40 Pflanzen-Patente für Monsanto und Syngenta

Epoch Times22. Mai 2015 Aktualisiert: 22. Mai 2015 15:14

Insgesamt 40 Patente auf Pflanzenzüchtungen werden den Konzernen Monsanto und Syngenta in naher Zukunft zugesprochen, berichtet die Koalition „Keine Patente auf Saatgut“. Unter den Züchtungen befindet sich Gemüse wie Tomaten, Paprika, Blumenkohl, Karotten und Salat.

Weitere 30 Patente auf konventionelle Züchtungen an Monsanto und zwölf weitere an Syngenta sollen bald folgen.

Kritiker verlangen ein Eingreifen der Politik. Diese Welle von Patentanträgen folgt auf eine Grundsatzentscheidung der Großen Beschwerdekammer des Patentamts. Demnach sollen in Zukunft Brokkoli- und Tomatenzüchtungen als „geistiges“ Eigentum anerkannt werden.

Dass selbst Pflanzen aus gewöhnlicher Zucht patentiert werden dürfen, ist besonders problematisch, ist die Meinung der Organisationen, die in „Keine Patente auf Saatgut!“ zusammengeschlossen sind, darunter Misereor, Swissaid und Greenpeace.

„Züchter, Landwirte, Lebensmittelhersteller und Verbraucher gehören zu den Verlierern dieser Entwicklung: Der fortschreitende Konzentrationsprozess in der Züchtung gibt einigen wenigen Konzernen die Macht, darüber zu entscheiden, was auf dem Acker angebaut wird, was wir essen und welchen Preis wir dafür zu bezahlen haben“, sagte Bündnisvertreter Christoph Then. „Die europäischen Regierungen müssen jetzt endlich aktiv werden und die Interessen der Allgemeinheit gegen die von Patentlobbyisten und Großkonzernen verteidigen.“

Diese Kritik teilen auch der Deutsche Bundestag und das EU-Parlament, die sich eindeutig gegen Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere ausgesprochen hatten.

Politischen Einfluss könnten aber vor allem die nationalen Regierungen nehmen, deren Vertreter im Verwaltungsrat des Patentamts sitzen.

Nationale Regierungen müssen handeln

Im Zusammenhang mit der Genehmigung eines Patents auf eine normale Sojapflanze sagte Ruth Tippe von „Keine Patente auf Saatgut“: „Monsanto versucht, die Kontrolle über die genetische Vielfalt zu erlangen, die benötigt wird, um beispielsweise Nutzpflanzen an den Klimawandel anzupassen.“

Politischen Einfluss könnten aber vor allem die nationalen Regierungen nehmen, deren Vertreter im Verwaltungsrat des Patentamts sitzen. Tippe fordert deshalb eine „deutliche Reaktion von europäischen Regierungen, um diese Patente zu stoppen.“ Deutschland habe bereits eine Initiative angekündigt. (dk/keine-gentechnik.de)

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