Volker Beck, Grüne.Foto: Mathis Wienand/Getty Images

Wenn die letzten Pfeiler fallen: Volker Becks „deutscher Islam“ und unser Brauchtum „Ramadan“

Von 4. September 2018 Aktualisiert: 6. September 2018 15:31
Folgt nach dem gesellschaftzersetzenden Projekt "Ehe für alle" nun das Projekt "Religion für alle"? Sind wir auf dem Weg zum Einheitsmenschen in einer Einheitsgesellschaft in einer Einheitswelt?

In einem Meinungsartikel in „Die Welt“ begrüßte Volker Beck von der Grünen-Partei den Ramadan als Teil unseres Brauchtums. In diesem Zusammenhang zeigte Beck auch auf den für Religionspolitik zuständigen Innenminister Seehofer mit dem Finger, dessen Aufgabe es sei, „den gesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen Gläubigen der verschiedenen Richtungen“ mitzuorganisieren und mehr Religionspolitik zu wagen.

Laut Beck sei das eine Chance zur „Erneuerung des gesellschaftlichen Zusammenhalts“. Ist dies tatsächlich so?

Der „deutsche Islam“

Das Grundgesetz gewährleiste in seinem Gleichheitsartikel „die Freiheit des Glaubens, des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sowie die ungestörte Religionsausübung“, erinnert der Grünen-Politiker an die rechtliche Theorie und begründet zudem mit dem Bundesverfassungsgericht das Recht der Einzelnen, ihr „gesamtes Verhalten an den Lehren ihres Glaubens auszurichten und dieser Überzeugung gemäß zu handeln, also glaubensgeleitet zu leben“. Dies gelte nicht nur für Christen, sondern auch für Muslime.

Unser Kooperationsmodell wird sich bei der Einbürgerung des Islam beweisen müssen.“

(Volker Beck, Grüne)

Nach Ansicht des Grünen-Politikers dürfe man die islamische Gemeinschaft nicht wegen „anderer religiöser Traditionen und Vorstellungen“ ausschließen. Es sei laut Beck zu begrüßen, wenn sich das Bundesinnenministerium an der Debatte über einen „deutschen Islam“ beteiligen wolle, was aber nur schwer gelänge, wenn man darüber philosophiere, ob der Islam nun zu Deutschland gehöre oder nicht.

Unser Brauchtum: Ramadan und Weihnachten

Doch Becks Ambitionen gehen weit über eine reine Akzeptanz und gesellschaftliche Toleranz hinaus: Die Religionsausübung der Muslime „innerhalb der verfassungsrechtlichen Ordnung in Deutschland“ habe eine Heimat und „Ramadan oder Opferfest wie Karneval, Oktoberfest, Weihnachten“ würden demnach zum Brauchtum unseres Landes gehören.

Die Mehrheitsgesellschaft muss hier ihre Identität inklusiver formulieren.“

(Volker Beck, Grüne)

Doch der Begriff der Mehrheit ist temporär inhaltlich veränderbar. Wer heute Mehrheit ist, kann morgen bereits zur Minderheit geworden sein. Doch würde dies ohnehin nicht mehr auffallen, in einer von Beck favorisierten bunten all-in-one-Suppe. Dem gegenüber steht der türkische Präsident Erdogan mit seiner Aufforderung: „Macht fünf Kinder, nicht nur drei: Denn ihr seid die Zukunft Europas.“

Doch auch Volker Beck weiß um die Probleme mit der Verträglichkeit des Islam mit anderen Religionen und verweist darauf, man müsse „vom organisierten Islam“ verlangen, dass er organisatorisch in Deutschland ankomme. Dabei wirkt Beck durchaus ahnungslos, wenn auch unglaubhaft, wenn er sagt, dass „Existenz, Identitäten und Abgrenzungen islamischer Organisationen untereinander“ nach seinen Ansichten auf „religionsfremden Merkmalen“ gründen würden. Sie seien politisch, staatlich oder sprachlich, aber nicht religiös definiert, versucht der Grünen-Politiker glaubhaft zu machen.

