Ein Windstoß bläst bei der Ostermesse auf dem Petersplatz in Rom die Kappe von Papst Franziskus weg. Erstmals seit Pandemiebeginn findet die Messe samt «Urbi et Orbi»-Segen wieder mit Besuchern statt.
Ein Windstoß bläst bei der Ostermesse auf dem Petersplatz in Rom die Kappe von Papst Franziskus weg. Erstmals seit Pandemiebeginn findet die Messe samt «Urbi et Orbi»-Segen wieder mit Besuchern statt.Foto: Alessandra Tarantino/AP/dpa

Papst spendet Segen „Urbi et Orbi“

Epoch Times17. April 2022

Papst Franziskus hat den Gläubigen zu Ostern den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ (Der Stadt und dem Erdkreis) gespendet. Die Formel wird nur zu feierlichen Anlässen verwendet – üblicherweise zu Weihnachten, Ostern und nach einer Papstwahl. Sie gilt als wichtigster Segen der katholischen Kirche.

Zu der traditionellen Ostermesse fanden sich nach coronabedingten Ausfällen in den Jahren 2020 und 2021 wieder Tausende auf dem Petersplatz in Rom ein. In den beiden vergangenen Jahren war der Gottesdienst in den Petersdom verlegt worden, wo nur eine begrenzte Teilnehmerzahl zugelassen war.

Friedensappell

Bei der Ostermesse sprach sich Papst Franziskus deutlich gegen die Kriege und Konflikte auf der Welt aus. „Wir haben zu viel Blutvergießen, zu viel Gewalt gesehen“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor rund 100.000 Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. Ähnlich wie die Jünger nach der Auferstehung Jesu Christi, die an Ostern gefeiert wird, seien heute auch „unsere Herzen von Angst und Schrecken erfüllt, als so viele unserer Brüder und Schwestern sich einschließen mussten, um sich vor den Bomben zu schützen“, sagte Franziskus. Er sprach von einem „Ostern des Krieges“.

„Gehe bald eine neue Morgendämmerung der Hoffnung über dieser schrecklichen Nacht des Leidens und des Todes auf!“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche und forderte die Staaten zu einem Einlenken auf. „Möge man sich für den Frieden entscheiden. Man höre auf, die Muskeln spielen zu lassen, während die Menschen leiden.“

„In meinem Herzen trage ich all die vielen ukrainischen Opfer, die Millionen von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen, die auseinandergerissenen Familien, die allein gelassenen alten Menschen, die zerstörten Leben und die dem Erdboden gleichgemachten Städte“, sagte Franziskus. Er erinnerte auch an das viele Leid in den Konflikten anderswo auf der Welt, etwa im Nahen Osten, Libanon, Syrien, Jemen, Irak, Afghanistan, Libyen, Myanmar und Teilen Afrikas.

„Lassen wir uns vom Frieden Christi überwältigen!“, schloss Franziskus. Er sagte: „Der Frieden ist möglich, der Frieden ist eine Pflicht, der Frieden ist die vorrangige Verantwortung aller!“ (dts/dpa/mf)



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