Fake-News und der tiefere Sinn dahinter – Angebliche Scheren-Attacke im Netto Reichenbach erneut aufgetaucht

Von 7. August 2019 Aktualisiert: 7. August 2019 9:36
Es gibt Fake-News und es gibt Verschwörungstheorien und es gibt auch Tatsachen, die als solche bezeichnet werden. Es gibt Nazis und es gibt Menschen, die als Nazis beschimpft werden, ohne es zu sein. Was ist wahr, was ist Lüge?

Immer wieder kommt es in den sozialen Medien zu Erfindungen oder Übertreibungen von Straftaten, die dann mit „bluttriefenden“ Adjektiven noch weiter dramatisiert und für den „Horror-Markt“ verkaufsbereit gemacht werden.

Leider untergräbt dies auch die Glaubwürdigkeit von Meldungen tatsächlich stattfindender Verbrechen, die ohnehin schon tragisch genug sind. Aus welchen Gründen und mit welchen Zielen manche Personen derartige Propaganda in die Welt setzen, lässt sich nur spekulieren. Aber zufällig sind sie gewiss nicht.

Der aktuell erneut aufgewärmte Fall einer angeblichen „Messerattacke“ im Netto im vogtländischen Reichenbach ist ein Beispiel dafür. Allein schon im übertrieben reißerisch aufgemachten Text ändert sich schon die angebliche Tatwaffe vom Messer zur Schere, unterlegt mit der Info (sic): „Die nächste Attacke es wird weiter geschlitzt“.

Aktuell ist der Fall schon gar nicht, sondern basiert auf einem Bagatelldelikt vom August 2018, dass aber in der Realität nicht genug Dramatik für eine Horror-Meldung hergab, sodass absichtlich weitere Elemente hinzugefügt wurden.

Achtung: Lügengeschichte!

… Außer dem Diebstahl ist nichts dran.

Mit Lügengeschichten versuchen immer wieder unbekannte Propagandisten Wirkungen zu erzielen. Dadurch wird die wahrheitsgetreue Berichterstattung über die Ereignisse unserer Zeit erschwert, ihre Glaubwürdigkeit untergraben. Foto: Screenshot

Ein Fall vom August 2018

Wie die Polizei Sachsen meldet, trug es sich zu, dass ein junger Migrant (20) in einem Geschäft eine Schere mitgehen ließ und dafür eine Anzeige kassierte. Das Geschehen wurde insoweit aufgebauscht, dass der Dieb angeblich einer Mitarbeiterin des Geschäfts die Schere beim Verlassen des Ladens in den Hals gestochen habe, was die Polizei dementiert.

Das Bagatelldelikt war jedoch nicht die einzige Straftat des 20-Jährigen. Seit Anfang August hatte er weitere teils schwere Straftaten begangen: versuchte Erpressung, Einbruchdiebstahl, Bedrohung, Körperverletzung und Leistungserschleichung.

Zwar wurde er in jedem Fall durch die Polizei am Tatort oder in dessen unmittelbarem Umfeld gestellt und die entsprechenden Anzeigen aufgenommen. Jedoch belegten seine Handlungen, dass er sich davon relativ unbeeindruckt zeigte.“

(Polizei Sachsen)

Die Fülle der Ermittlungsergebnisse gegen den 20-Jährigen reichten dem Richter aus, dem Haftantrag der Staatsanwaltschaft stattzugeben und die Untersuchungshaft anzuordnen.

Im Detail: Am 28. August 2018 bedrohte der junge Mann die Angestellte einer Tankstelle in Plauen, brach am 4. September 2018 in Plauen in eine Wohnung ein und erpresste den Bewohner mit einem vorgehaltenen Messer. Einen Tag zuvor geschah der Diebstahl der Schere in einem Supermarkt in Reichenbach. Die Verkäuferin wurde bei dem Vorfall entgegen der Horror-Meldung nicht verletzt.

Leider führen derartige Lügengeschichten dazu, dass viele Menschen den Meldungen tatsächlich geschehener Verbrechen nicht mehr glauben und instinktiv – vielleicht aus Selbstschutz – alles als Fake-News von sich weisen.

Wem nützt was? Wem schadet was?

Die ursprüngliche Quelle solcher Meldungen ist durch die leichtfertige Verbreitung kaum noch nachvollziehbar, könnte jedoch sowohl im extrem rechten, als auch im extrem linken Lager zu finden sein. Auch ander Quellen und damit andere Absichten wären durchaus denkbar.

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Doch warum werden solche übertriebenen oder gar erfundenen Geschichten überhaupt ins Netz gebracht? Welche Wirkung soll damit tatsächlich erreicht werden? Damit kommt man der Quelle schon sehr nahe.

Der Effekt solcher Meldungen beschränkt sich nicht nur auf Panik-Mache und Hass-Erzeugung, sondern untergräbt auch die Meldungen tatsächlich stattfindender Verbrechen und bewirkt eine Ablehung durch einen breiten Teil der Bevölkerung. Allein dadurch entsteht eine Spaltung der Gesellschaft, wobei beide Seiten glauben, der gerechten und richtigen Seite anzugehören und auf den anderen Teil im schlimmsten Fall feindlich herabsehen. Im erzeugten gesellschaftlichen Spannungsfeld werden dann gewisse politische Pläne umgesetzt.

Was kann man tun? Man sagt, in der Ruhe liege die Kraft. Gläubige Menschen sprechen manchmal von einem Zugang zum Göttlichen tief im Inneren. Manche meditieren, manche beten, die Zugänge sind kulturellbedingt unterschiedlich, stellen aber den gleichen Ansatz dar, in Kontakt mit einer inneren, gottgegebenen Weisheit zu kommen.

Um die Menschen davon zu trennen und sie in Bewegung zu versetzen, wird Unruhe erzeugt, äußerlich und damit auch innerlich. Viele Dinge sind durchschaubar, wenn man in Ruhe und aus mehreren Blickrichtungen darüber nachdenkt und sich breiter aufgestellt informiert. Doch dafür muss man sich die Zeit nehmen. Leicht gesagt, in einer Welt, die mit unbedeutenden Ablenkungen nur so angefüllt ist. Aber auch das ist gewiss kein Zufall.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.