Golden League-Goldbarren in Paris.Foto: Laurence Griffiths/Getty Images

Glänzende Aussichten, rückläufiger Abbau

Von 3. Oktober 2010 Aktualisiert: 3. Oktober 2010 20:23

Die Konjunkturflaute brachte einen Aufschwung in der Nachfrage nach Gold mit sich. Bisheriger Höhepunkt: Das Ende der vergangenen Woche erreichte neue Allzeithoch des Goldpreises bei 1.316,25 US-Dollar je Feinunze. Der Schiffbruch der Kapitalanleger an den Börsen treibt Anleger dazu, sich durch Goldbarren oder wertvollen Schmuck gegen weitere Verluste abzusichern. Gold gilt seit jeher als „sicherer Hafen“, der sich in Krisenzeiten starker Beliebtheit erfreut.

„Die europäische Nachfrage nach Goldbarren und -münzen betrug im Jahr 2008 annähernd 243 Tonnen und stieg 2009 auf 293 Tonnen“ – so lautet die offizielle Statistik des World Gold Councils (WGC) über den Goldnachfragetrend, die gegen Ende August 2010 veröffentlicht wurde.

Die Münzanstalt der USA verkaufte im zweiten Quartal 2010 Gold im Wert von 480 Millionen US-Dollar. Investoren, die nach einer sicheren Anlagemöglichkeit suchten, kauften während des zweiten Quartals vor allem börsengehandelte Gold-Fonds. Einige Goldexperten wie Walter K. Eichelburg raten vor diesen „Exchange Traded Funds“ (ETFs) jedoch ab. Insgesamt nahmen Goldkäufe im Laufe derselben Periode um 36 Prozent (1.050 Tonnen Gold) mit Hauptkäufen aus Asien zu. Goldschmuck machte mehr als ein Drittel aller Verkäufe aus, Goldbarren waren nur mit zehn Prozent der Goldverkäufe beteiligt.

Goldreserven: Was unter Tage ruht

Überraschenderweise haben Kapitalanleger und Analytiker in ihren Debatten über Goldreserven oder Depots wenig Ahnung von der Goldgewinnung oder den Reserven, die noch unter Tage ruhen. Die Mehrheit der Analytiker betrachtet Gold aus der Perspektive dessen, was bereits abgebaut wurde beziehungsweise sich in den Händen von Zentralbanken befindet.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hielt Anfang 2010 nahezu 97 Millionen Unzen Gold, dessen Marktpreis ungefähr 118,3 Milliarden US-Dollar beträgt.

Der IWF hat seit 1957 fünf Mal Gold verkauft; mit dem letzten Verkauf Ende 2009 etwa 13 Millionen Unzen. Der IWF verkauft Gold, wenn er flüssige Mittel benötigt, die er als Standarddarlehen an Mitgliedsstaaten langfristig zu niedrigeren Zinssätzen verleiht.

Die Indische Landeszentralbank kaufte fast die Hälfte des IWF-Goldes zu einem Marktpreis von 6,7 Milliarden US-Dollar. Die Bank Mauritius kaufte zwei Tonnen und Sri Lanka etwa vier Tonnen Gold aus. „Diese Transaktion ist ein wichtiger Schritt, um die Ziele des limitierten Goldverkaufsprogramms des IWF zu gewährleisten, die Finanzen des Fonds langfristig abzusichern und uns zu ermöglichen, den ärmsten Ländern dringend benötigte Konzessionskredite zu gewähren“, sagte Dominique Strauss-Kahn, Direktor beim IWF in einer Stellungnahme zu Goldverkäufen nach Indien.

Im Juni hatten die Vereinigten Staaten – bei weitem das Land mit dem größten Goldvermögen – einen Goldbesitz von 8.133,5 Tonnen. Im Besitz der nichtstaatlichen börsengehandelten Fonds, der ETFs, befinden sich etwa 1.856 Tonnen Goldbarren.

Wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Preis im Jahr 1970 38,90 US-Dollar betrug, hat sich der Goldpreis über eine Zeitdauer von 40 Jahren um satte 3.380 Prozent gesteigert.

Goldschürfen im 21. Jahrhundert

Laut Kitco, einem Einzelhändler von Edelmetallen, haben die abgebauten Gesamtgoldreserven der Welt einen Wert von ungefähr fünf Trillionen US-Dollar, wobei der jährliche Goldabbau einen Wert von ungefähr 73 Milliarden US-Dollar erbringt.

Afrika hält die größten unterirdischen Goldreserven, ungefähr 40 Prozent der Gesamtreserven der Welt.

Mit zunehmender Nachfrage und Rekordhöhe der Goldpreise müsste der Goldabbau stark angestiegen sein. Genau das Gegenteil geschah: „Seit 2001 ist der Ertrag des abgebauten Goldes um 8,6 Prozent gefallen“, besagt ein Artikel im „Zeal Speculation and Investment blog“.

Der weltweite Goldabbau befindet sich seit seinem Rekordhoch im Jahre 2003 in einem beständigen Abstieg, mit dem seit zehn Jahren niedrigsten Stand im Jahr 2008.

Laut einem Bericht der auf der Gold-2009-Webseite „verzeichnete die ehemals führende Goldbergwerksnation Südafrika im Jahr 2008 einen Rückgang im Goldabbau von 15 Prozent, zurückzuführen auf eine Kombination aus Energieknappheit, Arbeitsstreitigkeiten (größtenteils wegen der haarsträubenden Sicherheitsvorkehrungen der Industrie) und die harte Tatsache, dass Südafrikas Goldreserven fast ausgebeutet sind“.

Ende 2009 hatte Südafrikas Goldabbau, der im Laufe des Jahres um 5,8 Prozent abgenommen hatte, sein Tief erreicht. Während des ersten Quartals von 2010 hatte der Goldbergbau gegenüber dem gleichen Zeitraum 2008 um zwei Prozent abgenommen. 1970 förderten Südafrikas Gruben noch 67,7 Prozent der Welt-Gold-Produktion. 1985 war die Ausbeute auf 43,8 Prozent gesunken und nahm 2009 um weitere 9,8 Prozent ab.

„Einen ähnlichen Rückgang der Goldgewinnung hatten auch die vollentwickelten Gebiete der Vereinigten Staaten, Kanadas und Australiens zu verzeichnen“, wie dem Gold-2009-Bericht zu entnehmen ist. Anstatt schwindender Reserven wie in Südafrika war es der Mangel an Facharbeitern, der zur Verlangsamung der Goldgewinnung in diesen Ländern beigetragen hatte. „Wir hatten in diesen Ländern eine echte Knappheit an Facharbeitern“, sagte Judith Mosley, Expertin für Minenwerte in der Aktienanalyseabteilung der Societe Generale.

China ist zum Ertragsspitzenreiter Nummer Eins mit einem Gewinn von 12,2 Prozent des Weltgoldes im Jahr 2009 geworden. China tauchte als bedeutender Goldproduzent in den statistischen Hauptveröffentlichungen bis 1995 nicht auf, obwohl es 6,2 Prozent des Weltertrages erzeugte. Die Vereinigten Staaten haben den zweiten Platz mit einem Ertrag von 9,9 Prozent im Jahr 2009 eingenommen.

Originalartikel auf Englisch: Gold Retains Luster as Global Economic Hedge |

 

 

 



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