Becks Idee: Junge Muslime „befreien“

Dem verfassungsrechtlichen Prinzip der Trennung von Religion und Staat und dem Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften stünden jedoch „politische Identitätsmerkmale und ausländische Steuerung durch Staaten“ oder Parteien gegenüber.

Beck führt an, dass es ausreiche, dass man in der  Debatte über den Islam in Deutschland den islamischen Verbänden nur sagen müsse, dass sie sich von politischen Identitäten und Abhängigkeiten lösen sollen und dass man die junge Generation deutscher Muslime ermutigen müsse, einen „Schnitt zu den Organisationsformen ihrer Eltern und Großeltern zu vollziehen“, so Becks Theorie.

Ob die jungen Muslime allerdings dazu bereit sind, sich von den Traditionen und Wurzeln ihrer Herkunft zu lösen und Teil von Volker Becks buntem Einheitsvolk nach Vorstellungen eines Weltkommunismus zu werden, dürfte mehr als fraglich sein, schon allein aus Sicht ihres großen Nationalstolzes, festen Familiensinns und der Treue zu ihrem Glauben.

Ihnen gegenüber als Mahnung steht ein entwurzeltes deutsches Volk, das im Einheitsbrei aufzugehen droht, wenn es sich nicht seiner Tradition und Herkunft erinnert und den aufgezwungenen Schuldkult aufgrund einer geschichtlich wahrlich kurzen Zeitspanne von zwölf Jahren nationalsozialistischer Herrschaft endlich abwirft.

Wenn die letzten Pfeiler fallen

Doch was schon einmal geklappt hat, könnte auch wieder klappen. Diesmal ist es nicht das das deutsche Volk, das mit der Gewalt der Nationalsozialisten in eine zwanghafte Verbindung gebracht wird, sondern die muslimische Bevölkerung in Deutschland, die mit gewalttätigen Dschihadisten, Terroristen und meuchelnden Flüchtlingen in einen Topf geworfen wird.

Wie soll nach Volker Beck aber die „Entwurzelung“ der jungen Generation deutscher Muslime gelingen, um sie dem großen Einheitsbrei zuzuführen, der zu Beginn noch rot-grün gemischt ist, aber nach längerem Rühren eine einheitliche Färbung annimmt?

Man müsse die deutschen Verwaltungen „mit mehr religionsrechtlichem und religionskundlichem Wissen“, mit „Beratungs- und Forschungsstrukturen“ ausstatten, aufgebaut durch den Religionsminister  und „analog zu existierenden außenpolitischen Denkfabriken“.

Die Grundlage für das neue Miteinander müssten gleiche Rechte und gleiche Pflichten sein, so Becks wohlklingende Theorie, denn der Sinn von Religionspolitik sei Religionsfreiheit.

Freiheit = Zügellosigkeit?

Bedenklich erscheint jedoch, dass bei dieser Art von sogenannter „Freiheit“, die Religionen anstatt die traditionelle Verbindung zwischen Mensch und jeweiliger Gottheit zu belegen nur noch zu einer Art von speziellem Hobby mit spezieller Bekleidung degenerieren könnten, gleich einem Karnevalsverein in einer Lach- und Spaßgesellschaft.

Damit dürfte dann ein weiterer Pfeiler der alten traditionellen Ordnung auf dem Weg zum Weltkommunismus fallen, nachdem die Aufweichung der traditionellen Ehe zwischen Mann und Frau als Institution in Deutschland bereits gelungen ist.

Wie die „Schwäbische Zeitung“ am 1. Juni 2017 berichtete, weinten Abgeordnete vor Freude, man jubelte im Plenum und auf der „voll besetzten Besuchertribüne fallen sich schwule Paare in die Arme, küssen sich unter der Reichstagskuppel“. Später habe es in den Fraktionen von SPD und Linkspartei Hochzeitstorten in den Regenbogenfarben gegeben, nachdem im Bundestag die „Ehe für alle“ beschlossen wurde. Für Volker Beck, Vorkämpfer der „Homo-Ehe“ sei dies ein „historischer Tag“ gewesen, so das Blatt. Sogar ein Viertel der Abgeordneten der christlichen Unionsparteien stimmte dafür, Kanzlerin Merkel war nicht darunter.

