kommen und sich nicht in Täter-Opfer-Spielchen zu verstricken. Zusammenhalten statt spalten. Selbstliebe und Gelassenheit statt Schuldzuweisung und Angriffe. Lösen wir die Ketten der Blockaden, aus denen Kriege gemacht werden und mit denen wir uns selbst zerstören!

1. „Leben und leben lassen!“

Ein Satz, den die Menschen damals gerne an ihre Wohnzimmer-Wand pinselten, findet heute kaum noch Bedeutung, obwohl so viel Wahrheit und Weisheit darin steckt. Wir verwenden Floskeln, deren Sinn wir zwar erkennen, aber nicht danach leben. Dinge zu wissen unterscheidet sich grundlegend davon, das Wissen auch anzuwenden. Und gerade dieser Satz erhebt einen hohen Anspruch, weil er dazu auffordert, die Schuldzuweisungen beiseitezulegen und in die Akzeptanz zu gehen, auch wenn es uns nicht gefallen mag, was der andere macht. Doch wenn wir lernen, den anderen so anzunehmen, wie er ist, können wir auch selbst so angenommen werden, wie wir sind. Und wer wünscht sich das nicht?

2. „Selbstbestimmt statt fremdbestimmt!“

Wenn wir Streit mit unserem Partner haben, fragen wir unsere Freunde um Rat. Wir bekommen Tipps, ungebetene Ratschläge, die uns erschlagen und manchmal Hilfen, die wir nicht brauchen. Alle diese Perspektiven mögen gut und richtig sein, solange wir sie für uns abwägen und daraufhin selbstständig unsere Entscheidung treffen, doch meistens sind wir zu bequem geworden. Wir trennen uns, tindern den Nächsten, konsumieren Menschen, statt ihnen eine echte Chance zu geben und ergeben uns dem, was andere meinen, was das Beste für uns ist. Selbstverantwortung und Intuition, die vielen verloren gegangen ist. Meistens wissen wir sehr genau, was uns guttut und was nicht, wenn wir bereit sind, wieder auf unsere innere Stimme zu hören!

3. „Vertrauen statt Misstrauen!“

Vertrauen in sich und andere ist eine Königsdisziplin. Besonders, wenn man oft enttäuscht wurde, hat man guten Grund zu misstrauen. Vorsichtig zu sein und Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, hilft, die gleichen Fehler nicht zu wiederholen. Dabei sollte man jedoch versuchen, offenzubleiben. Ansonsten könnte das Glück an uns vorbeiziehen.

Mehr dazu auf dem YouTube-Kanal von Nadine Kretzbit.ly/300SYEp und in dem Buch „100 PROZENT ICH – Mein Weg zu mir.“

Nadine Kretz „Die Frau in Rot auf Mission Liebe“ ist Autorin, Beziehungsmanagerin und ausgebildete Mediatorin. Mit ihrem Bestseller-Buch „100 MIESE DATES und die Suche nach der Liebe“ hatte „Die Frau in Rot“ bereits zahlreiche Auftritte bei Hamburg 1, RTL, Sat 1 und anderen Medien.



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