Trump ist der große Gewinner durch den Irankonflikt

Von 27. Juni 2019 Aktualisiert: 30. Juni 2019 10:56
Schaut man genauer auf die jüngsten Zwischenfälle im Golf von Oman und der Seestraße von Hormus, dann fällt auf, dass alles etwas anders abläuft, als man es bisher gewohnt war. Ein Kommentar.

Mit einem überraschenden Zug, der von vielen nicht als solcher erkannt wird, hat US-Präsident Donald Trump bei seiner Präsidentschaft eine Wende vollzogen.

Die jüngste Konfrontation des Iran mit den Vereinigten Staaten hat sich in den letzten Wochen langsam entwickelt, bis hin zum Abschuss einer US-Drohne über internationalen Gewässern.

Allen Berichten zufolge waren die Vereinigten Staaten nur wenige Minuten davon entfernt, gegen eine Handvoll iranischer Militärziele zurückzuschlagen, als der Präsident die Entscheidung traf, seine endgültige Zustimmung dazu nicht zu erteilen.

Der Präsident sagte, dass es zwei Faktoren für seine Entscheidung gab, nicht weiterzumachen. Erstens, da niemand bei dem Angriff auf die US-Drohne getötet wurde, hielt der Präsident einen Gegenangriff, bei dem etwa 150 Iraner getötet würden, für keine ausgewogene Reaktion. Der Präsident stellte auch fest, dass er glaubte, dass die Entscheidung, die Drohne der USA anzugreifen, nicht von der Zentrale der iranischen Regierung getroffen wurde. Das wurde in verschiedenen Presseberichten bestätigt.

Interessanterweise gibt es auch viele Berichte, wonach der Präsident Ratschläge zur Genehmigung des Angriffs vom Militär und vom nationalen Sicherheitsberater John Bolton und vielleicht auch von anderen Seiten erhalten hat. Bolton hat oft öffentlich auf einer stärkeren Zurückdrängung des Iran bestanden, mit dem Ziel eines Regimewechsels; und jeder weiß, dass das Militär es nicht mag, wenn seine Flugzeuge vom Himmel geholt werden.

Stattdessen entschied sich der Präsident für eine Verschärfung der Sanktionen gegen den Iran. Der Iran zerstörte US-Eigentum im Wert vieler Dollar, tötete aber keine Amerikaner. Die Sanktionen werden den Iran am Ende viel Geld kosten aber auf diesem Weg keine Leben kosten. Eine perfekt ausgewogene Reaktion, aber eine mit Biss.

Der Präsident nutzte die Gelegenheit, um eine rote Linie zu ziehen. Er war sich völlig im Klaren darüber, dass diese sorgfältig kontrollierte Reaktion der Vereinigten Staaten auf der Tatsache beruhte, dass keine Amerikaner verletzt wurden. Der Präsident war sehr konkret darin, dass seine Antwort ganz anders ausgefallen wäre, wenn ein Amerikaner getötet worden wäre. Wir alle wissen, dass er es ernst meint, und seien wir ehrlich – er sieht sehr präsidial aus – und die Öffentlichkeit in den USA wird dem zustimmen.

Einen kühlen Kopf bewahrt

Als Trump die Entscheidung traf, den Militärschlag nicht durchzuführen, vollzog er damit eine Kombination anderer wichtiger Dinge. Er wurde von der Linken unerbittlich kritisiert, als unberechenbarer Hitzkopf beschrieben, der immer unter der Aufsicht von Beratern mit kühleren Köpfen stehen muss. In diesem Fall hat sich der Präsident als der kühlere Kopf erwiesen und ist durchaus in der Lage, ruhig über den richtigen Weg nachzudenken, um auf eine schwierige Situation zu reagieren und angemessen zu handeln.

Die Linke wird wieder einen Grund finden, diese Wendung der Ereignisse zu kritisieren, aber sie ist einfach nicht in der Lage, den Präsidenten fair zu beurteilen, sodass ihre Meinung wirklich keine Bedeutung oder großes Gewicht mehr hat.

Eine wichtige Wirkung wird dies bei den Menschen in den Vereinigten Staaten haben. Sie haben den stetigen Trommelschlag aus den Mainstream-Medien gehört, wie der Präsident sich der Absprachen mit den Russen und der Behinderung der Justiz schuldig gemacht haben soll. Beides war falsch. Tatsächlich wird der ganze betrügerische Absprachen-Trick wahrscheinlich dazu führen, dass einige hochrangige linke Regierungsbeamte ins Gefängnis kommen. Unter den gegenwärtigen Umständen sieht die Öffentlichkeit Trump als cool, ruhig und gesammelt an, obwohl ihnen jahrelang gepredigt wurde, dass das nicht möglich sei.

Trump wird einen soliden positiven Schub in den Umfragen erfahren, die in den nächsten Wochen herauskommen und zum ersten Mal höhere positive als negative Werte erreichen. Ich denke, er wird niemals zurückblicken, vor allem nicht angesichts der starken Wirtschaft. Er hat die Kurve von Trump, dem starken Mann, zu Trump, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, gekriegt. Es wird ein kleines Wunder für die Demokraten brauchen, um ihn im Wahljahr 2020 zu stoppen.

Das eigentliche Problem: China

Das ist aber nur die Geschichte an der Oberfläche. Hier ist mehr los, als man denkt und das ist wichtiger als das, was wir bisher besprochen haben. Es ist klar, dass der Präsident es versteht. Der Iran ist ein Symptom des Problems, nicht das Problem selbst. Das eigentliche Problem ist die Macht hinter dem Iran, nämlich China.

Alle Quatschköpfe in den Nachrichtensendungen fragen sich, warum der Iran sich so sehr aufspielt. Die Antwort ist China. Es sucht nach Möglichkeiten, die Vereinigten Staaten unter Druck zu setzen, weil die Zölle funktionieren und ihnen die Optionen ausgehen.

Hinter den Kulissen findet eine intelligente außenpolitische Strategie statt, und wir bekommen hier nur einen flüchtigen Blick darauf.

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Der Fokus der Regierung liegt auf dem eigentlichen Problem, China, und nicht auf den Stellvertretern im Iran. Die begrenzte Reaktion gegen den Iran, die eine rote Linie aufgezeigt hat, bei deren Bruch härtere Reaktionen erfolgen werden, hat dem Iran zumindest vorerst einen Schlag versetzt. Der Iran ist bereits von den ihm auferlegten Sanktionen geplagt, so dass es meisterhaft ist, ihn mit mehr Sanktionen zu treffen.

Trump versteht die Situation und gewinnt auf der Weltbühne und ich werde es nicht müde das mitzuerleben.

Brad Johnson ist ein pensionierter CIA Senior Operations Officer und ehemaliger Abteilungsleiter. Er ist Präsident der „Americans for Intelligence Reform“.

Das Original erschien in The Epoch Times (USA) (deutsche Bearbeitung von al)
Originalartikel: Trump, the Big Winner in Iran

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.