Kurdische KämpferFoto: Sedat Suna/Archiv/dpa

Türkei fordert Absetzung von US-Beauftragten für Anti-IS-Koalition – McGurk „unterstützt die Kurdenmiliz YPG und die PKK“

Epoch Times18. Mai 2017 Aktualisiert: 18. Mai 2017 15:12
Der US-Beauftragte Brett McGurk unterstütze die YPG und die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag dem Nachrichtensender NTV. Er sollte daher ersetzt werden.

Im Streit um die US-Unterstützung für die syrische Kurdenmiliz YPG hat die Türkei die Absetzung des US-Beauftragten für den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gefordert. Der US-Beauftragte Brett McGurk unterstütze die YPG und die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag dem Nachrichtensender NTV. Er sollte daher ersetzt werden.

Washington und Ankara streiten seit Monaten über die US-Militärhilfe für die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die die Türkei wegen ihrer engen Verbindung zur PKK als Terrorgruppe betrachtet. Ankara befürchtet, dass Waffen für die YPG letztlich in den Händen der PKK landen und gegen die Türkei verwendet werden.

Die US-Regierung schätzt hingegen die YPG-Miliz als schlagkräftigen Verbündeten im Kampf gegen die IS-Miliz. Ungeachtet des erbitterten Widerstands der Türkei verkündete das US-Verteidigungsministerium vergangene Woche, die YPG-Miliz für die Offensive auf die syrische IS-Hochburg Raka mit schweren Waffen auszurüsten.

Die Entscheidung fiel kurz vor dem ersten Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bei seinem US-Kollegen Donald Trump in Washington. Bei dem Treffen am Dienstag betonten die beiden Staatsführer ihre Entschlossenheit, gemeinsam gegen den Terrorismus zu kämpfen, doch gab es in der Frage der YPG keine Annäherung.

Erdogan sagte nach dem Treffen laut der Zeitung „Hürriyet“, eine Zusammenarbeit mit der YPG sei „absolut inakzeptabel“ und verstoße gegen „eine globale Vereinbarung“ zwischen den USA und der Türkei. Der türkische Präsident warnte zudem, sollte es einen YPG-Angriff auf die Türkei geben, werde diese darauf reagieren, „ohne jemanden zu fragen“.

Die Türkei dringt seit Monaten darauf, dass Washington bei der Offensive auf die IS-Hochburg Raka die Kurdenmiliz fallen lässt. Erdogan sagte, die USA hätten sich in dieser Frage offenbar entschieden, weshalb die Türkei sich „unter den gegebenen Umständen“ nicht beteiligen könne. Er zeigte sich aber überzeugt, dass Washington auf die Türkei zurückkommen werde.

Die Türkei fürchtet, dass die syrischen Kurden das Gebiet unter ihrer Kontrolle weiter ausweiten und letztlich einen eigenen Staat an der Südgrenze der Türkei bilden. Angesichts der engen Verbindungen zwischen der YPG und der vor allem in der Türkei aktiven PKK betrachtet Ankara ein solches Szenario als existentielle Bedrohung für die Türkei und will dies um jeden Preis verhindern.

Cavusoglu lobte am Donnerstag trotz der offensichtlichen Differenzen bei Erdogans Washington-Besuch die Trump-Regierung als „aufrichtiger“ als die Vorgängerregierung von Barack Obama. Erdogan hatte vor seiner Reise die Hoffnung geäußert, mit Trump „eine neue Seite“ der Beziehungen aufschlagen zu können, nachdem das Verhältnis zu Obama stark angespannt war.

McGurk befand sich am Dienstag und Mittwoch in Nordsyrien zu Gesprächen mit den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF). Das Rückgrat dieses arabisch-kurdischen Rebellenbündnisses bildet die YPG-Miliz. Wie aus dem Stadtrat verlautete, der künftig die Verwaltung von Raka übernehmen soll, ging es bei den Gesprächen um die Offensive auf die IS-Hochburg und Unterstützung für Flüchtlinge. (afp)



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