„Das sind wir den Opfern schuldig“: Tsipras kündigt nach Brandkatastrophe Abriss illegal errichteter Bauten an

Nach den tödlichen Waldbränden in Griechenland hat Regierungschef Alexis Tsipras den Abriss illegal errichteter Bauten angekündigt.
Epoch Times8. August 2018

Nach den tödlichen Waldbränden in Griechenland hat Regierungschef Alexis Tsipras am Dienstag den Abriss illegal errichteter Bauten angekündigt.

Das „Chaos“ des Schwarzbaus habe zur Brandkatastrophe beigetragen und könne nicht länger geduldet werden, sagte Tsipras am Dienstag nach einem Treffen mit Vertretern der betroffenen Region Attika bei Athen. Wegen der Brände Ende Juli, bei denen 91 Menschen ums Leben kamen, stehen Regierung und Behörden massiv unter Druck.

„Alles was zur Zerstörung von Wäldern und Stränden beiträgt und eine Gefahr für menschliches Leben darstellt, wird abgerissen“, sagte der Ministerpräsident und fügte hinzu: „Das sind wir den Opfern schuldig, aber auch den Überlebenden und den kommenden Generationen.“

Tsipras kündigte an, dass in Bälde landesweit 3200 Schwarzbauten abgerissen würden, die bereits für den Abriss markiert seien. Das Budget zur Vorbeugung von Waldbränden werde erhöht, und es würden Maßnahmen zur Wiederaufforstung getroffen. Die Regierung bezeichnet die ohne Baugenehmigung errichteten Häuser als „Plage“. Bislang hatten es die Behörden allenfalls bei Strafzahlungen bewenden lassen, auch wenn die Gebäude Rettungswege blockierten.

Am 23. Juli waren in der Umgebung der Hauptstadt Athen Waldbrände ausgebrochen, die sich rasend schnell ausbreiteten und unter anderem die Orte Mati und Rafina an der Küste erreichten.

Eine Polizeigewerkschaft erklärte vergangene Woche, die Feuerwehr habe die Polizei zu spät über den genauen Ort des Feuers in Mati verständigt. Daher habe die Polizei nicht rechtzeitig Straßensperren errichten können. Flüchtende Anwohner seien dann geradewegs in das Brandgebiet gefahren und dort umgekommen, weil sie in Matis engen Straßen feststeckten.

Andere Opfer standen in riesigen Staus und verbrannten in ihren Autos – häufig, weil sie wegen illegal errichteter Häuser und Absperrungen nicht zur Küste gelangten.

Die Opposition wirft der Regierung Versagen bei der Warnung der Bevölkerung und der Evakuierung der betroffenen Gebiete vor. Die Regierung machte auch geltend, dass sich das Feuer wegen heftiger Winde rasend schnell ausgebreitet habe, so dass nicht genügend Zeit für eine ordnungsgemäße  Evakuierung geblieben sei.

Angesichts der von allen Seiten auf sie einprasselnde Kritik übte sich die Regierung in Schadensbegrenzung: Nach der Entlassung der Chefs von Polizei und Feuerwehr am Sonntag trat am Montag auch der Leiter der Zivilschutzbehörde, Giannis Kapakis, zurück. Vergangene Woche hatte bereits der für Bürgerschutz zuständige Vize-Innenminister Nikos Toskas seinen Posten geräumt. (afp)



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