Prinz Andrew hat sich in der Missbrauchsklage im Grundsatz auf einen Vergleich geeinigt.
Prinz Andrew hat sich in der Missbrauchsklage im Grundsatz auf einen Vergleich geeinigt.Foto: Steve Parsons/Pool PA/AP/dpa

Einigung zwischen Prinz Andrew und Klägerin umfasst 14 Millionen Euro

Epoch Times16. Februar 2022 Aktualisiert: 16. Februar 2022 17:03
Prinz Andrew hat tief in die Tasche gegriffen, um einen vermutlich extrem unangenehmen Missbrauchsprozess zu verhindern. Doch seine Reputation scheint dahin - und aufatmen können eher andere.

Die außergerichtliche Einigung zwischen Prinz Andrew und der Klägerin Virginia Giuffre zur Einstellung eines Missbrauchsverfahren in den USA umfasst nach britischen Medienberichten eine Zahlung in Höhe von zwölf Millionen Pfund (gut 14 Millionen Euro).

Wie der britische „Telegraph“ am Mittwoch berichtete, soll Königin Elizabeth II. ihrem zweitältesten Sohn helfen, die Summe aufzubringen. Die britischen Medien fällten derweil ein vernichtendes Urteil über Andrew.

Am Dienstag war eine „Grundsatzvereinbarung“ zwischen dem 61-Jährigen und der Klägerin Virginia Giuffre bekannt gegeben worden. Damit ist ein peinlicher Zivilprozess gegen den zweitältesten Sohn von Queen Elizabeth II. in den USA aller Voraussicht nach vom Tisch. Die Höhe der Zahlung wurde jedoch in dem Gerichtsdokument über die Vereinbarung nicht genannt.

Laut der Boulevardzeitung „Daily Mirror“ gehen zwei Millionen Pfund an eine von Giuffre gegründete Stiftung zur Unterstützung von Missbrauchsopfern und zehn Millionen an sie persönlich. Andere britische Zeitungen meldeten niedrigere Gesamtsummen zwischen sieben und zehn Millionen Pfund. Sprecher des Prinzen wollten sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP nicht zum Inhalt der außergerichtlichen Einigung äußern.

Luxuriöses Chalet verkauft

Britischen Presseberichten zufolge hatte Prinz Andrew kürzlich sein luxuriöses Chalet in der Schweiz für umgerechnet 21 Millionen Euro verkauft. Allerdings habe er wegen des vor acht Jahren gekauften Ferienhauses noch erhebliche Schulden.

Giuffre erhebt den Vorwurf, 2001 im Alter von 17 Jahren von Prinz Andrew mehrfach sexuell missbraucht worden zu sein. Sie sei damals von dem US-Finanzmann und verurteilten Sexualverbrecher Jeffrey Epstein an den Royal „ausgeliehen“ worden. Giuffre verlangte deswegen von dem Prinzen Schadenersatz in nicht genannter Höhe.

Prinz Andrew hat die Vorwürfe wiederholt entschieden zurückgewiesen. Wegen der Anschuldigungen und seiner früheren Kontakte zu Epstein gab er allerdings bereits 2019 seine royalen Pflichten auf und zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Im Januar verlor er auch seine militärischen Titel und seine royalen Schirmherrschaften.

Der britischen Presse reicht das nicht aus. Hätte Andrew seinen Namen wirklich reinwaschen wollen, hätte er „mit Zähnen und Klauen gegen solch abscheuliche Vorwürfe gekämpft“, hieß es am Mittwoch in einem Kommentar der „Sun“. Doch das habe der Prinz nicht getan.

Entschädigungszahlung von britischen Steuerzahlern?

Andere Medien warfen die Frage auf, woher das Geld für die Entschädigungszahlung genau kommt – aus dem Privatvermögen der Queen oder aus anderen Quellen und damit letztlich von den britischen Steuerzahlern. Sollte Letzteres der Fall sein, drohe dies auf die königliche Familie zurückzufallen, sagte der Medienrechtsexperte Mark Stephens von der Anwaltskanzlei Howard Kennedy dem Sender BBC.

Die Abgeordnete Rachael Maskell von der oppositionellen Labour-Partei forderte, Andrew müsse auch seinen Titel als Herzog von York abgeben – als Zeichen des „Respekts“ vor den Bewohnern der nordenglischen Stadt, die Maskell vertritt. (afp/dpa/dl)



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