Starker Kontrast: Folterstätten nur zehn Minuten von Spielstätten entfernt

Von 15. Februar 2022 Aktualisiert: 15. Februar 2022 16:30

Während Amerika die Goldmedaille im Eiskunstlauf feiert, werden möglicherweise in der Nähe der Austragungsstätte Menschenrechtsverletzungen begangen. Eines der vielen chinesischen Gefangenenlager befindet sich nur eine kurze Autofahrt von dem Ort entfernt, an dem der US-Eiskunstläufer Nathan Chen Gold gewonnen hat.

Das Falun-Dafa-Informationszentrum aus New York hat kürzlich eine Karte veröffentlicht, auf der die Standorte der Haftanstalten in Peking verzeichnet sind.

„Wir haben das gesamte Pekinger Stadtgebiet durchforstet und die wichtigsten olympischen Austragungsorte und die Gefängnisse und Haftanstalten kartografiert. Damit soll den Menschen veranschaulicht werden, wie nahe diese beiden Dinge im modernen China beieinander liegen.“ – Levi Browde, Geschäftsführender Direktor, Falun-Dafa-Informationszentrum.

Eine dieser Einrichtungen in Peking ist das Chaoyang-Gefängnis. Es liegt etwa zehn Autominuten von dem Austragungsplatz für den Eiskunstlauf entfernt – dem Capital Indoor Stadium.

In der Haftanstalt  wurden grausame Folterungen durchgeführt. Das geht aus Aussagen aus erster Hand hervor, die der Falun-Gong-Informationswebsite Minghui.org vorliegen.

Frau Xiao Fengwen, eine Falun-Gong-Praktizierende aus China, war  im Chaoyang-Gefängnis inhaftiert. Aus Protest gegen die Verfolgung trat sie in einen  Hungerstreik. Daraufhin sei sie von der Polizei zwangsernährt worden, erzählte Frau Fengwen. Dies geschah aber  offenbar nicht, um sie zu retten, sondern zum Zweck der Folter. Nach eigenen Angaben, verwendete die  Polizei eine Zange, um ihren Mund mit Gewalt zu öffnen. Dabei hätten sich ihre Zähne gelockert. Weiter erzählte die Frau, die nur auf Grund des Praktizierens von Falun Gong in Haft gewesen war, die Polizei habe ihr einmal einen Schlauch durch die  Nase hinunter in den Magen eingeführt, um sie zwangszuernähren. Sie berichtete auch, dass die Beamten den Schlauch “hin und her gezogen” hätten, um ihr Schmerzen zuzufügen.  

Eine andere Falun-Gong-Praktizierende  erzählte Minghui.org ebenfalls von ihren Erfahrungen in chinesischer Haft. Sie sagte:

„Sie begannen, mich mit dem stark kondensierten Salzwasser zwangszuernähren. Der Schlauch wurde nach der Zwangsernährung nicht entfernt, sodass ich bei jedem Atemzug extreme Schmerzen verspürte und mir die Tränen in die Augen stiegen. Das Leiden war unbeschreiblich.“

In anderen Berichten über Folterungen von Falun-Gong-Praktizierenden heißt es, Polizisten würden Gefangene bei eisigen Temperaturen im Freien mit kaltem Wasser übergießen. Danach würde das Wasser langsam auf den Körpern der Gefolterten gefrieren. 

„Dieses Regime tut Gefangenen aus Gewissensgründen schreckliche Dinge an. Mitten in den wichtigsten chinesischen Städten, und inmitten der  Olympischen Spielen.“ – Levi Browde, Geschäftsführender Direktor, Falun-Dafa-Informationszentrum.

Während der Olympischen Spiele verschärfte Peking die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Austragungsorte zusehends. Außerdem wird eine Vielzahl von Sicherheitsleuten eingesetzt.

Browde sagte, Peking würde diese zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen auch nutzen, um gegen Dissidenten vorzugehen.  Diese Vorgehensweise sei bereits seit den Olympischen Sommerspielen im Jahr 2008 zu beobachten.  

Beispielsweise seien damals der bekannte chinesische Sänger und Falun-Gong-Praktizierende Yu Zhou und seine Frau Xu Na verhaftet worden, so Browde.

„Sie befanden sich an einem Sicherheitskontrollpunkt im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen. Der Polizeibeamte, der sie durchsuchte, fand schließlich ein Falun-Gong-Buch in ihrer Tasche. Das war’s. Es reichte aus, um die beiden in Gewahrsam zu nehmen.“ – Levi Browde, Geschäftsführender Direktor, Falun-Dafa-Informationszentrum 

Yu Zhou, der Ehemann von Xu Na starb einige Tage später im Gefängnis. Xu wurde erst nach drei Jahren Haft entlassen. Doch im Vorfeld der diesjährigen Olympischen Winterspiele verurteilte ein Gericht in Peking Xu zu weiteren acht Jahren Gefängnis.

„Die KP Chinas ist so dreist und so unverfroren mit Blick auf die  Unterdrückung. Wissen Sie, sie (die Behörden) stecken Gefangene aus Gewissensgründen ins Gefängnis, sie tun es ganz offen, sie tun es im Vorfeld der Olympischen Spiele. Sie wissen, wenn sie Falun Gong so behandeln können und niemand etwas dagegen tun kann, erzielen sie damit die volle Wirkung (beim Volk).” 

Warum also wird die Verfolgung der buddhistischen Meditationspraxis Falun Gong von internationalen Politikern und Medien kaum erwähnt? Browde meinte, der Grund könne ein Interessenkonflikt sein.

„Wissen Sie, die KPC übt einen enormen politischen und wirtschaftlichen Druck aus. Ich denke, es gibt einige, die das Gefühl haben, dass die westlichen Länder dadurch ihre eigene Position, ihr eigenes wirtschaftliches Wohlergehen zu sehr opfern müssten.“ – Levi Browde, Geschäftsführender Direktor, Falun-Dafa-Informationszentrum.

Browde sagte auch, die wenigen Länder, die nicht unter dem Einfluss der KP Chinas stünden, seien sich seit Jahren über die Unterdrückung im Klaren – und dass das, was mit Falun Gong in China geschieht, ein Völkermord sei.



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