Vom feinen Spiel mit alter Technik

Epoch Times17. Mai 2010 Aktualisiert: 17. Mai 2010 9:08

Gegen den Strich ging diesen jungen Profimusikern vor allem eines: dass Musik aus dem 19. Jahrhundert nicht in ihrer Ursprünglichkeit zu hören war. Um diesem wenig erfreulichen Umstand Abhilfe zu verschaffen, schlossen sie sich – schnell entschlossen würden Freunde der Wortwiederholung hier einsetzen – im Jahr 2007 zu „Symphonie Fantastique“ zusammen. Dabei arbeiten die 46 jungen Musiker aus allen Teilen Europas mit dem Pianisten und Dirigenten Robert Levin zusammen, im Blick eine neue Blüte der Romantik.

Um den Originalklang wieder zu bringen tauschen sie nicht nur die Instrumente gegen jene aus dem 19. Jahrhundert, nein es werden auch die Spieltechniken aus dieser Zeit hervorgeholt, abgestaubt und benutzt. Dazu gehört die sehr sparsame Verwendung von Vibrato, dagegen viel verbindendes Portamento in den Streichern, so, wie es die Künstler von historischen Aufnahmen Ende des 19. bis  und Anfang des 20. Jahrhunderts „abgehört“ haben. Und wie die Sixtinische Kapelle nach ihrer Renovierung erstaunlich Patina-frei glänzte, so zeigen sich auch die Stücke Schumanns, Schuberts und Beethovens erquicklich frisch. Erhört werden hier die Stücke in ihrem Flehen nach Originalität, während sich das Publikum bekannte Werke neu erhört.

Beethoven – Serenade for Flute, Violin and Viola, Op. 25

Die originalen Holzblasinstrumente klingen feiner, aber trotzdem charaktervoll; man meint, sie geben den Musikern eine neue Farbpalette, mit der sie die Musik zeichnen können. Die Blechblasinstrumente und die Pauken haben ein fokussiertes Timbre und wiegen nicht so schwer in der Balance des Orchesters – wie es bei modernen Orchestern oft der Fall ist. Die Streichinstrumente klingen klarer und lebendiger.

Im kleinen Rahmen konnte sich das Wiener Publikum bereits im vergangenen November in der Deutsche Ritterordenskirche von der Qualität der Symphonie Fantastique-Musiker überzeugen, als Fagottist Robert Percival, Santiago Medina Cepeda an der Geige, Simone Laghi an der Bratsche und die beiden Energiebündel Keiko Gomi (Cello) und Giulia Barbini (Flöte) ein hochfeines Konzert spielten.

Im großen Ensemble geht es am 26. Mai um 19.30 Uhr im Wiener Ehrbar Saal zur (romantischen) Sache mit Stücken von Neukomm, Beethoven und Onslow. Mitzubringen sind nur Sie selbst, für die richtige Stimmung verspricht das Orchester zu sorgen. (fg)

Weitere Informationen: www.symphoniefantastique.net

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