Gewaltausbrüche
Auswärtiges Amt ruft angesichts von Gewalt im Libanon zu Deeskalation auf

Libanesische Armee in Beirut. 14. Oktober 2021.
Foto: ANWAR AMRO/AFP via Getty Images
Angesichts der jüngsten Gewaltausbrüche im Libanon hat die Bundesregierung zur Mäßigung aufgerufen. „Wir rufen alle Beteiligten dringend zur Zurückhaltung und zur Deeskalation auf, auch um die Zivilbevölkerung zu schützen“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Freitag in Berlin. Die Bundesregierung sei „sehr besorgt“ über die Eskalation der Lage und verurteile die Gewalt, die mehrere Menschen das Leben kostete.
Bei schweren Ausschreitungen in der libanesischen Hauptstadt Beirut waren am Donnerstag sieben Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Auslöser waren Spannungen rund um die Ermittlungen zur Explosionskatastrophe vom August 2020 im Hafen der Stadt.
Unbekannte Scharfschützen feuerten auf die Teilnehmer einer von den schiitischen Bewegungen Hisbollah und Amal organisierten Demonstration gegen den mit den Ermittlungen beauftragten Richter. Kämpfer der Bewegungen schossen anschließend mit AK-47-Sturmgewehren und Panzerfäusten zurück.
Die beiden vom Iran unterstützten schiitischen Bewegungen machten die Libanesischen Kräfte, eine christliche Bewegung, für die Schüsse auf die Kundgebung verantwortlich. Diese wies die Vorwürfe jedoch zurück.
Die Hisbollah will genau wie die Amal-Bewegung die Entlassung des Richters Tarek Bitar erreichen, der mit der Untersuchung der verheerenden Explosion betraut ist. Der Konflikt hat zu einer tiefen Spaltung der Regierung zwischen Befürwortern und Gegnern des Richters geführt.
Am 4. August 2020 waren im Hafen von Beirut hunderte Tonnen falsch gelagertes Ammoniumnitrat detoniert. Die Explosion machte ganze Stadtteile der libanesischen Hauptstadt dem Erdboden gleich, mehr als 200 Menschen wurden getötet. (afp/dl)
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