Bundestagspräsident Norbert Lammert ermahnte die „Volksvertreter“, im ehrwürdigen Parlament „nicht in Albernheit zu verfallen“, mit wenig Erfolg, denn „zügeln lassen sie sich nicht“, wie die „Schwäbische“ fortfährt.

Volker Beck: Straucheln im Pädophilen-Skandal

Bei der Bundestagsfraktion der „Grünen“ war Volker Beck, der dem linken Flügel der Partei angehört, schon so gut wie alles, u.a. rechtspolitischer Sprecher, innenpolitischer Sprecher, religionspolitischer Sprecher und migrationspolitischer Sprecher. Von 1994 bis zu seinem Ausscheiden 2017 war er Mitglied des Deutschen Bundestages.

Von 2002 bis 2013 war er Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion der Grünen. Nach elf Jahren im Amt zog sich Volker Beck jedoch 2013 im Zuge der Pädophilen-Affäre seiner Partei von dem Posten zurück.

Auch musste sich Beck kurz vor der Bundestagswahl 2013 für einen Bucheintrag von 1988 in dem Machwerk „Der pädosexuelle Komplex“, herausgegeben von Angelo Leopardi alias Joachim S. Hohmann, rechtfertigen. Beck hatte sich für eine „Entkriminalisierung“ von Sex zwischen Erwachsenen und Kindern eingesetzt.

Eine Entkriminalisierung der Pädosexualität ist angesichts des jetzigen Zustandes ihrer globalen Kriminalisierung dringend erforderlich.“

(Volker Beck, in „Der pädosexuelle Komplex“, 1988)

Beck behauptete, dass sein Text verfälscht worden sei. Allerdings konnte er dies nicht beweisen, da wundersamerweise  sein Original-Manuskript nicht mehr auffindbar und der Verfasser bereits 1999 verstorben war. Doch dann tauchte doch noch das Original auf: „Wer dieses Manuskript, von ‚Spiegel online‚ veröffentlicht, mit der Druckversion im ‚Pädosexuellen Komplex‘ vergleicht, findet keine Spur einer Verfälschung“, berichtete „Die Welt“.

Zugleich wurde laut „Spiegel“ bekannt, dass im kommunalen Wahlprogramm einer Göttinger Grünen-Liste von 1981 bereits die Straffreiheit von gewaltfreiem Sex zwischen Erwachsenen und Kindern gefordert wurde – presserechtlich verantwortlich: Jürgen Trittin.

Verkehrskontrolle mit Crystal Meth

Einen weiteren politischen Rückzug musste Beck im März 2016 hinnehmen. Bei einer Verkehrskontrolle wurden bei dem Grünen-Spitzenpolitiker 0,6 Gramm Crystal Meth, einer euphorisierend-stimulierenden Rauschdroge gefunden, die laut einem Bericht der „Pharmazeutischen Zeitung“ zu den „am schnellsten zerstörenden Drogen überhaupt“ zählt. Vielfach werde auch das alte Warenzeichen Pervitin als Bezeichnung genutzt, hieß es.

Dass dies kein gutes Bild angesichts der Vorbildfunktion eines Bundestagsabgeordneten in der Gesellschaft machte, steht außer Frage. Als Konsequenz auf den Drogenfund trat Volker Beck von all seinen Fraktions- und Parlamentsämtern zurück . Beck äußerte sich zu diesem Zeitpunkt nicht zu dem Vorfall, ließ sich rasch einen Monat krankschreiben. Seine Immunität wurde durch den Bundestag aufgehoben.

Alles wieder gut, oder?

Jedoch: Aufgrund der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin wurde das Verfahren gegen den Grünen-Politiker im April wegen „geringer Schuld“ eingestellt. Beck musste lediglich 7.000 Euro Strafe zahlen und gilt daher als nicht vorbestraft. Auch die Fraktion der Grünen war erleichtert und wollte, dass er als ihr religionspolitischer Sprecher zurückkehrt, was Beck tat, zudem auch als neuer Sprecher für Migrationspolitik.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


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